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Full text: 67, 1939

Berg, H.: Zur Temperatureichung vou Flugzeugmeteorographen, 
139 
Um das abweichende Verhalten von Backbord und Steuerbord näher zu 
studieren, wurden die Messungen am Boden bei laufendem Motor wiederholt 
(Drehzahl 1200/Minute). Der Temperaturabfall war nun beiderseits etwas anders 
and setzte sofort bei 10 em Abstand ein. Aber auch jetzt (Fig. 3, S. 138) war die 
Backbordseite bis etwa 30 cm Abstand um 0.5° bis 1° wärmer als Steuerbord. 
Ab 50 em herrschte vollkommene Übereinstimmung, wenn auch am Boden der 
angestörte Wert erst in etwas größerem Abstand (70 om) erreicht wurde. Da zur 
Gewinnung der Eichkurve bzw, zu Vergleichswerten der Haltestab stets mindestens 
80 cm vom Rumpf entfernt gehalten wurde, sind die Werte also zuverlässig. 
Für die beiden Flugzeugmeteorographen der Firma Winter, Jungingen, 
Nr. 413 und 434, wurden nun eine Anzahl Eichpunkte bei Stufenflügen gelegentlich 
eines Höhenfluges durch gleich- 
zeitige Ablesungen des Hg-Ther- 
mometers gewonnen. duf die- 
gelbe Folie wurde anschließend 
eine Eichung im Kältebad (Alko- 
hol und feste Kohlensäure) durch- 
geführt, Die Eichpunkte bei ab- 
nehmender Temperatur liegen 
zenau auf derselben Kurva wie 
die bei der nachfolgenden allmäh- 
lichen Erwärmung des Flüssig- 
keitsbades gewonnenen Punkte, - —— 4 rt 
Es ergab sich nun, daß beide ig 4, Eichkurven eines Flugzeugmeteorographen, 
Punktreihen — die in Luft und }+———_ 4 nach Messungen im Titssigkeitskältebad, 
die im Flüssigkeitsbad gewon- a SER A en , 
nene — nicht zu einer einzigen Est Mies tallamelle 0% mm dick). 
Eichkurve zu vereinigen sind, 
Jede Punktreibe für sich ist dagegen durch eine glatte Kurve zu verbinden, Beide 
Kurven verlaufen praktisch parallel (Fig. 4). Und zwar ergeben sich für die 
Abstände zwischen den beiden Eichkurven bei den verschiedenen Temperaturen 
folgende Werte: " 
Temperatur nach Eichkurre 
im Flüssigkeitsbad: 20 15 10 5 0 —5 2—10  — 15 —NPOC 
‘Winter 413} 10 112 11 13 12 1.4 1.3 12 10°C 
"Winter 434) 15. 13 12 10 20 2.1 12 1.3 12°C 
Die mittlere Differenz beträgt also bei beiden Instrumenten 1.2°%°. Die Einzel- 
werte sind nahezu konstant. Das Ergebnis ist durch mehrere EKichungen gesichert, 
Wir wurden zuerst darauf aufmerksam, als es nicht gelang, eine im Flüssigkeitsbad 
gewonnene Eichkurve durch Messungen in Luft nach höheren Temperaturen zu 
ergänzen, 
Da die in Luft und im Flüssigkeitsbad gewonnenen Eichkurven parallel 
sind, so bedeutet das, daß die Eichung nach beiden Methoden durchgeführt 
werden kann. Durch die eo ipso eintretende Verschiebung der Basislinie gleicht 
sich der Unterschied beim Auswerten der Aufstiegsregistrierung nachher von 
selbst aus. Es darf jedoch nicht eine im Flüssigkeitsbad gewonnene Eichkurve 
nach höheren Temperaturen durch Messungen in Luft ergänzt werden, da dadurch 
auch die. Neigung und Form der Kurve geändert wird. Reine Flüssigkeits- 
eichung liefert dagegen einwandfreie Werte, 
Zu erklären bleibt noch die Abweichung der beiden Eichkurven, Strömungs- 
vorgänge schalten aus, Auch Eichpunkte, die am Boden in Luft, jedoch bei einer 
Ventilation von höchstens 2 m/sec erhalten wurden, lagen nicht auf der im Flüssig- 
keitsbad gewonnenen Eichkurve (Fig, 5, S. 140). Andererseits war die Änderung 
der Geschwindigkeit des Rührwerkes ohne erkennbaren Einfluß auf die Tempe- 
raturanzeige, Es wurde übrigens bei der Ablesung nicht mehr gerührt, da bei 
der immerhin beträchtlichen Flüssigkeitsmenge nicht zu befürchten war, daß 
sich in dieser kurzen Zeit eine Temperaturschichtung ausbilden würde, Da stets 
genügend Zeit für die Einstellung des Bimetalls gelassen wurde, kann auch eine
	        
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