accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 67, 1939

‚22 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1939. 
fleckenvariation; b) jene der Kontinentalitätsschwankung von A. Wagner und 
c) jene der bislang zwar noch reichlich genannten, wohl aber kaum ebensohäufig 
mehr geglaubten Klimaschwankung von E. Brückner, 
Die mittlere Länge der ersten Schwankungsart beträgt bekanntlich rund 
11 Jahre, jene der zweiten 16 und jene der dritten nach alter Bestimmung 35, 
nach neuerer etwa 30 Jahre. Mit diesen Angaben hat man sich meist allgemein 
begnügt, denn der dazugehörige Schwankungsbereich der Länge der einzelnen 
konkreten Säkularwellen wurde leider kaum jemals mit angeführt, Um den da- 
durch entstehenden irrigen Vorstellungen einer viel zu hohen Regelmäßigkeit 
vorzubeugen, habe ich die extrem langen und kurzen Säkularwellen den ent- 
sprechenden Originalreihen der drei verschiedenen Wellenzüge gesondert ent- 
nommen und bringe ihre Längenangabe im folgenden vor. Man darf. überzeugt 
gein, daß dadurch den meisten der Leser wesentlich Neues geboten wird. An 
Stelle der gewohnten unanschaulichen Wahrscheinlichkeitswerte des Eintreffens 
von Säkularperioden sind hier anschauliche, konkrete Sachverhalte aufgezeigt, 
Aus den drei verschiedenen Arten säkularer Schwankungen wurde so ge- 
funden für a) die Länge von 7 und 15 Jahren, für b) 10 und 23 Jahre und für ©), 
was E. Brückner selbst durchaus nicht überging, 20 und 45 Jahre! Derartige 
Streuungen, welche naturgemäß nicht nur die Wellenlängen belangten, sondern 
in ähnlicher Weise auch deren Ausschlagweite, bestanden innerhalb der ver- 
flossenen 1 bis 1!/, Jahrhunderte und betrafen alle drei Arten von Säkularitäten 
in ziemlich gleicher Weise, 
Erinnert man sich nun daran, daß die säkularen Schwankungen der Wind- 
geschwindigkeit, wie schon an mehreren Stellen der Literatur!) gezeigt wurde, 
auf ebensolche Änderungen des vertikalen Austausches zurückzuführen sind und 
daß die verschiedenen Phänomene der Brücknerschen Klimaschwankung nur 
durch diese (im Zusammenhange mit der besonderen Beschaffenheit der Erd- 
oberfläche) ihre widerspruchsfreie Erklärung finden, so leuchtet ein, daß auch 
die beiden hier gegebenen säkularen Windwellen der Brücknerschen Schwan- 
kungsart zuzuzählen sind. Demzufolge wird man in den kommenden Jahr- 
hunderten trotz der hohen Ähnlichkeit unserer beiden Einzelwellen wohl auch 
darauf gefaßt sein müssen, ähnliche Extremabweichungen anzutreffen, wie sie 
schon E. Brückner vorfand. Deshalb Zweifel an der Realität ihrer verschie- 
denen Erscheinungsformen zu hegen, bewiese nun völlige Unkenntnis allgemeiner 
Tatsachen, Die säkularen Schwankungen der Meteorologie sind bis jetzt nur 
sehr mangelhaft definierbare Gebilde, bei denen durch bewußtes Verschweigen 
ihrer hochgradigen Unregelmäßigkeit gerade das Gegenteil von dem erreicht 
wird, was man damit bezweckt. 
3. So wie in Abb, 1 der säkulare Gang der Jahresmittel der Hamburger 
Windgeschwindigkeit veranschaulicht wurde, sind auch die Windwerte von 8h, 14h 
und 20h sowie von jeder Jahreszeit gesondert auf ihren säkularen Gang hin 
untersucht und dargestellt worden. Wie erwartet, ist die säkulare Doppelwelle 
auch in jeder solchen Unterteilung des Materials bald in größerer, bald in ge- 
ringerer Regelmäßigkeit erhalten geblieben und damit ein neuer drei- und vier- 
facher Realitätsbeweis für sie geliefert, Aus Ersparnisgründen bringen wir in 
Abb. 2 aber nur den säkularen Gang der drei Haupttermine vor. ; 
Ohne auf nähere Details, wie z. B. auf die merkwürdige Überschneidung der 
8b. und 20b-Kurve im letzten Jahrzehnt zu achten, ist der Abb. 2 zu ent- 
nehmen, daß . 
1. eine merkliche systematische Beeinflussung der Säkularwelle durch die 
Tageszeit ebensowenig besteht wie in der unterdrückten Abbildung durch die 
Jahreszeit, und 
2. daß ihre Ausschlagweite jener des bekannten täglichen und jährlichen 
Ganges, deren jeder aus den entsprechenden Kurvenabständen annähernd zu 
entnehmen ist, durchaus nicht nachsteht, sondern beide sogar noch übertrifft, 
Beiden diesen Feststellungen kommt allergrößte Bedeutung zu, Die erste be- 
sagt nichts Geringeres, als daß mit der Höhe des Sonnenstendes auch die gesamte 
1) Z. B. Met, Zschr, 1933, &, 3, und Ann. d. Hydr. 1937, 8, 249,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.