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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Albrecht, F., u. Becker, F.: Über Meßmethoden des Wärmehaushalts des Meeres, 119 
sind. Zur Vermeidung von Taubeschlag auf den Platten ist eine Heizung 
erforderlich. Die Heizdrähte werden an die Klemmen Kl geführt. Der Strom 
wird zwei Zellen eines 6-Volt-Akkumulators entnommen. Die Heizleistung beträgt 
0.150 cal/cm®* min, Die Spannung der Zellen wird mit einem Mavometer dauernd 
unter Kontrolle gehalten. Zeitweilig wird bei der Messung eine stärkere Heizung 
eingeschaltet, die dem ganzen 6-Volt-Akku entnommen wird. Diese Heizung beträgt 
0.338 cal/cm® min. Die Effektivstrahlung berechnet sich wieder nach der schon 
bekannten Formel: 
. (To — Talı 
= Th dp Dı A AA. 
Hierbei bedeutet T, die Temperatur der Oberplatte, Tu die der Unterplatte. Der 
Index bedeutet die Heizstufe, bei welcher die Plattentemperatur gemessen wird, 
Die Einstelldauer der Plattentemperaturen beträgt wenige Minuten. Häufig ist 
bereits die Temperaturdifferenz praktisch eingestellt, ehe die Plattengesamt- 
temperatur zum Gleichgewicht kommt. Mehr als 3 Minuten Wartezeit sind daher 
zur Bestimmung einer jeden Temperatur nicht erforderlich. 
Ohne Sonnenabschirmung liefert die Messung mit diesem Apparat die Größe 
Se + Sg, also die Sonnen- + Effektivstrahlung in der Formel Seite 118, 
Bei früheren Messungen mit dem Effektivpyranometer hat sich gezeigt, daß 
Messungen der direkten Sonnenstrahlung im allgemeinen nur bei guter Ventilation 
des Geräts völlig einwandfrei sind. Gerade diese Bedingung ist aber beim 
fahrenden Schiff erfüllt. Kontrollmessungen können durch Abschirmung der 
Sonne in nicht zu geringer Entfernung vom Meßgerät vorgenommen werden. 
Solche Kontrollen lassen sich bequem mit Michelson- Aktinometern ausführen. Die 
Nivellierung des Effektivpyranometers erfolgt durch ein Kugelgelenk nach einer 
an ihm befestigten Wasserwaage. Die Aufstellung eines Schlingertisches ist nur 
in Ausnahmefällen erforderlich, Albrecht führte Beobachtungsreihen über der 
Brücke eines 10000 Tonnen-Dampfers noch bei einem Seegang der Stärke 4 aus, 
ohne daß es notwendig war, einen Schlingertisch zur Hilfe zu nehmen. — Kompli- 
zierter jedoch wird die Messung mit dem Effektivpyranometer auf ruhendem 
Schiff. Hier kann die Erwärmung des Strahlungsschutzes die Temperaturen der 
unteren Platte bei voller Sonne leicht verfälschen. In diesem Falle sind die 
Werte für Ss und Sg getrennt für sich zu bestimmen. Schließlich sei noch 
erwähnt, daß man zur Messung der Intensität der direkten Sonnenstrahlung auch 
den an anderer Stelle beschriebenen Strahlungsumsatzmesser mit Quecksilber- 
Thermometern verwenden kann‘!), 
2. Die Messung des Wärmeumsatzes im Wasser, ; 
Besonders die Beobachtung des Wärmeumsatzes im Wasser ist von einem 
fahrenden Schiff aus ganz anderen Bedingungen unterworfen als von einem 
ruhenden Fahrzeug. Es ist kaum möglich, während der Fahrt einwandfreie 
Tiefenbestimmungen der Eintauchkörper zu erhalten. An eine Austauschmessung 
ist ohnehin nicht zu denken. Wenn es gelänge, ein wenn auch nur geringes 
Material über die Temperaturverhältnisse der durchfahrenen Meeresstrecken 
etwa bis 100 m Tiefe zu erhalten, so könnten z, B. aus der Feststellung einer 
Sprungschicht, dem Temperaturgang in der Tiefe und dem beobachteten Seegang 
einige Näherungswerte des Wärmeumsatzes errechnet werden. Ein Meßgerät 
zur Bestimmung der Temperatur des Tiefenwassers unter einem fahrenden Schiff 
ist noch nicht vorhanden. Vielleicht kann die in Abb. 10a, b und c dargestellte 
Konstruktion diese Lücke schließen helfen. Der wesentlichste Teil des Geräts 
ist ein Tauchkörper (Taucherglocke) Gl, in welchen durch den Wasserdruck beim 
Einsinken in die Tiefe das Wasser gepreßt wird und dabei einen Schwimmer Sch 
mit sich führt. Der Schwimmer trägt eine Platte Pl aus Silumen, die mit einer 
aus Trolitul und Ruß bereiteten Masse bestrichen ist, auf der ein Graphitstift 
unter Wasser gut sichtbare Aufzeichnungen macht. Der Graphitstift ist mit 
einem ausgestreckten Bimetallstreifen Bi verbunden, der die Temperatur des 
“ Vgl, F. Albrecht, Met. Zschr, 1938, S, 480.
	        
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