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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

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Annalen der Aydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1939, 
wissenschafilichen Untersuchung, während bis dahin schon in jedem Falle jede 
einzelne Probe als Kontrolle und Ergänzung der Seekarte ihren Wert hat. 
Bei dieser Kontrolle darf man zwei Gesichtspunkte nicht außer acht lassen, 
wenn die Übereinstimmung zu fehlen scheint. In der Seekarte steht als Grund- 
bezeichnung in der Regel die mit dem Handlot von der Oberfläche des Meeres- 
bodens heraufgeholte Probe, also etwa feiner Sand, Unter einer dünnen Schicht 
von feinem Sand kann Ton, Lehm oder Schlick liegen, in den der Anker ein- 
dringt und der an ihm haftet, während der Sand beim Aufhieven abfällt. Der 
Anker erfaßt etwas tiefere Teile des Meeresbodens als das Lot, und zwischen 
beiden vermögen wesentliche Unterschiede zu bestehen. In der Kieler Bucht 
liegt z. B. gelegentlich Sand über Schlick, in der Danziger Bucht ist umgekehrt 
weicher Schlick über Sand beobachtet worden. Eine dünne Sand- und Kiesschicht 
über Lehm kommt auf den Bänken der Ostseo häufiger vor und wurde auch am 
Rande der Doggerbank in der Nordsee beobachtet, 
Da beide Angaben für den Nautiker von Bedeutung sind, die obere Schicht 
beim Anloten der Küste, die untere beim Ankern, so sollen in den neuen See- 
karten auf Vorschlag des Verfassers beide Bodenarten durch einen schrägen 
Strich getrennt zu finden sein, z, B.: f.Sd,/L. == feiner Sand über Lehm, 
Die zweite Möglichkeit für eine scheinbare Unstimmigkeit liegt in der Arbeits- 
weise der beiden „Geräte“ Handlot und Anker. Am Anker bleibt nur bindiger 
Meeresboden hängen, und was heraufkommt, ist im Innern von größeren Massen 
unverändert, Am Talglot haftet nur eine ganz dünne Schicht und kann beim 
Einholen vom Wasser ausgespült werden, Bei einem sandigen Schlick ver- 
schwinden leicht die Schlickteilchen und es bleibt ein feiner Sand übrig. Bei 
einem Sand mit Kies haften die groben Körner oft so schwach, daß sie bei ihrem 
Wege durch das Wasser abfallen, und wieder bleibt nur Sand übrig. Außerdem 
ist ein subjektiver Fehler unvermeidlich, denn die Bodenablagerungen sehen in 
der dünnen Verteilung auf dem hellen Untergrund des Talgs ganz anders aus 
als in großer Menge, so daß besonders ein Beobachter, der sie nicht nebenein- 
ander gesehen hat, gleiche Ablagerungen verschieden bezeichnen kann, 
Um über das Ausmaß dieser Unterschiede Unterlagen zu bekommen, haben 
wir im Sommer 1937 auf dem Vermessungsschiff „Meteor“ im Gebiete der Dogger- 
bank 186 Kontrollotungen durchgeführt. An Stelle des Ankers trat ein Boden- 
greifer, der !/,, m? Bodenfläche erfaßte. Mit dem Bodengreifer wurde unter allen 
Umständen, auch bei Sandboden, eine genügend große Probe mit heraufgebracht. 
Die Talglotprobe wurde yom Brückenpersonal und die Greiferprobe unabhängig 
davon von mir bestimmt. Das Ergebnis war: von 107 Sandproben wurden 
30 Proben (84%) von beiden gleich bestimmt, wenn man Farbe, das Vorkommen 
von Muscheln und Sprenkeln und geringe Unterschiede in den Größenangaben 
unberücksichtigt läßt, Bei 15 Proben (14%) fehlte am Handlot der gröbere 
Anteil: grober Sand, Kies, kleine Steine (4 davon gaben feinen Sand an. bei 
denen er in der Greiferprobe nicht charakteristisch erschien) und umgekehrt 
hatten 2 Proben (2%) kleine Steine, die in der Greiferprobe fehlten. 
Von 79 schlickigen Bodenproben stimmten die beiden Angaben nur in 
22 Fällen (28%) überein. Ein geringer Schlickgehalt wurde vom Talglot in 
30 Fällen (38%) nicht erfaßt, ein stärkerer nicht in 21 Fällen (27%). Gelegent- 
lich trat auch der umgekehrte Fall auf, in 5 Fällen (6%) wurde ein Schlickanteil 
verzeichnet, wo er in der Greiferprobe fehlte und außerdem in einem Falle (1%) 
ein geringer Schlickgehalt, 
Zusammengefaßt gibt das bei den 186 Lotungen in 60% der Fälle Überein- 
stimmung ohne Berücksichtigung der Farbe, des Muschelanteils, der Sprenkeln 
und geringer Unterschiede in. der Größenangabe. Bei 28% fehlte der feinere 
Anteil am Talglot und bei 8% der gröbere (gb, Sd,, K., kl.St.), dagegen wiesen 
3% feinere und 1% gröbere Bestandteile auf, die im Greifer fehlten, . 
Die Menge der Abweicher ist mit 40% recht groß, wenn auch praktisch ein 
geringer Schlickgehalt im Sande nicht immer große Bedeutung zu haben braucht, 
90% von ihnen stellen eine Verringerung der. Extreme dar, also eine Zunahme 
des reinen Sandes, wie es: vor der auswählenden Tätigkeit des Talgs und der
	        
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