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‚Annalen der Hydrographiie und Maritimen Meteorologie, Februar 1936.
terraner bzw. etesialer Gebiete ein erheblicher Unterschied gegenüber den
Tropen, In Guayaquil!}) etwa bewirkt die Anstrengung einen verstärkten Schweiß-
ausbruch mit verstärktem Wärmegefühl, demgegenüber die „Gehlult“ keine
Erfrischung bringt.
Jedenfalls ist die klimatische Umwelt Madrids derartig, daß in ganz beson-
derem Maße die Abwanderung während der Monate Juli, August und teilweise
September eine noch stärkere ist als In irgendeiner anderen Großstadt Europas;
allerdings ist infolge der ökonomischen. Verschlechterung diese Möglichkeit jetzt
geringer geworden, wie auch der moderne Wirtschaftsbetrieb eine Unterbrechung
von. 2 bis 3 Monaten vielfach nicht gestattet. Andererseits liegen aber die
Arbeitszeiten so ungünstig wie nur möglich. Dank dem erwähnten Nachtleben
beginnt die geschäftliche Tätigkeit kaum vor 10% d.h, zu einer Zeit, in der
die Temperaturen bereits hoch sind. Sie dattert bis 14%, Danach ist die Zeit
für Speisen und Siesta, und die Geschäfte öffnen wieder von 17% oder 171/,b
bis 20h, d. bh. unter den ungünstigsten Verhältnissen, soweit das Wohnklima in
Betracht kommt. Die frischen Stunden zwischen 6% und 9b, die in vielen
Tropenländern Arbeitszeit sind, bleiben hier ungenutzt. Walter Knoche,
Neuere Veröffentlichungen.
| A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Schnell, Dr. W.. Luftfahrtmedizin, Zinführung rekord war, fehlt. Das Bild scheint demnach einem
in die Biologie und Hygiene des Fingwesens. Auslandsdruck entnommen und nicht ergänzt
Verlag CIE. Volckmann Nachf., Berln-Ch, ' worden zu sein,
2058. 149 Abb. Pre: 6 RM. geb, Zu vermeiden. wäre. in der nächsten Auflage
Neue Technik bringt neue Wissenschaften und der Name „Geocoroniumsphäre“, 5, 24. und die
Anforderungen. In der Luftfahrt steht die Ge- Erklärung der Temperaturumkehr „als Folge der
sundheit der Flieger auf dem Spiel, Der Verfasser Luftströmungen aus &quatorialen Zonen“ (5, 26).
des neuartigen Buches, ein alter Kriegfliegerarzt, Ausführlich wird behandelt der Einfuß von Sauer-
behandelt die physiologischen Grundtatsachen de: stoffmangel, Kälte, Kleidung, Beschleumigungen und
Fliegens und die luftfahrtmedizinischen Erfah- Fliehkräften auf Körper, auf Reflexe, auf Ohr,
rungen. Das Fluggerät ist für ibn ein Teil des Auge usw, Das Fliegenlernen und die Tanglich-
lebendigen Organismus des Fliegers, „Bei der im keit zum Fliegen, die Fliegerhygiene und Ubupg
Autopilot. verwirklichten antomatischen Steuerung des Herzens und der Atmung‘ werden eingehend er-
eroßer Verkehreflngzeuge finden wir bis in Einzet- Örtert, Zu kurz. ist leider die Ausführung darüber,
heiten hinein Prinzipien der physiologischen Körper. in welcher Weise das Flugzeug in den Dienst all-
anatomie wiedergegeben.“ Verfasser spricht dabei gemeiner volksgesundheitlicher Maßnahmen gestellt.
sogar von dem Mmechauischen Zentralnervensystem werden kanız, Dagegen wird eingehend darauf
des Flugzeugs, hingewiesen, daß das Flugzeug‘ ala Transportmittel
Eins der besten und modernsten Bücher der für ärztliche Zwieke in Krieg und. Frieden eine
Volekmannschen flugwissenschaftlichen Schriften große Bedeutung hat, besonders wenn der Dienst
Jiegt hier vor uns, wenn es such, wie Verfasser im Frieden noch #ystemiatisch ausgebaut wird,
selbst. audeutet, nur ein Anfang sein soll und ist vicht für die Stadt, wo medizinische Hilfe ständig
In einzelnen. Kapiteln wird behandelt das Fliegen vorhanden ist, sondern atıf dem Lande, Hier ist
Ale biologisches Problem, das Fliegen der Tiere, noch eine große Aufgabe im Sanitätsflug wesen zu
das Schweben der Pflanzensamen, Hierzu sehreibt erfüllen,
der Verfasser: „Dem Freiballon vergleichbar sind Ein wichtiges Kapitel des vielseitigen, preis-
diejenigen Samen, deren Einrichtung sich darauf werten Buches behandelt die erste Hilfe bei Flug-
beschränkt, durch tunlichste Oberflächenvergröße- unfällen und deren Verhütung: Hier kann der
rüng bei geringem Gewicht das spezifische Ge- einzelne Flieger noch viel leisten. Die Anleitung
wicht des zu bewegenden Körpers soweit dem ist klar und eiufach verständlich geschrieben, Zahl-
jenigen der Luft anzunähern, daß die Sink- reiche gute Abbildungen erleichtern das Verständnis.
geschwindigkeit. gering wird. Z. B. entwickelr PP, Perlewitz.
die Blasenflieger wirkliche, den Freiballonen ähn
liche, luftgefüllte Hohlräume (Klerarten, Blasen- 51./52. Jahrbuch der Pommerschen Geographischen
strauch), die eine weitgehende Oberflächenvergröße- Gesellschaft, Sitz. Greifswald (1933/30. 1934,
rung erreichen. In vollster Wirkung‘ ausgebildet Universitätsverlag Ratsbuchhandlung L, Bam-
finden wir das Ballonprinzip lediglich im Wasser berg, Greifswald. .
wo die Blasentange ihre Schwimmfähigkeit der- Won den Beiträgen sind für den Leserkreis
artigen Einrichtungen verdanken.“ Es ist bedauer. dieser Zeitschrift vornehmlich zwei von Interesse;
lich, daß in Abb. 26, wo Freiballonrekorde dar W.Leps, Salzgebalt und Stromverhältnisse in den
yestellt sind, gerade der deutsche Rekord von Binnenigewässern westlich Rügens, und E. Nehls,
Süring, der 30 Jahre, von 1901 bis 1931, Ballon- Das Klima. des Ostseegebietes, Genannt sei außer-
rekord und. zugleich fast 20 Jahre Welthöhen- dem noch; M, Plagens, Die phänoglogisehen Ver:
1y Vgl, W, Knoche, Bioklimatische Beobachtungen in Guayaquil während der Regenzeit
Ann. d. Hydr. usw. 1931, S. 267.