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Full text: 64, 1936

Kleinere. Mitteilungen. 
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Die vom internationalen Hydrographischen Bureau zu Monte Carlo, 
Monaco, veröffentlichte Tiefenkarte des Nordatlantischen Ozeans ist im doppelt 
so größen Maßstab als die „Meteor“ Karte entworfen; diese Bezugnahme gilt nur 
beschränkt, denn der Monaco-Karte liegt die nicht flächentreue Merkator-Projek- 
ion zugrunde, wodurch natürlich sehon in den mittleren und besonders in den 
höheren Breiten für ein und dieselbe Meeresgegend ein recht unterschiedliches 
Bild entsteht, Das vorliegende Blatt reicht von 0° bis 47° N-Br, und von 0° bis 
30° W-Lg.; es ist das erste Blatt einer für die gesamten Ozeane geplanten dritten 
Ausgabe der bekannten Welttiefenkarte, deren erstmalige Ausgabe?) der Initiative 
des Fürsten Albert von Monaco zu verdanken gewesen ist, Über der zweiten 
Auflage? der Karte, die von 1912 bis 1930 sich hinzog, hat ein Unstern gewaltet, 
Jer nicht allein durch den Weltkrieg, sondern ebensosehr durch die unglück- 
lichen internationalen Verhältnisse darnach sich auswirkte; der gegenseitige 
Austausch wissenschaftlichen Materiales. war aus bekannten Gründen noch lange 
Jahre mehr als mangelhaft und Mittel für notwendige Hilfskräfte waren uner- 
reichbar. Daher ist es sehr zu begrüßen, daß nunmehr eine große Zentralstelle 
wie die in Monaco, pekunilär unterstützt insbesondere von nordamerikanischer 
Seite, die schwierige Aufgabe einer dritten Auflage angepackt hat, 
Es soll offenbar ganz neue Arbeit geleistet werden. Die Lotungen werden 
zunächst in Arbeitskarten im Maßstab von rund 1: 1000000, die der japanische 
bydrographische Dienst in 75 Blatt zur Verfügung‘ stellt, eingetragen und dann 
wird, nach Ziehung der Isobathen, die Karte photographisch verkleinert, Mög- 
lichst viele Tiefenzahlen sind eingeschrieben, also anders als in der „Meteor“. 
Karte, Auch wurde keine Rücksicht auf ozeanographische oder morphologische 
„Theorien“ wie der Text S. 4 sich ausdrückt, genommen, Es wird interessant sein, 
bei späteren Blattausgaben festzustellen, ob oder in welchem Ausmaß dieser 
Standpunkt in der Reliefauffassung sich auswirkt, Da lediglich Abtönungen 
ron Blau zur Ääußerlichen Kenntlichmachung der Tiefenstufen benutzt sind, gibt 
diese Tiefenkarte bei weitem nicht das plastische Bild wie die „Meteor“-Karte, 
Die Monaco-Karte würde sehr gewinnen, wenn man sich entschlösse, für die 
Tiefen von < 4000 m einen gelben Unterton zu benutzen, so daß dann Abstufungen 
von Grün bis Gelb sich ergeben und das Blau nur den Tiefenbecken und Tiefen- 
mulden verbleibt; so hat es Berlin gehalten, so auch der Berichterstatter in seiner 
Tiefenkarte des Indischen und Stillen Ozeans?®), Eine neue Beigabe ist die Ein- 
fügung von kleinen Kreuzen jeweils an den Ecken der Eingradfelder; die Orien- 
tierung in der Karte wird hierdurch wesentlich erleichert, Aus dem kurzen Be- 
gleittext, der u.a, eine Übersicht über die verwendeten Quellen bringt, sei noch 
erwähnt, daß auch das Hydrögraphiscbe Bureau, ähnlich wie der Bearbeiter der 
„Meteor-Karte, betont, daß die gewaltige Vermehrung der Lotzahlen (Echo- 
lotungen!) zwar überall „ein wenig“ die Details des unterseeischen Gemäldes 
sowie einige ganz neue Formen erbrachte, daß aber doch im ganzen die 
Hauptgrundzüge des Özeanbettes unverändert gegen die früheren Karten ge- 
blieben Sind, 
Eine kritische Bemerkung sei, um sie heratszuheben, an den Schluß gestellt; 
sie betrifft die in der Monaco-Karte benutzte Nomenklatur für die unter- 
meerische Bodengestaltung, Es sind für die Großformen nur vier Bezeich- 
nungen auf dem vorliegenden Blatt eingetragen, nämlich Seuil de l’Atlan- 
tique, fosse de Moseley, fosse de Nares und fosse de Suhm. Gegen die 
Einführung: oder, richtiger, Wiedereinführung der drei letztgenannten Namen 
seien hier die nachdrücklichsten Bedenken erhoben. Fosse de Moseley deckt 
sich mit dem Kapverden-Becken; fosse de Nares ist im südlichen, fosse de Suhm 
im nördlichen. Teil des nordamerikanischen Beckens zu suchen, Soll denn wirk- 
lich wieder die unwissenschaftliche, jede allgemeine Verständigung erschwerende 
Benutzung von Personennamen Platz greifen? Die Benutzung von geographischen 
Namen macht doch sofort die ungelähre Lage der betreffenden Gegend kennt- 
lich! Fürst A. von Monaco hat 8, Zt, ausdrücklich die von einer internatio- 
1) Vgl. bierzu Ann, d, Hydr. 1906, S, 231. — 2) Ebenda, 1931, S, 150 ff, = % „Geographie 
des Indischen und Stillen Ozeans“, Taf IV. Hamburg 1935, “
	        
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