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Full text: 64, 1936

0 Annalen der Hydrographie und Marktimer: Meteorologie, Februar 1936. 
an. sich normalerweise größer als anı Land; hinzu kommt, daß durch die Fahrt 
des Schiffes allein ein relativer Wind. von z. B, 4 mps bei 8 Sm/Std Fahrt. oder 
von. 8 mps bei 15 Sm/Std. Fahrt erzeugt wird, Das bedeutet aber, daB bei den 
Messungen an Bord fahrender Schiffe es in der überwiegenden Zahl der Fälle 
genügen wird, das Thermometer nur einfach in den Wind zu halten, ohne 
zu schleudern, Das Schleudern dient nur zur künstlichen Erzeugung der Venti- 
Iation für den Fall, daß die natürliche Ventälation nicht ausreicht, Es dürfte 
sich in der Praxis zeigen, daß das Schleudern. an Bord mur in denjenigen Fällen 
überhaupt notwendig ist, in denen die Stärke des scheinbaren (relativen) Windes 
ınter dem Wert von etwa 3 Beaufort bleibt. In allen anderen Fällen wird es 
genügen, das Thermometer etwa. 3 Minuten in. den Wind zu halten, Hierbei 
muß das Thermometer 1uvwärts rom. Beobachter so gehalten werden, daß der 
Wind in das horizontale Schutzrohr das Hg-Gefäßes hineinbläst, auch während 
ler Ablesungen. 
Die Seewarte hat zunächst versuchsweise: eine Reihe von Schiffen mit dem 
Schleuderthermometer ausgerüstet. Wenn es sich in der Praxis bewährt, soll es 
möglichst allgemein. für den. Bordgebrauch eingeführt werden, 
Gesetzmäßige Verfälschung 
yon Zeitbestimmungen bei bestimmten Wetterlagen. 
Yon IL, ©, Freiesleben. und E. Lange, 
Zusammenfassung: Es wird nachgewiesen, daß der Neabau der Deutschen Seewarte 1935 an 
warmen Bomunerabenden Seitenrefraktionen verursachte, die die am Duürchgangsinstrüment der See- 
warte astronomisch bestimmten Uhrstände: um einige Tausendstel der Zeitsekunde vergrößerten, 
Die Frage der Einwirkung unregelmäBiger Strahlenbrechung auf astro- 
nomische. Beobachtungen spielt vor allem bei der Messung von Gestirnshöhen 
sine Rolle, Trotzdem kann eine besondere Verteilung der Luftschiehten auch 
zu. Seitenrefraktionen. Anlaß sein, die andersgeartete Beobachtungen. verfälschen. 
Man mißt sogar im allgemeinen solchen Einflüssen ziemliche Bedeutung bei, und 
ist z. B, gern bereit, abweichende Werte einzelner Zeitbestimmungen aus Meridian- 
beobachtungen als durch die Wetterlage und die damit verbundenen Störungen 
der Luftschichtung verursacht anzusehen. | 
Die Verwendung von Quarzuhren ermöglicht es, die Zeitbestihmungen der 
Deutschen Seewarte auf ihre Fehler hin zu untersuchen. Da nun erfahrungs- 
gemäß vor allem Unregelmäßbigkeiten der Luftschichtung in den untersten, dem 
Beobachtungsgerät nächstgelegenen Luftschichten auf die Beobachtung Einfluß 
haben (z.B. Saalrefraktion), lag der Gedanke nahe, solche Fehler die durch 
die engste Umgebung‘ des Instruments bei gewissen Weiterlagen bedingt seir 
können, aufzudecken, 
Der Neubau der Deutschen Seewarte ist ziemlich nahe der Meridianlinie des 
Durchgangsinstrumentes aufgeführt worden, Es ist deshalb zu befürchten, daß 
Rückstrahlungen. von diesem Gebäude eine unregelmäßige Temperaturverteilung 
zur Folge haben werden, die zu gesetzmäßigen Fehlern der Zeitbestimmungen 
Anlaß werden können. Eine solche lokale Veränderung der atmosphärischen 
Sehichtung durch Bauliehkeiten ist den Verf. von der Sternwarte Leipzig bekannt, 
Hier ist die Breite der Sternwarte auf einem Pfeiler nördlich des Janggestreckten 
östwestlich verlaufenden. Gebäudes. mit dem Zenitteleskop zu 51° 20° 6.2” be 
stimmt worden?), während Beobachtungen mit einem großen Universalinstrument 
auf einem südlich gelegenen Pfeiler 51° 20’ 5,9”%) ergaben. Beide Werte sind 
aatürlich auf die Mitte der Sternwarte bezogen. Es ist anzunehmen, daß das 
verschiedene Verhalten des Luftkörpers nördlich und südlich des Gebäudes die 
Ursache des Unterschiedes ist, 
4y F. Mühlig, Die Polhöhe der Leipziger Stermwarte, Ber. d. math, phys. Klasse ad. Sächs, Akad, 
zu Keipzig; Bd, 76 (1924), — er Hayn, Die Polhöhe der Leipziger Sternwarte, Ber, d, math, 
phys. Klasse d, Sächs, Akad, zu Leipzig 11893%
	        
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