Groissmayr, F, B.: Säkulare Klimaschwankungen und deren erfolgreiche Avwendung usw. 57
Sehostakowitseh: „Verhandlungen .. .F, 8,12. — 18. Baesö Nändor: „Ungewöhnliche Wärme
und Trockenheit des heurigen Frühjahrs in Ungarmm“ in „Az Idöjäräs“, 1034, März - Aprilbeft,
S 62. — 19, Mitteleuropäischer Witterungsbericht: April 1934, — 20, Observatoire de Zikaweli: „Revue
Mensuelles“, Juin-Aoüt 1934, — 21, F. B, Groissmayr: „Der“ Eınfluß vorausgehender Weltwetter-
störungen auf Überschwemmungen und Dürren im Tale des Yangtsekiang“ (Ann, d. Hyd, Oktober
1934, 5. 415). — 22. „Rerue Mensuelle“ (ad 20), Juillet 1934. — 23. Monthly Weather Review,
May— August 1934, — 24. FB. Groissmayr: „Trockene und regnerische Sommer im Herzen der
Union“, 1933, S. 111. Ans, d, Hydr. — 25. Stefan Kalten brunner (Defant: „Wetter und
Wettervorhersage“, 1918, &. 197/98), gibt Erklärung dieser Methode, —
Schleuderthermometer für Bordgebrauch,
Von E, Kahlbrodt, Hamburg, Deutsche Scewarte,
Der Unterschied zwischen der Luft- und Wassertemperatur auf dem Meere
beträgt vielfach nur einige Zehntel Grade, vor allem in den niederen Breiten,
Zur Bestimmung charakteristischer Luftmassen, ihrer Herkunft und Umwandlung
ist die Kenntnis der Temperatur beider Medien auf 0.1° C notwendig und wird
dementsprechend vom Wetterdienst gefordert: der Schiffswetterschlüssel enthält
die Zahl tg (Differenz Luft- — Wassertemperatur) wegen ihrer meteorologischen
Bedeutung, deren Bestimmung die Messung der Temperatur von Luft und Wasser
auf 0.1° genau verlangt. Der tägliche Gang sowohl der Wasser- als auch der
Lufttemperatur beträgt auf dem Ozean nur wenige Zehntel Grad, Der jährliche
Gang ist in der Breite des (meteorologischen) Äquators aucli nur von dieser
geringen Größenordnung. Für das wichtige Problem des Wärmeaustausches
zwischen der Oberfläche des Meeres und der darüber liegenden Luft ist es not-
wendig, die Genauigkeit der Temperaturmessung ‚auf See von möglichst 0.1” zu
haben (wie ja auch an Land). Bei der Bestimmung der Temperatur des Ober-
flächenwassers wird diese Genauigkeit wohl meistens nahezu erreicht; wie ist
es aber bei der Messung der Lufttemperatur auf See?
Das Schiff (heute überwiegend Dampfer) ist durch seine Eigenwärme ein
störender Körper im Temperaturfeld. Es kann deshalb kein Zweifel sein, daß
die von den Dampfern eingebrachten Lufttemperaturen nicht selten durch Schiffs-
einfluß verfälscht sind, Dies gilt besonders von den subtropischen und tropischen
Meeresgebieten, in denen starke Bestrahlung bei relativ geringer Ventilation das
Schiff mit seiner großen Masse besonders anheizt, in denen andererseits es aber
gerade auf die Erfassung von nur wenigen Zehnteln Graden vor allem ankommt,
Es harrt die Frage der Untersuchung, inwieweit die in den Atlanten nieder-
gelegten Mittelwerte der Lufttemperatur über den Meeren durch nicht ausreichend
genaue Messungen verfälscht und inwieweit die abgeleiteten Karten über die
Differenzen. Luit- — Wassertemperatur reell sind (besonders bei denjenigen Meeres-
gebieten, für welche die Zahl der Beobachtungsfälle nicht genügend groß ist).
Die Seewarte hat in letzter Zeit zu dieser Frage ein reiches Vergleichsmaterial
gesammelt, gestützt auf Messungen mit Assmannschen Aspirations-Psychrometern,
deren Verarbeitung im Gange ist.
In früheren Zeiten zeschah die Messung‘ der Lufttemperatur an Bord an
einem einfachen, oft ungeschützten Thermometer an der Wand des Karten- oder
Ruderhauses auf der Brücke (bei den Segelschiffen waren die hierbei auftretenden
Fehler wohl im allgemeinen nicht so groß, weil bei geringerer Eigenwärme des
Schiffs die Thermometer im allgemeinen besser ventiliert und vielfach beschattet
waren), Heute sind die Schiffe mehr und mehr mit Thermometerhütten aus-
gerüstet, (ähnlich den. an Land gebräuchlichen Jalousiehütten, jedoch im Ausmaß
kleiner). Durch. Verwendung dieser Hütten werden die durch Verstrahlung und
Benässung bedingten Fehler verringert (wie an Land); jedoch können die Be-
stimmungen. der Temperatur von dem viel wesentlicheren Fehler des Schiffs-
einflusses nur dann freigemacht werden, wenn die Hütten unbeeinflußt bleiben
von der „Schiffsiuft“ d.h. wenn sie so frei aufgestellt werden, daß die frische,
vom Schiff noch unverfälschte Außenluft mit genügender Stärke an die Hütten
herankommt und die Thermometer ventiliert, Ein guter Platz für die Auf-