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Full text: 64, 1936

Seilkopf, H.: Mittelräumige atmosphärische Strömungstypen. 
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Gestalt des Hindernisses die Ausbildung eines Stauraumes mit stark verzögerter 
Flüssigkeit vor dem Hindernis, so kann sich dort ein meist stationärer Luv- 
wirbel entwickeln. Diese aus der Grenzschichttheorie abgeleiteten Strömungs- 
vrorgänge sind durch hervorragende, im Wasser-, Schlepp- und im Windkanal 
gewonnene Einzel- und Filmaufnahmen von Prandtl anschaulich belegt worden. 
Die Grenzschieht der Luft ist, der geringen Zähiglreit der Luft entsprechend, 
etwas ganz anderes als unsere bodennahe Schicht stark gebremsten Strömungs- 
materials. Denn während diese — zunächst nach dem Geschwindigkeitsprofil 
beurteilt — eine Mächtigkeit von einigen Metern bis einigen Dekametern hat, 
beträgt die Dicke der Grenzschicht der Luft der Größenordnung nach 10-—* bis 
0-— m. Es verhält sich hierbei ähnlich wie mit der Reibung der Luftz die 
rirtuelle Reibung ist 1000- bis 1000000 mal größer als die innere. Für die 
gebremste Bodenströmung könnte der Ausdruck virtuelle Grenzschicht oder 
meteorologische Grenzschicht gebraucht werden. 
Die vertikale Windverteilung über dem Erdboden haben L. Prandtl und 
W, Tollmien“) mach den Gesetzen der Geschwindigkeitsverteilung und des 
Widerstandes bei furbulenter Strömung unter Berücksichtigung‘ der Änderung 
der Reibungsverhältnisse mit der Höhe abgeleitet. Die gefundene vertikale 
Geschwindigkeitsverteilung‘: deckt sich in den unteren Luftschichten recht gut 
mit den Beobachtungsergebnissen, jedoch ist der 
Ablenkungswinkel für die Erdoberfläche zu groß 
(775°. N . 
( Eine gute Übereinstimmung mit den. Beobach- 
tangsergebnissen. findet. W, Ekman*) bei der An- SB 
nahme, daß die Reibungsspirale durch eine Kurve LEN 
ersetzt wird [Abb. 2], die aus einem unieren ge« 0“——— 
raden Stück OA nd einer logarithmischen Spirale Abb. 2. 
über AB besteht, Innerhalb der untersten Schieht © 
wächst die Windgeschwindigkeit vom Wert 0 am. Erdboden bis zum Werte 0A == un 
ohne daß die Richtung sich ändert, Für die unterste Schicht nimmt Ekman 
einen. konstanten Austauschkoeffizienten u, für die darüberfließende Luft den 
Austauschkoeffizienten x an, Aus der Reibungsschicht der Luft, deren Dicke 
(Reibungshöhe) | Va 
Drag | Zus 
8 OS 
ist, wird eine unterste Luftschicht abgetrennt, über die die Luft gleitend hinweg- 
strömt, Für die unterste Luftschicht an der Erdoberfläche führt Ekman die 
Bezeichnung‘ „skin-Jayer“ (Hautschicht) ein, wofür H. Thoörade®) in seinem 
Referat „Grenzschicht“ seizt, Das untere „gerade“ Stück OA ist nicht völlig 
gerade, sondern kann durch ein Stück einer logarithmischen Spirale unmerk- 
licher Krümmung ersetzt werden, Nach Ekman ist es ausreichend anzu- 
nehmen, daß dieses Stück einem Stück von der Dicke d==0.1 Dy entspricht, wenn 
D, die zu dem. Austauschkoeffizienten. 4 gehörende Reibungshöhe ist: 
. 2 2 DB 
$ bezeichnet dann die Dicke der Grenzschicht, An ihrer Oberfläche herrscht 
ein tangentialer Zug Te woraus folgt: 
. dein | 8 DE 
TS und. De 
Die über die Grenzschicht hinwegströmende Luft übt nach Ekman den 
tangentialen Zug aus TA worin v% die Vektordifferenz zwischen dem 
Gradientwind G und dem Wind ©, an der Oberfläche der Grenzschicht ist. Setzt 
aM A de DA | Zi De 5  mD, N 
man beide Ausdrücke für T gleich und. ersetzt , = m, so wird Dr Dal 8 und 
3) 1L.Prandtln, W Tollmien, Zisch, £ Geophysik 1924/25, 5.34 — 4 V.W.Ekman, Men, 
ER. Met. Soc. 1928, 8. 161, — ®) H. Thorade, A, HE, 1929, 8, 113, 
Zweites KännencFIet£ der Ann. d. IDeAe. ua. 1026. 
8
	        
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