Rönier, E,: Örtlieh-periodisch auftretende. Kabbelungen usw.
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geführt, außerdem die wichtigen Beobachtungselermente hinzugenommen und
zahlenmäßig zusammengefaßt, weil die Wiedergabe der Einzelbeobachtungen zu
weitläufig schien. .
Es folgt num eine kurze, vorläufige Besprechung der verschiedenen Be-
obachtungselemente.
Die Richtungen der Kabbelungen. Sie erstrecken sich in fünf Fällen in Nord-
Süd, in sechs Fällen in NO-SW, zweimal in NNO-SSW, zweimal in 0S0O-WNW,
einmal in SO-NW und einmal in Ost-West, Schlägt mnan die Richtung Nord-Süd
zum 1. bzw. 3. Kreisviertel, so entfallen 13 Kabbelungen auf diese Kreisviertel
gegen vier auf andere,
Die Wassertemperaturen., Sie sind an der Oberfläche vor und. nach dem
Durchstoßen der Kabbelung gemessen worden; die dazu gehörigen Örter der
Messungen sind in den Berichten nicht besonders angegeben. Da auch der Kurs
der Schiffe nur hin und wieder genannt worden ist, so bleibt zum Aufsuchen
äer Temperaturörter der Beobachtungsort der Kabbelungen. Im ganzen sind
die Temperaturen nach dem Durchgang der Kabbelung in sechs Fällen gestiegen,
in neun Fällen gesunken.
Die zutage getretenen Temperatursprünge schienen die eigentümlichen
hydrographischen Verhältnisse dieser Küstengegend sö scharf zu kennzeichnen,
daß ich die markantesten in Tabelle 2 wiedergebe. Wo der Kurs bzw. der
Reiseweg des Schiffes mit angegeben war, sind die Vorgänge im Wasser klar
erkennbar. . .
Tabelle 2, Temperatursprünge im Oberflächenwasser der Nordgruppe,
Ex
Lfd,
Nr,
der
Beoh.
3
I
fi
Monat
Beobachtungsort
Wassertemperaturen
vor | nach
Passteren d. Kabbelung)
Richtung
der
Kabbelung:
| Kurs
| des Schiffes
Febrüat, +. 4.
FebIUaTr. «a
Fohruar. + a
FebrüaT a x a
MEPZ kam
März Ka
September...
Dezember A
Mittel... '
ij Wasser westlich der Kabbelung schlichter und viel heller als östlich. davon,
% Diese Messungen wurden je 6 Minuten vor und nach Durchgang der Erscheinung angestellt.
;) Wasserfarbe ändert sich von dunkelblau auf mattgrün,
Die Winde. Windrichtungen und -stärken sind zehnmal angegeben. In
einem Falle Nordwind von Stärke 5 bis 6, der während der Beobachtung der
Kabbelung abflaute, Im übrigen handelte es sich durchweg um schwache und
jeichte Winde aus verschiedenen Richtungen.
Verhalten der Schiffe. Es war vom seemännischen Standpunkt aus besonders
interessant und Hat nicht zuletzt zu vorliegenden Betrachtungen angeregt. In
elf Fällen. wurden die beobachtenden Schiffe in der Kabbelung zum Ausscheren
gebracht, d. h, aus ihrer Kursrichtung gedrängt, und zwar in einem Ausmaß von
rund 3 bis 23°. Im letzteren Falle nach Backbord, nach Osten, obwohl man die
plötzliche Drehung des Schiffes mit hart Steuerbord-Ruder aufzufangen ver-
suchte. Eine andere Beobachtung berichtet, daß die Kabbelung eine plötzliche
Krängung — ein Sichüberneigen des Schiffes — von 10° verursachte; dabei
schor das Schiff um 9° aus, Das sind bei Schiffen mittlerer Größe immerhin
beachtliche mechanische Auswirkungen, zumal Seegang nicht irgendwie beteiligt
gewesen zu sein scheint. In den Beobachtungen ist er entweder nicht erwähnt
Oder einmal ausdrücklich dort als „ruhig“ bezeichnet, wo das Schiff scharf aus-
x
4.39
‚5,09
14.4°
14.46
14,6%
14,6%
15.19
15,29
“
4 FON
|
+
05.60
95,89
96.29
06.19
96.49
35.19
36,6%
35,90
16.69
38 00
20,69
26.79
27,20
27.8°
26.762)
22.00
20.08
2225
20.06
NO—SW
NS
NNO—SSW
NO—SW
NOSW