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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

Köppen, W.: Schwaukungen des Kaspischen Meeres, 
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In der folgenden Zeichnung‘ habe ich die graphischen Darstellungen von 
Wosnessenskij] (Zackenlinie), Rosen. (gestrichelt) und Berg (Kurve) für die 
letzten 2%/, Jahrhunderte vereinigt. Als Nullinie dient der Wasserstand von 1925, 
der der niedrigste seit 1830, ja sogar seit 1730 war. 
Wie man sicht, setzt Berg die Höhe des Wasserstandes über dieser Null- 
linie vor dem Jahre 1825 nur etwa halb so hoch an, wie Wosnessenskij, 
stimmt aber mit Rosen, soweit dessen wenige Punkte reichen, überein, Das 
außerordentliche Ansteigen des Wasserspiegels von 1730 bis 40 ist mehrseitig be- 
legt, besonders durch Tiefenmessungen, wenn auch die alten Leute, welche gegen- 
über Pallas ein Ansteigen um . 
sechs russische (sieben englische) 
Faden behaupteten, kraß über- 
trieben haben. Über das anhal- 
tende Sinken seit 1810 — oder 
schon seit 1805 — bis etwa 1824 
oder 1832 kann. ebenfalls kein 
Zweifel sein, so seltsam beide AA 
Erscheinungen sind. Die Worte © PA 
Brückners auf $.70 seiner Schrift 00 WED W40 60 1780 1800 1820 1800 1850 1880 1900 1820 
von 1890 bestehen also auch jetzt zw Recht: „Auf das Minimum im Anfang des 
vorigen (18.} Jahrhunderts folgt eine Periode hohen Wasserstandes bis zum An- 
fang des laufenden (19.) Jahrhunderts; sie wird abgelöst durch eine Periode nied- 
rigen Wasserstandes, die heute noch nicht abgeschlossen ist; denn noch steht 
der Spiegel des Meeres weit unter dem Niveau von 1809—14.“ Und auch das 
Ausmaß dieser Änderungen wird von Berg nicht anders geschätzt wie von 
Brückner, nämlich auf rund drei Meter. 
Die Merkwürdigkeit dieser Erscheinung tritt hervor, wenn wir die Zeit- 
räume beachten, um die es sich. hier handelt. Nicht die etwa 35jährige Klima- 
schwankung, die Brückner auch hier wohl mit Unrecht finden wollte, wäre 
das Seltsame, sondern der Umstand, daß das Meer 80 Jahre lang einen um 
1!/, m höheren mittleren Wasserstand gehabt hat, als es in den vorhergehenden 
30 und den nachfolgenden 100 Jahren jemals erreicht hat, in denen sein mitt- 
lerer Stand nur um 1*/, m geschwankt hat; mit andern Worten, daß der mittlere 
Stand jener 80 Jahre von dem des Jahres 1925 um das Doppelte des höchsten 
Standes seit 1830 abwich, | | 
Es ist dies das einzige sicher belegte Beispiel einer Klimaschwankung von 
so langer Dauer — wenn es, wie Kaminskij und Berg, anscheinend mit gutem 
Recht — glauben, eine Klimaschwankung war, und zwar in der Hauptsache eine 
Schwankung in der Niederschlagsmenge des Einzugsgebiets des Kaspischen 
Meeres, vor allem der winterlichen, Beide behaupten jetzt ausdrücklich, daß die 
Schwankungen des Wasserstandes auf dem ganzen Kaspischen Meere gleichzeitig 
erfolgen, und daß die Annahme, sie seien von. tektonischen Erdbewegungen be- 
einflußt, keine Berechtigung habe, So sind denn diese Schwankungen eine für 
die Meteorologie sehr wichtige Frage. 
Säkulare Klimaschwankungen und deren erfolgreiche Anwendung 
zur Vorhersage der Dürre- und Hitzeperiode 1933 ‚bis 1934. 
Von F, B. Groissmayr, Passau 
1. In einer „Essai de prevision sur la date du prochain Ct6 trös chaud“ 
betitelten Beilage zu Nr, 16 des „Bulletin de l’Obserryatoire de Talence“ (Gironde) 
yom 16, Oktober 1931 gibt der Sonnenfleckenforscher Henri Memery folgende, 
im wesentlichen für Frankreich bestimmte Vorhersagen der nächsten Sommer: 
1932 weniger schlecht wie 1930 und 19351; 1983 oder mit noch größerer Wahr- 
scheinlichkeit 1934 als Zeitpunkt des nächsten sehr heißen Sommers. Diese 
— Wie wir nun wissen — hervorragend eingetroffenen Langfristprognosen
	        
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