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Zweites Köppen-Heft der Annalen der EXydrographie usw. 1936.
Das Tropiktief wird durch den Druckanstieg, wie erwähnt, fast allseitig ein-
yeengt und aufgefüllt, während das Druckfallgebiet rasch nach Nordosten ent-
weicht, Es läßt sich demnach, cobwohl paradox. klingend, sagen, daß der zu
heftige südwestliche Höhenwind nordöstlich dier tropischen Zyklone im Gebiet
der Frontalzone ihre Wanderung nach Nordost verhindert. Der Wirbel entläßt
gewissermaßen. nur eine wellenartige Störung, deren nedgebildetes Drucksteig-
gebiet ihn geschwächt zurückläßt, Die Wellenstörung selbst wandert mit 85 kmh
am ersten, mit 100 km/h am zweiten Tag genau in Richtung der Frontal-
zone auf Südbritannien. zu {später mit 90 km/h über Südschweden nach Süd-
rußland; sie führt vom 6. Oktober ab einen neugebildeten Wirbel mit sich).
Betrachtet man. die in Abb, 4 eingezeichneten zwei Fronten. vom 3, Oktober,
zo scheint es, als ob sich aus der Massenverteilung (warm, mittelwarm, kalt)
wieder ein „Dreimasseneck“ in bezug auf das Tropiktief ergäbe, Aber dies ist
nicht oder nur ganz vorübergehend der Fall, Wie nämlich das — dem 3. Oktober
sehr ähnliche — Strömungsbild vom 4. Oktober zeigt, bewegen sich die beiden
Fronten in ihrer ganzen. ozeanischen. Erstreckung gegeneinander;
Die diffuse Front im Azorenhoch und weiter westlich ist nordläulig geworden;
die neue westliche Kaltfront verlagert sich nach Ost bis Südost,
So resultiert eine lange Frontalzone, die sich zwar (£. 6.) In einem Abschnitt
besonders verschärfen, aber hier doch nur ein „Internes“ Delta vor sich ent-
wickeln. kann. Denn die Frontal-
zone setzt sich. ja, bei der be-
stehenden Westwindströmung in-
nerhalb der nordatlantisehen Po-
(arluft, weiter gegen Westeuropa
und den 50, Parallelkreis dort.
‘Die in der nordatlantischen
Frontalzone Tropikluft — Polar-
luft. enthaltene Energie kommt
in ersten Oktoberabschnitt we
zsenflich zu Entfaltung und Ver-
brauch in den tiefen Zyklonen,
die über Britannien hinweg nach
Rußland wandern.)
Die Höhenströmung ist also
über der ganzen Frontalzone
ron Südbritannien bis östlich
Bermuda — am 4. Oktober und
weiterhin —=. stürmisch. ent-
wickelt, Die an ihr entlang
wandernde Störung ist vom Typus jener wellenartigen Störungen, die oft nach
Umfang und Stärke stabile Schnellänfer sind.
€) Die plötzliche Entwicklung des Tiefs zur suhtropischen Sturmzyklone, Wir
wenden. uns nun dem bemerkenswertesten Abschnitt in der Lebensgeschichte
dieses Tiefs zu, der seine Entwicklung zum ausgedehnten Sturmtief bringt.
Betrachten wir zunächst die Abb. 6, welche die Wetterlage vom 7. Oktober
darstellt! Im Gefolge der eben geschilderten Druckwelle — sie wandert am
7. Oktober über die südliche Ostsee — ist die In Abb, 4 enthaltene Kaltiront
südostwärts vorgedrungen und hat die Azoren überschritten, wo mit dem Polar-
lufteinbruch ‚Abkühlung von 21 bis 22° auf 17 bis 18° erfolgte.
Durch das verstärkte Steiggebiet der Druckwelle ist der Luftdruck süd-
westlich Irland bis zu 15 mm seit dem. 6. Oktober angestiegen, und das am
4. Oktober bei Neuschottland. gelegene Hoch ist zur Verlagerung nach dem See-
bereich westlich der Azoren gebracht worden.
An der ostatlantischen Frontalzone hat sich südlich der Azoren eine neue,
schwache Störung entwickelt, die in der Wetterkarte vom 7, westlich Spanien
zu erkennen ist. Sie wandert in Richtung auf Südengland, und hinter ibr stößt
die Polarluft abermals weiter in die Marokkanische Meecresregion vor.