accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

18 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1936, 
in den. Jahren 1830 bis 1931 war 326 em über Null, also. 25,57 m unter dem des 
Schwarzen; die Schwankungen in diesen 100 Jahren betrugen nur 124 om. 
1830 345 
881 a 
832 336 
1833 
1834 __ 
RB = 
“6 = 
237 860 
8 
39 
240 
1841 
1842 
184% 
1844 
(845 
1846 
374 1598 15 321 
SO. 18990 1916 330 
367 1900 1917 338 
351 1901 1918 322 
338 1902 1919 828 
380 1908 1920 306 
248 1904 1921 291 
124. 1905 4 1922 280 
14 1906 4) 1023 °74 
> 1907 033 1924 75 
AB 1908 5 1925. 263 
338 1909 3%9 (926 272 
335 1910 321 1927 291 
382 1911 298 1928 309 
342 1912 207 1999 327 
863 1913 290 1930 35 
360 1914 301 1931 308 
Berg schließt sich jetzt vollständig der von A. Kaminskij namentlich 1929 
dargelegten Auffassung an, daß die Wasserstände des Kaspischen Meeres von 
klimatischen Ursachen, vor allem von der wechselnden Wasserführung der Wolga, 
abhängen und bei Baku, Krasnowodsk und der Wolgamündung übereinstimmend 
schwanken. Nur bei einigen Inseln zwischen Baku und der Kurä-Mündung gibt 
er Bodenbewegungen in den letzten 2 bis 300 Jahren zu. 
Die Älteren Angaben über Wasserstände des Kaspischen Meeres aus dem 
10. bis 18. Jahrhundert schätzt Berg durchweg um 2 bis 6 m niedriger, als 
Wosnessenskij sie 1926 schätzte. Prof. Bergs graphischer Darstellung der 
nach seiner Ansicht brauchbaren Angaben seit 1556 ist die Kurve in der Zeichnung 
auf der folgenden Seite entnommen. 
Hiernach müßte also in den Jahren von ungefähr 1740 bis 1814 im Jahres- 
durchschnitt entweder die Wolga viel mehr Wasser dem Meere zugeführt oder 
das Kaspische Meer so viel weniger verdunstet haben, als in den Jahren vorher 
and den 115 Jahren seitdem — oder beides der Fall gewesen sein — ein sehr 
merkwürdiges Ergebnis, das mit keiner andern. bekannten Tatsache aus der Witte- 
rungsgeschichte sich verknüpfen läßt. 
Auf die eingehende Kritik der älteren Nachrichten und ihrer Deutungen, die 
Prof, Berg mit Karten und Plänen unterstützt, können wir hier nicht eingehen, 
Eine interessante neue Karte aus dem Jahre 1925 auf S. 27 seiner Schrift zeigt 
vor der Wolgamündung zwei über 6m tiefe Rinnen, die offenbar durch Erosion 
der Wolga bei sehr niedrigem Stande des Kaspi entstanden sind und das alte 
Delta der Wolga darstellen. Berg erklärt sie (S. 57) für vorhistorisch und wir 
können auch mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ihre Entstehungszeit bestimmen: 
es wird die Zeit des kontinentalen Klimas mit heißen Sommern vor 10000 Jahren 
gewesen sein, wo die Deklination der Erdachse um */, Grad größer war als jetzt 
und die Verdunstung auf dem Kaspischen. Meere und im Wolgabecken ent- 
sprechend größer war, Die russischen Bodenkundner und Botaniker haben seit 
50 Jahren. zahlreiche Fälle aus dem Europäischen und Asiatischen Rußland nach- 
gewiesen, wo der Boden, der sich nur langsam anpaßt, einem trockeneren und 
wärmeren Klima entspricht, als die darauf wachsende Pflanzenwelt, auch. dort, 
wo der Untergrund aus der Eiszeit stammt, 
In den Heften VX bis VIII (1926 bis 1929) der Nachrichten des Zentralbüros 
für Hydrographie der USSS sind (in russ. Spr.) mehrere größere Arbeiten über 
die Schwankungen des Kaspischen Meeres erschienen, insbesondere: 
A, Wosnessenskij: Neues über die Schwankungen des Wasserstandes im 
Kasp. M. (Heft YI, S. 307 bis 359). 
M, Rosen: Beitrag zur Kenntnis der Schwank, d. Wasserst. im nördlichen 
Teil des Kasp. M. (Heft VILL, S. 165 bis 176), 
A, Kaminskij: Über die Ursachen der Niveauschwank, des Kasp, Meeres 
(Heft VIIL SS. 177 bis 194). 
De
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.