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Zweites Köppen-Heft der Annalen der Hydrographie usw, 1056.
Dabei sind die Temperaturdifferenzen ix Intervalle von je 3° zusammengefaßt.
In der letzten Zeile ist die mittlere Temperaturdifferenz Schneekoppe— Breslau
(Baden) angegeben, Die vorletzte Spalte gibt den mittleren Temperaturgradienten
an, die letzte Spalte die mittlere Temperaturdifferenz Schneekoppe—Breslau
(1600 m Höhe}, .
Die Tabelle zeigt, wenn. auch nur schwach. angedeutet, daß bei einer großen
Temperaturdifferenz Schneckoppe—Breslau (Boden) ein kleinerer vertikaler Tem-
peraturgradient einzusetzen ist als bei geringer Differenz. Dies hängt wohl da-
mit zusammen, daß bei großer Temperaturdifferenz die Schneekoppentemperatur
wesentlich niedriger liegt als die Temperatur der freien Atmosphäre in gleicher
Höhe, Das zeigt auch die letzte Spalte der Tabelle 6. Man ist also, nach den
Ergebnissen dieser Auszählung, nicht berechtigt, von einem großen Gradienten
zwischen Breslau (Boden) und Schneekoppe auf einen großen Gradienten in der
Schicht 1000 bis 500 mb zu schließen. ;
3. Auszählung des vertikalen Temperaturgradienten bei den. verschiedenen.
Windstärken und. Windrichtungen ergaben keine Anhaltspunkte für den. ein-
zusetzenden Gradienten,
4, Zuletzt seien noch die Ergebnisse der Auszählung der Gradienten bei
verschiedenem Wetterzustand auf der ee N „I DRS zu
ES ee Ta deN vorhergehenden Tabellen sind hier
Tabelle 7. Mittlere vertikale Temperatargradichfen „; 14 Hänfigkeiten sondern Mittelwerte
auf der Schneeköppe (1935). angegeben. eb
- I an a , Schnee] A & zeigt sich hier, wenn auch eben-
Trocken?) | Bd | Nebel, Boxen, Solar 1 falls nur schwach angedeutet, daß bei
a — — Nebel die Gradienten geringer sind als
D468 0376 ] O.8go | O48°00m | oel sichtigem, trockenem Wetter,
(0.49) (0.46) 47) | (0.52) | Dies dürfte darauf zurückzuführen sein,
aa” Un ET aß fi Nejel die Temperatur immer
7 in () sim. die Gradienten 0.0° bis 3 x a %
ERS bie N En berücksichtigt, Was niedriger liegt. Bei Nieder-
schlag, der auf der Schneekoppe fast
ausschließlich von Nebel. begleitet ist, findet sich ein größerer Gradient, was
damit zusammenhängen dürfte, daß im Mittel bei Niederschlägen ein größerer
vertikaler Temperaturgradient herrscht als bei niederschlagsfreiem Weiter.
Die vorstehenden, für die Schneekoppe geltenden Ausführungen dürften
auch für die übrigen. Bergstationen: Jungfraujoch, Sonnblick, Mus Allah, Izana,
Fanaräken und Gausta gelten. Öbwohl die Untersuchung für die Schneekoppe
Äurchyeführt wurde — wegen der großen Genauigkeit der Höhenkarten in
liesem Gebiet —, ist davon. Abstand. genommen. worden, die Tabelle zur Be-
stimmung der rel. Top. 500 bis 1000 mb nach der Schneekoppentemperatur zu
veröffentlichen, da die Höhenlage der Schneekoppe zu gering ist. Für Gausta,
nur 200 m höher liegend, ist sie dagegen beigefügt, da Gausta als Kontroll-
station. für Fanaräken, der auch nur 2100 m hoch liegt, gelten kann.
Fassen wir vorhergehendes zusammen, so können wir folgende Leitsätze auf-
stellen, die zu beachten sind, wenn man die Temperaturbeobachtungen auf Berg-
orten, die unterhalb 2500 m HKegen, zur Berechnung der rel. Top. 500 bis 1000 mb
benutzen will.
Bei Wärmluft- und Kaltlufteinbrüchen wird meist eine Inversion ober-
halb des Beobachtungsortes liegen, Es ist damn größte Vorsicht geboten, und
es dürfte am besten sein, In einem solchen Falle die erhaltene rel. Top. beim
Zeichnen von Höhenwetterkarten nicht zu berücksichtigen,
Als Gradient ist einzusetzen: 0.4°/100 m bei trocknem, wenn auch nebligem
Wetter z. Z. der Beobachtung; 0,5° oder 0,6°/100 m, wenn Niederschlag fällt
(Yorsicht bei Warmfrontregen!) oder zu Schauer neigendes Wetter
herrscht, wobei der größere Gradient (0.6°/100 m) besonders im Sommerhalbjahr
einzusetzen ist, Bei Fanaräken und Gausta ist bel. einer Temperaturdifferenz
zwischen Berg- und Basisstation, die einem vertikalen Temperaturgradienten. von
SO FE „trocken“ entspricht ww = 00, 01, 02%, 08, 06 des Kopenhagener Wetterschlüssele
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