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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

Kuhlbrodt, E.: Vergleich geschätzter Windstärken mit gemessenen. Windgeschwindigkeiten usw. 91. 
Pr£. I, III und V wurden von West nach Ost gefahren mit dem vorherrschenden 
Westwind, wobei also der Fahrtwind den wahren Wind verminderte; hieraus 
könnte ein. Einfluß abgeleitet 
werden dafür, daß in den höheren 
Breiten die Windstärken zu ge- 
ring‘ geschätzt wurden, wie dies 
unser Vergleich zeigt. Doch 
von. größerer Wirkung auf die 
Schätzung erwiesen sich die 
psychologischen Momente einer- 
seits der „Gewöhnung“ an ein 
charakteristisches Windsystem, 
anderseits der „Überschätzung“ 
bzw. „Unterschätzung“ bei Ände- 
rungen der Windgeschwindigkeit 
durch Fahrt in andere Wind- 
systeme. 
Wir hatten. die Meteor-Kur- 
ven getrennt gemittelt nach Prf, I 
bis YI und VII bis XIV zunächst 
au deshalb, weil bei Prf, VII 
bis XIY die Registrierung‘ des . 
Windes vVollwertig war nach Geschwindigkeit und Richtung, bei Prf, I bis VI 
aber für die Auswertung die Schätzungen der Windrichtung herangezogen 
a werden mußten, Fehler in Richtungs- 
Differenz der Äuuivatentwerte mps von See von HT ungen belinsen, aber Auch. Kohler 
EATOIEE MT SLARE VOTE SS, NT 6 bei der Auswertung der wahren Wind- 
denjenigen. der Internationalen Vereinbarung 1926. geschwindigkeit, wenn das Schiff in Fahrt 
ist. Eine Untersuchung hat gezeigt, daß 
ine solche Tendenz auch bei den 
Schätzungen auf dem Meteor besteht, 
Hat der wahre Wind eine große Ge- 
schwindigkeit relativ zur Schiffsfahrt, 
_6y 830 wird eine etwaige Verfälschung dureh 
Vo . . . . “  Richtungsschätzung zu sehr in den Fahrt- 
12, L08' 406/410 4-16 +15 wind unbedeutend sein, Abb. 3 zeigt 
402/109 410 4+15|- 19/187 den Einfluß, wenn bei einer (wahren) 
—02|-106|-+16 41514 18'4140 Windgeschwindigkeit, die nur wenig über 
>14 001412 4111414 +43 (oder gar unter) der Fahrtgeschwindig- 
} 1— 17 ‚FH17 L06 (402) +45 keit des Schiffes liegt, statt der wahren 
8 |—25 1-0 | +44 etwa. die scheinbare Richtung zum Kop- 
29 1—28| _ 467 2 * 26 peln genommen wird, BA = it = Fahrt- 
2—$ | 0.1 051 E11 A131 171433 wind, CA = U = gcheinbarer (an Bord 
aa | | | fühlbarer) Wind, OB == 4; == wahrer 
Wind, Statt X. CAB fehlerhaft Z. C’AB, In diesem Falle erhalte ich für die Ge- 
schwindigkeit des wahren Windes statt CB= v, jetzt 0/’B < CB, also zu kleine 
Werte in mps. Dies könnte erklären, warum bei der Mittel- 
kurve der Pırf, I bis YI in Abb. 1, bei welchen mit den 
Schätzungen. der Richtung gekoppelt werden. mußte, den 
Bfit-Werten 2 und darunter (Bft 2 eiwa gleich der Fahrt- 
geschwindigkeit des Schiffes) relatir geringe Werte in mps 
entsprechen; der auffallende Schnittpunkt der Linien bei 
dem Werte Bft 2 = etwa 4 mps wäre danach nicht reell. 
Kritik der Messung der Windgeschwindigkeit 
auf dem Meteor, Bei der Gegenüberstellung der Vergleichs- 
kurven vom Meteor mit denen. früherer Untersuchungen er- 
gab sich, daß in unserem Falle den geschätzten Bft-Graden 
Löhere Geschwindigkeiten in mps äquivalent sind (Kurven liegen weiter 
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