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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

Sverdrup, H.. U: Das maritime Verdunstungsproblemi 
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Die erste Annahme spielt keine wesentliche Rolle für das Ergebnis. Ob wir 
für die Beobachtungshöhe 6, 8 oder 10 m einführen, ist ziemlich belanglos. Die 
Annahme über das Rauhigkeitsmaß ist zum Teil begründet; mit größeren Werten 
würden wir aber kleinere Verdunstungshöhen erhalten und umgekehrt, Das 
Rauhigkeitsmaß muß aber mehr als verdoppelt oder halbiert werden, wenn der 
Einfluß erheblich werden soll, 
Um dies zu veranschaulichen, sind die folgenden Werte berechnet worden: 
Mit u = 600 emf/see, z=800em, zz=35cm und 4z=0.1cm ist F/4 8 = 1.20, 
u = 600 cm/se6, z= 00cm, zu= 35cm „ dAzs0lem ist F/4e== 1.24, 
u = 600 em/see, z=800em, zu= 700m „ 4z=0l1em ist F/4e = 134 
Die Annahme über die Grenzschichtdicke hat besonders bei höheren Wind- 
geschwindigkeiten die größte Bedeutung, wie aus unseren Zahlen und Kurven 
hervorgeht. Es sei hervor- 
gehoben, daß, wenn eine mit 
wachsender Windgeschwindig- 
keit abnehmende Dicke an- 
genommen wird, die Krüm- 
mung der Kurven in Abb, 1 
geringer wird. Dies ist viel 
jeicht richtig; aber zur Zeit 
johnt es sich noch kaum, 
Verbesserungen zu versuchen, 
Aus den obigen Zahlen- 
werten oder den Kurven in 
Abb. 1 ersieht man unmittel- 
bar, daß die Berechnung auf 
Verdunstungshöhen führt, die 
den beobachteten Werten nahe- 
kommen. Bei der Windge- 
schwindigkeit von 6 m/sec und 
einer Dampfdruckdifferenz von 
4 mm zwischen der Meeresober- 
Näche und der Luft, erhält man 
Verdunstungshöhen zwischen 
3.8 und 4.8 mm pro Tag und 
diese Werte sind ohne Zweifel 
der Größenordnung nach rich- 
tig. Um einen schärferen Ver- 
gleich durchführen zu können, 
Atlantischen Ozean berechnen, 
Abb. 1. VFerdunsiung bei einer Dampfdruckdifferenz von 1 mm 
zwischen der Meeresoberfläche und der Luft in 8m Höhe als 
Funktion. der Windgeschwindigkeit in 8 m, unter der Annahme, 
aß die Dicke der laminaren Grenzschicht 0.10 oder 0,15 em tal, 
werden wir die mittlere Verdunstung über dem 
3. Die mittlere Verdunstung des Atlantischen Ozeans, 
Die mittlere Verdunstung eines Meeresgebietes sollte durch Integration be- 
rechnet werden. Wenn wir trotzdem Mittelwerte der Windgeschwindigkeiten und 
Dampfdruckdifferenzen in (16) einführen. werden, müssen wir uns dessen bewußt 
sein, daß die Verdunstung nicht proportional der Windgeschwindigkeit zunimmt 
und daß die Dampfdruckdifferenz wahrscheinlich mit zunehmender Windgeschwin- 
digkeit abnimmt. Die Verdunstung ist deswegen relatiy kleiner bei größeren 
Windgeschwindigkeiten und die den mittleren Windgeschwindigkeiten ent- 
sprechenden Werte von F/4e müssen. reduziert werden, Der Betrag der Reduktion 
kann zur Zeit nur abgeschätzt werden, 
Wir stoßen ferner auf die Schwierigkeit, daß zuverlässige Mittelwerte der 
maßgebenden Größen nicht vorliegen und können deswegen nur das Gebiet 
zwischen 50° N und 55° S betrachten, In der umstehenden Tabelle sind die 
nötigen meteoroloögischen. Daten und die Ergebnisse der Berechnung zusammen- 
gestellt worden, . 
Ann, d, Hydr. usw. 1086, Heft 11.
	        
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