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Full text: 64, 1936

Neuere Veröffentlichungen, 
587 
der Niederschlagstätigkeit für die Fronten- und 
Zyklonenverlagerung, und man kann nur bedauern, 
daß z, B. die Vertiefung der Zyklone vom 22. April 
1927 und der damit gleichzeitig erfolgende. groß 
angelegte Vorstoß polarer Luft unter völliger Ver- 
tauschung von Ursache und Wirkung so erklärt 
wird, als wenn die an der skandinavischen Süd- 
küste ausgelösten und hauptsächlich durch Staa 
ferstärkten Niederschläge für die gesamte Energie- 
zunahme der Depression und. den schnellen Kin 
brach der mPK maßgebend wären und daß ähn- 
lich fragwürdige Ursachen auch bei den anderen 
Füllen als selbstverständlich vorausgesetzt werden. 
Wenn es bei der Entwicklung eines Tiefe wesentlich 
darauf ankäme, wie der Verfasser meint, „die mög- 
lichen Gebiete intensirsten Niederschlags genau 
abzuwäcen“ (S, 17), dann müßten I die 
Gebirge eine besondere Anziehungskraft auf die 
Zyklonen ausüben! 
Im letzten Kapitel gibt März einen Apparat 
an, der es gestaltet, den Schauereinsatz wesentlich 
genauer als mit den üblichen U zu 
bestimmen. „ Scherhagi 
werden die nach der harmonischen Analyse (mit 
3 Gliedern) berechneten Pentadenmittel der 
Temperatur von 16 Warten und die täglichen 
Mitteltemperaistren für Oslo für die beiden 
Perioden 1874 bis 1925 uud 1821 bis 1920 mitge- 
jeilt, und hiernach ist eine Zusammevstellung der 
zurehschnütlichen. Abweichung der Monats- 
mittel vom Norazalwert für 70 norwegische und 
50 weitere europäische Orte aufgeführt, es folgen 
die wahrscheintichen. Fehler der 60jährigen, 
Afittel (36 Orte), die größten. positiven und 
negativen. Abweichungen der Monatsmittel 
vom Normalwert und. die absolute Veränder- 
lichkeit der Monats- und. Jaühresmiltel 
68 Orte, ergänzt durch 43 osteuropälsche Sta- 
tionen), Daran reihen sich die mittleren Monats- 
uazimuz uod -Mrinimea und deren Differenzen 
134 Orte), und diesen Teil beschließen Tabellen der 
„xbsoluten KEztremze und Amplituden der Tempe- 
ratur (19 St), der mittleren Anzahl der Frost- 
tage (130 St.) und Kistage (9 St), der Tage mit 
einem Minimum. unter — 10° bzw. über + 20% 
sowie der Troperkage (16 St.) 
Der letzte Teil bringt dann die einzelnen 
Monats- und Jakresmittel für 24 Orte, teilreise 
vis 1861 zurückreichend und vielfach schon 1935 
snthaltend, die A/Ahrigen Mittel (201 Orte), das 
30ährige Mittel des Zeitraumes 1901 bis 1980 
sowie dessen Differenz gegen das B0jährige 
‚Mittel (1861 bis 1920) für 47 Stationen und für 
32 Orte außerdem die 6@jährigen Mittel für die 
Epochen 1861 bis 1920 und 1874 bis 1938 sowie 
Jas 50jährige Siittel. 1876 bis 1925 und dessen 
Differenz gegenüber dem 60jährigen. Nor- 
malwert. Diese Tabellen stellen ein ganz aWS- 
xezeichnetes Material für HE n 
über Klimaänderungen dar, und es sei bier 
sebenbei erwähnt, daß sie die fortschreitende 
Erwärmung Nordeuropas in den letzten 
30 Jahren sehr deutlich erkennen lassen 
and daß das Jahr 1934 fast in ganz Nor- 
wegen, vor allen in deu nördlichen Teilen — das 
wärmste bisher beobachtete war. 
Auch drucktechnisch. sind. die Tabellen her- 
vorragend (auf ©, 84 oben muß es wohl Monata- 
maximum statt -minimum heißen), und man kann 
nur wünschen, daß diese Klimatologie Norwegens 
bald. in keiner Bibliothek eines Kklimatologisch 
‚nteressierten SE fehlen möge, zumal 
auch der Preis schr niedrig gehalten ist, 
BB. Scherhag 
Beebe, William, Auf Enfdeckungsfahrt mit 
Beebe, Abenteuer mit Tiefsee-, Land- md Lnft- 
getier, 207 8. Mit 28 Abbildungen, Verlag 
F. A, Brockhaus, Leipzig 1936, Geh, 2,50 RM 
Geb. 3,50 RM. 
Mehrere der frisch geschriebenen Tierschilde- 
rungen von W, Beebe sind zuch ins Deutsche über- 
setzt worden und haben weite Verbreitung gefunden, 
In. dem vorliegenden Bande sind ausgewählte Ab- 
schnitte aus den bisherigen in dentscher Sprache 
veröffentlichten Büchern zusammengestellt, darunter 
aus den auch den Meereskundler interessieren. 
den Büchern „Das Areturus-Abenteuer“, „Galöpa- 
gös, das Ende der Welt“ und „923 m unter dem 
Meeresspiegel“ (vgl. ds. Ztschr, 1936, S. 125). 
Neues enthält dieses Buch also nicht: es ist aber 
durch die geschickte Auswahl der einzelnen Ab- 
schnitte geeignet, die Aufmerksamkeit weiterer 
Kreise auf die Veröffentliehungen von Becbe zu 
lenken und ihnen neue Freunde zu gewinnen. 
B. Schulz, 
B. 7. Birkeland: Mittel und Extreme der Luft- 
temperatur, Geofysiske Publikasjoner Vol, XIV, 
Nr. 1, Oslo 1936 (155 8. m. 4 Fig., Preis 15 nor- 
weg. Krönen). 
Nach einer 38 Seiten umfassenden. Erläuterung 
der Bearbeitungsmethoden folgen 24 im wuster- 
gültiger Weise zusammengestellte Tabellen der 
Temperaturverhältnisse Norwegens einschließlich 
Spitzbergen, der Bäreninsel, Jan Mayen und der 
grönländischen Ostküste. Welch ungeheure Rechen- 
arbeit dabei aufgewendet worden ist, kann man 
daran ermessen, daß das Verzeichnis der aufge 
führten Stationen 292 Orte enthält, a 
Nach der Zusammenstellung des täglichen 
Ganges der Lufttemperatur (15 Stationen) folgen 
die auf das Meeresniteau reduzierten. norma- 
len. Monatstemperaturen. (Periode 1861 bis 1920) 
von. 276 Stationen, ergänzt durch die Mittel von 
12 Polar- und Bergstationen für den Zeitraum 
1912 bis 1930, MHieran schließen sich an die 
periodischen jährlichen Extreme und Ampli- 
tuden (122 Orte), die müttleren. Frostepochen 
{11 Orte) und die harmonischen Konstituenten 
des jährlichen. Ganges (16 Stationen). Dann 
B. Schröder: Untersuchung Über die Bildung 
einiger Mittelnreerdepressionen, Veröff.d. Marine- 
dbservatoriums Wilbelmshaven, neue Folge, Heft 6 
(1936), (628. m. 40 Abb. u. 12 Tabellen). 
Verfasser bestätigt an Hand von drei Bei- 
ıpielen, wovon die. Wetterlage vom 11. bis 15, Februar 
[931 besonders eingehend beschrieben ist, die be- 
rzannten Ergebnisse von v7. Ficker über den maß- 
gebenden Einfluß einer ostwärts ziehenden primären 
Druckwelle für die Entstehung der Mittelmeer- 
Jepressionen. Er stellt fest, daß es nicht nötig 
ist, daß eine Depression im Norden weit nach 
Osten zieht, um über dem Mittelmeer eine Störung 
entstehen zu lassen, sondern daß die nördliche 
Depression auch über der Nordsee stationär werden 
ann, Im übrigen werden aber keine neuen Schluß- 
'olgerangen gezogen, und die abgebildeten Wetter- 
xartem lassen eine sorgsame Luftmassevanalyse 
vermissen. R®. Scherbhag.
	        
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