Reuter, F.: Die langjähr, Schwankungen der Amplituden der halbjähr. Luftdruckwelle usw. 519
Laurie-Insel (Süd-Orkneys; 60° 44’ S-Br., 44° 39° W-Lg.). Diese Insel liegt an der
Südgrenze der Westwindzone in der Nähe der subantarktischen Luftdruckfurche,
Diese Luftdruckfurche pendelt im Laufe des Jahres im einer doppelten Periode
um ihre Mittellage in etwa 622° S-Br. nach Norden und Süden?)
Die Bedeutung ihrer halbjährigen Schwankungen für die Witterung am
Rande der Antarktis (Winterstation des „Gauß“) hat Meinardus eingehend unter-
sucht (vgl. 2). „Die Lage und Richtung dieser »subantarktischen Luftdruckfurche«
zeigt die mittlere Leitlinie der Wanderung, die Zugstraße der Depressionen an,
die mittlere Tiefe der Furche aber die Intensität der Störungen“ (Meinardus,
1, 8. 302). Man kann sie bei der Betrachtung der monatlichen Luftdruckvertei-
lung auch als die Schnittlinie der isobaren Gleichgewichtsfläche zwischen dem
antarktischen und dem subtropischen Hochdrucksystem mit der Erde ansehen,
Als Ursache der Schwankungen dieser isobaren Gleich gewichtsfläche kann man
einen. halbjährigen Luftaustausch zwischen der Antarktis und der subtropischen
Hochdruckzone annehmen (vgl. a. 23, S. 291), Die periodischen Ausschläge der
Luftdruckfurche nach Norden und Süden im Laufe der Jahre wachsen und
nehmen ab mit der Zu- und. Abnahme der Luftversetzungen durch die halbjährige
Zirkulation, Als Ausdruck der Größe dieses Luftaustatuusches darf der Betrag der
Amplituden der halbjährigen Periode angesehen werden (vgl. a. Fig. 102, A)
Die nördlichste Lage erreicht die Luftdruckfurche im Laufe des Jahres in
den Monaten Mai-- Juni und November — Dezember, ihre südlichste im August bis
September und Februar—März®).
In den Jahren mit großen. Amplituden. der Druckwelle und großen Aus-
schlägen der halbjährigen Schwankung der Luftdruckfurche stehen die Monate
Mai, Juni und Dezember mehr unter der Herrschaft der subpolaren Winde auf
der Rückseite der in der Furche von Westen nach Osten ziehenden Depressionen
als im den Jahren mit kleinen Amplituden, Die mehrjährigen Temperatur-
schwankungen dieser Monate verlaufen dementsprechend umgekehrt wie die
Amplituden (s. Fig. 10a). Der Linienzug der Temperatur für Oktober, bei nörd-
licher Bewegungsrichtung der Luftdruckfurche hat denselben Charakter wie der
für November, Im Dezember, der nur ganz geringe Temperaturschwankungen
aufweist, herrscht der sommerliche Strahlungseinfluß der Sonne vor. Die Tempe-
raturen für Februar und März schwanken gleichfalls nur wenig im Laufe der
Jahre. Diese beiden Monate und August sowie September unterliegen in den
Jahren. mit großen Abweichungen der Furche von ihrer Mittellage nach Süden
zu dem Einfluß der subtropischen Luftströmungen auf der Vorderseite der
Zyklonen mehr als in den Jahren mit geringen Abweichungen, Der mehrjährige
Gang der Temperatüurmittel für August und September stimmt erwartungsgemäß
mit dem Verlauf der Amplituden überein (s. Fig, 10a). Hervorzuheben ist die
gute Übereinstimmung des Verlaufes der Linienzüge für die Sonnenflecken und
die Amplituden (s. Fig. 10a; So, r, auch (VIII -- IX); vgl. 8. 518 f.).
Die etwa 35jährige Brücknersche Klimaschwankung hat offenbar ihre
mittelbare Ursache auch in den langjährigen Schwankungen der halbjährigen
Druckwelle und Luftzirkulation, wie man aus der guten Übereinstimmung der
Amplituden von Greenwich und der Niederschlagsmengen im Deutschen Reich
für je 5 Jahre (1861 bis 1900) schließen darf”).
Literaturverzeichnis,
IL. Droste, B. Die 11jährige Sonnenfleckenperiode und die Temperaturschwankungen auf der nörd-
lichen Halbkugel in jahreszeitlicher und regionaler Differenzierung, Met, Z. 1924, 3, 261,
2, Mecking, IL. Nordamerika, Nordeuropa und der Golfstrom in der 1ljährigen Klimaperiode,
Ann, d, Hydr. 1918, S, L. |
8. Baur, F. Der gegenwärtige Stand der meteorologischen Korrelationsforschung, Met. .Z. 1930, S. 42.
4. Hann-Süring. Lehrbuch der Meteorologie, 4. Auflage. Leipzig 1926, a .
5 Sn x n Über die Beziehung der Temperatur zur Sonnenfleckenperiode, Ann. d. Hydr,
'y Vol. a. F. Reuter: „Die Beziehung der V,jährigen Druckwelle zum Jahresgange der inter-
diurnen Veränderlichkeit des Luftdrucks usw.“ Met, Zischr. 1936, H, 4, S. 13% — 7?) F, Reuter,
die Schwankungen der Niederschlagsmenge in Mittel- und Westeuropa in Beziehung zur halbjährigen
Luftdruckwelle, Met. Ztschr, 1936, H. 3, 8. 94. Vgl. auch d. Ztschr, S. 515, Anm. 3, 8. 263.