Kleinere Mitteilungen,
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Starne erkennbar sind. Der Seewind setzt den ganzen. Tag über aus, und die
Luftfeuchte unterschreitet nicht den hei Sonnenaufgang durchweg herrschenden
Betrag von annähernd 100%. Von 20% an fällt starker Tau in Tropfen von den
Dächern. — Die 6b-Temperatur am 27, und 28. November ist mit 22° die nied-
rigste bisher in diesem Monate beobachtete, Die Höchsttemperatur übersteigt
nicht 27°, während sie sonst im November gewöhnlich 30° erreicht, Die Luft-
feuchte, die normalerweise zwischen 12" und 14" am geringsten ist, erreicht an
diesen beiden Tagen um Mittag 80%, — Der starke Taufall in den Abendstunden
des 28, November hält die ganze Nacht über an, und die Dächer triefen bei
Sonnenaufgang am 29, November. Die Temperatur beträgt wieder 22% die Feuchte
über 90%. Regen ist seit gestern früh nicht gefallen. Der Himmel erscheint
wolkenlos, aber dichter Nebel beschränkt die Sicht auf wenige hundert Meter
und läßt die Sonne nur als matte silbrige Scheibe erkennen, die von einem kreis-
runden hellen Schein umgeben ist. Mit dem Emporsteigen der Sonne wird der
Nebel schnell dünner, und bereits um 7b kann das Sonnenlicht die ersten
Schatten werfen. Von S über W nach N ist der Himmel um diese Zeit von etwa
30° Höhe über dem Horizont blau und heiter, Kein Luftzug ist fühlbar. Über
dem Meeres- (Süd-) Horizont geballte Cu ziehen langsam nach W, Gegen 8% scheint
die glänzendweiße Sonne mit grellem Licht, Unter ihr stehen Cieu., Der Nebel
ist ganz verschwunden, und nur der Horizont des Hinterlandes ist noch in
leichten Dunst gehüllt. Die Temperatur ist inzwischen auf 25° gestiegen.
Um 9% jest fast der ganze nordöstliche Himmelsquadrant mit dichten von
NE nach SW ziehenden Cu bedeckt. Die Temperatur beträgt jetzt 28°, die Feuchte
ist auf 84% gesunken. Es herrscht Windstille. — Um 11%% zeigt das Thermo-
meter 30,5“ die Feuchte hat weiter abgenommen und beträgt 72%. Nur ein
schwacher Luftzug aus NW ist fühlbar. Das Meer ist leicht gekräuselt, die Kimm
unscharf, Der größte Teil des Himmels, besonders der S, ist wolkenlos, und die
Sonne brennt bei weißlich-blauem. Himmel. heiß. Gegen 13% setzt die Seebrise
aus SW ein,
Im Laufe des Nachmittags schwindet die Bewölkung immer mehr, und bei
Sonnenuntergang steht nur ein einzelner Cu im E, der von den Strahlen der
untergehenden Sonne mit einem roten Hauch überzögen wird. Die Sonne sinkt
unyverhüllt blutrot in den Horizont, Die Kimm ist kaum wahrnehmbar, Mit
Dunkelwerden schläft der Seewind ein. Die Feuchte ist bis Sonnenuntergang
wieder auf 79% gestiegen, die Temperatur auf 28° gefallen. Kurz nach dem
Versinken der Sonne schießen vom Westhorizont her feurig-rote Strahlen bis
gegen den Zenit über den grün-blauen Himmel — ein. wundervolles Schauspiel
von etwa zehn Minuten Dauer, Nach Eintritt völliger Dunkelheit leichtes Wetter-
leuchten am sternklaren Himmel, Max Julius Dinklage.
8, Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 88: Sklaven- Küste
von Oberguinea, — Aus der Sammlung des überseeischen meleorologischen. Dienstes
der Deutschen Seewarte, — Witterungsverlauf zu Boginn der großen
Trockenzeit in der Bucht von Benin auf der Seefahrt von Kotonou
nach Lagos, Beobachtungstag: 2, Dezember 10934.
Auf der Reede von Kotonou (Dahomey) ist der Himmel um 5% zur Hälfte
mit Wolken bedeckt: im NE Ast, darunter schweben Frst-Fetzen, tu 27.0°,
rel, Feuchte £ 90%; traum 28.0°1, Es weht nordwestlicher Wind in Stärke 2,
Die See ist ohne Dünung. Nach Verlassen der Reede gegen 10* hat die Himmels-
bedeckung auf %,, abgenommen. Im E über Land ist eine St-Decke zu sehen,
und am Zenit stehen Ast lentieularis-Formen, die die Sonne verdeeken, Im W
zeigen sich Schönwetter-Cu, Die Sicht ist sehr gut, Gegen 12t haben sich auch
im E über Land Schönwetter-Steu ausgebildetz im Zenit befinden sich noch
Reste der Lentienlaris-Art. 12h: 4 27,2°, £ 80%; tw 29.0°
Om 14% ist der Zenit vollkommen wolkenlos, während über Land und in Richtung
auf See einzelne Schönwetter-Cu den Himmel bedecken, Wir haben inzwischen
23) Die Lufttemperater und «feuchte wurde mit einem Aspirations-Psychrometer bestimmt. Die
Messung der Wassertemperatur erfolgte mit einem in zehnte) Grade geteilten Wasserthermometer,