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Full text: 64, 1936

494 Annalen der Hydrograpiie and Maritimen Meteorologie, November 1936. 
Um 6° WOZ befindet sich unser Schiff auf 18° 858 und 11° 50'E. Das 
Wetter frühmorgens wird bestimmt durch strichweise auftretende Nebelschwaden. 
Die Lufttemperatur beträgt 15,0°, die Wassertemperatur 16.6°. Gegen 8: bricht 
zeitweise die Sonne durch die 7/., des Himmels bedeckende Ast-Aeu-Bewölkung, 
Es weht S-Wind in Stärke 8 bis 4. In Östlicher Richtung fällt leichter Sprüh- 
regen, Die Dünung rollt von S mittellang ün«el ist mäßig hoch, Das Wetterbild 
ändert sich im Laufe des Tages nur unwesentlich. Um 12% hat die Lufttemperatur 
17.4° erreicht, während die Wassertemperatur äuf 17,6% gestiegen ist, Nach 
mehrfachem Aufklaren bis zu teilweise *%/,4 Himmelsbedeckung hat sich gegen 
16% der ganze Himmel mit einer filzartigen Ast-Decke überzogen. Die Sicht ist 
schwach diesig geworden und nimnit weiter ab, Es schlägt feucht nieder, Im 
ganzen ähnelt die Wetterlage am Abend sehr derjenigen am Morgen, 19%: Crwm 
16.9° twasser 17,5°; Feuchte 97 W. Nienaher. 
7. Klimatographische Witterungsschilderuug., Nr, 82: Liberia. — Aus 
der Sammlung des überseeischen meteorologischen. Dienstes der Deutschen Seewarte, — 
Witterungsverlauf an Tagen der Übergangszeit von der Regen- zur 
Trockenzeit in Monroviall, Beobachtungstager 27, bis 29. Norem- 
ber 19349. 
Nach dem Ende der sommerlichen Regenzeit ist das Wetter in der Über: 
gangszeit zur winterlichen Trockenzeit gekennzeichnet durch das allmähliche 
Nachlassen. der Regenfälle, Im November beträgt die Zahl der wöchentlichen 
Regentage durchschnittlich uur noch drei. bis vier, und die Regengüsse unter- 
scheiden sich von denen der Regenzeit durch. erheblich kürzere, meist eine halbe 
oder eine Stunde nicht überschreitende Dauer. Vielfach treten die Niederschläge 
als Begleiterscheinung mehr oder minder heftiger Gewitterböen (Tornados) auf, 
An den Novembertagen ist der Himmel bei Sonnenaufgang gewöhnlich ziemlich 
heiter. Gegen 10» bilden sich. In N und NE dichte Cu, die sich küstenwärts be- 
wegen und diese Zugrichtung auch beibehalten, wenn gegen 12% der bis im die 
Abendstunden wehende südwestliche Seewind einsetzt, Über den Cu liept fast 
immer eine anscheinend unbewegliche Steu-Schicht, und darüber zeigt sich, oft 
verdeckt won. den unteren. Wolken, flockiger oder streifiger Ci. Über dem stärker 
bewaldeten. Hinterlande gehen die Regenschauer häufiger nieder als über der 
nahe dem Meeresstrande gelegenen Stadt Monrovia, Oft ist der Hinterland- 
hörizont von N bis NE durch dichten Regen verhängt, während die massigen. Cu, 
die von dort her dem Meere zu treiben, über Stadt und Meer, wenigstens nicht 
vor Sonnenuntergang, keinen Regen liefern. Später allerdings, in den Stunden 
zwischen. Sonnenuntergang und Mitternacht, geht zuweilen. der Regen mit oder 
ohne Tornado nieder. 
27, November, Bei Sonnenaufgang ist der Himmel wie gewöhnlich heiter. 
Aber schön. vor 10% zieht sich eine dichte Wolkenbank. im. N bis NE zusammen 
and bedeckt bald den ganzen Himmel, Um 135 geht über Monrovia eine Ge- 
witterbö mit heftigem Regenschauer nieder, bei der aber der stärke Wind nicht 
wie gewöhnlich bei Tornados aus NE, sondern aus entgegengesefzter Richtung, 
also von der See her, kommt. Der kräftige Kegenschauer dauert etwa eine halbe 
Stunde, und nach dem Nachlassen des Regens bleibt der Himmel dicht bezogen 
bis Sonnenuntergang, Dann. erst lichtet sich die Wolkendecke, und Sterne werden 
sichtbar. Zwischen 04 und I4 des 28, November entlädt sich ein neues Gewitter, 
und es regnet wieder, wenn auch weniger heftig als 12 Stunden vorher, etwa 
sine Stunde lang. Bei Tagesgrauen [Kegenmessung der letzten 24 Stunden: 
38,7 mın®)] verdeckt eine undurchdringliche Wolkendecke den Himmel, Sie lichtet 
sich. erst ein wenig um Mittag, so daß die Sonne wenigstens dünnen Schatten, 
yenn auch nur für etwa eine Stunde, werfen kann, Dann wird die Decke wieder 
dicht und. gleichförmig‘ bis gegen Sonnenuntergang, nach welchem wieder einige 
+4 ‚Der Verfasser der folgenden Wilterungsschilderung, Herr Max: Julius Dinklage, hat 
jahrelang im Liberia. gelebt. Er verstarb am 1. Kebrusr 1935 Iiox 71. Lebensjahre auf einer wissen« 
schaftlichen Forschungsreise in das Innere im Hinterlande Liberiasg, Semmelbhack, = 2 Vel, hierzu 
auch Klimat. Witterungsschilderung Nr. 6 [Werdtimann und Reider]): Ann, dd, Hydr, usw. 1938, 
8.78% — 9 Gemessen beim Deutschen Konsulat in Monrovia. Semmelhack,
	        
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