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Full text: 64, 1936

472 ‚Aynalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1936. 
Bei ihnen stimmen also die Korrektionen nach der Kompensationsformel mit 
denen nach der „kalten“ Druckeichung überein, 
Die übrigen Bourdonrohre der Tabelle 3 fallen aus der Reihe der guten 
Übereinstimmung mehr oder weniger heraus, Die Tabelle 3 zeigt, daß 4 ps— dp, 
nach kleinen Drucken hin zunimmt, in. dem Sinne, daß die nach der Hergesell- 
Kleinschmidt-Formel ermittelte Korrektion. um den in. der Tabelle angegebenen 
Betrag zu hoch erscheint gegenüber der Korrektion nach der „kälten“ Druck- 
sichung. Diese großen Differenzen der Korrektionen von 4 bis 20 mm Hg bei 
kleinen Drucken Iassen sich. nicht durch Ablesefehler oder falsches Zeichnen 
der Eichkurven erklären, Der Kompensationsdruck liegt zwischen 1070 und 
3600 mm Hg, der Innendruck x, dieser Rohre zwischen 130 und 440 mm Hg. 
Offenbar treffen nicht mehr bei allen Rohren, die einen solch hohen Innendruek 
haben, die Vereinfachungen zu, die bei der theoretischen Ableitung der Kompen- 
gationsformel angenommen. sind. Das gilt besonders für die Proportionalität von 
Änderung des Innendruckes zu und der Temperaturänderung AT, da man die Volum- 
änderungen der Rohre nicht vernachlässigen darf. Kleinschmidt (4) macht 
darauf aufmerksam, daß bei Spuren von Lötwasser oder einer anderen bei Zimmer- 
temperatur verdampfenden Fiüssigkeit in Rohre der Innendruck nieht mehr pro- 
portional der absoluten Temperatur ist. In diesem Fall kann die Kompensations- 
formel. nicht mehr gelten, Es müssen Differenzen zwischen den Korrektionen nach 
der Kompensationsformel und der nach der „kalten“ Druckeichung auftreten. Dies 
ist der Fall bei dem zuletzt genannten Bourdonrohren der Tabelle 3, Aus- 
genommen sind Rohre 28 und 24, in denen nur Luft gewesen sein muß, weil bei 
ihnen die Korrektionen nach den beiden verschiedenen Methoden übereinstimmen. 
Es wurde wiederholt bei Vergleichen von Kompensationsdrucken derselben 
Rohre festgestellt, daß sieh der Kompensationsdruck nach einigen Monaten im 
Sinne zunehmenden Innendrucks verlagert hatte. Das beweist, daß das Rohr an 
ihrer Lötstelle nicht mehr vollkommen dicht war. | 
Aus Tabelle 3 ergibt sich: Bei Rohren für aerologische Messungen, 
deren Kompensationsdruck wesentlich größer als der Bodendruck 
ist, ist die Anwendung der Hergesell-Kleinschmidt-Formel zu ver- 
meiden, weil die Voraussetzung, die bei der theoretischen Ableitung angenommen 
war — konstantes Volumen der Dose —, nicht erfüllt ist, wenn Spuren einer bei 
Zimmertemperatur verdampfenden. Flüssigkeit In dem Rohr sind. Selbst wenn die 
Möglichkeit besteht; eine vollkommene „kalte“ Druckeichung durchzuführen, sind 
diese Rohre für aerologische Messungen nicht verwendbar, da ein Kompensations- 
druck: px > 760 mm Hg meist darauf schließen 1äßt, daß dieses Rohr an seiner Löt- 
stelle undicht ist und der Kompensationsdruck sich mit der Zeit schnell ändert, 
Zum Schluß sei noch auf einen Fehler aufmerksam gemacht, der sich durch 
Änwendung der Kompensationsformel bei Rohren mit Kompensationsdrucken 
Pr > 760 mm Hy ergeben kann. Die Hergesell-Kleinschmidt-Formel liefert, 
wenn die Volumänderungen des Rohrs aus dem oben angegebenen Grunde nicht 
zu vernachlässigen sind, zu kleine Drucke, besonders in. Höhen. über 15 km. Da- 
durch kann in der Stratosphäre bei der Berechnung der Höhen von Registrier- 
ballonen eine größere Höhe vorgetäuscht werden, als sich nach einem Bourdon- 
rohr mit richtigem Kompensationsdruck ergeben würde, Vielleicht kann auf diese 
Weise, besonders bei älteren Messungen, wenn nicht der richtige Kompensations- 
druck gewählt wurde, eine starke Zunahme der Steiggeschwindigkeit in der 
Stratosphäre erklärt werden. Es soll also nur hervorgehoben werden, daß in 
manchen Fällen, wenn für KRegistrierballonaufstiege Bourdonrohre mit 
6: 5> 760 mm Hg benutzt sind, eine zusätzliche Steiggeschwindigkeit in der 
Stratosphäre auftreten kann. Die Feststellung: von Schmauß (0), daß auf Grund 
Äer Temperaturdifferenz. zwischen Gasfüllung des Ballons und der Luft eine 
Zunahme der Steiggeschwindigkeit von Registrierballonen in der Stratosphäre 
zu erwarten ist und daß infolge „ungeordneter Bewegung“ eine Abnahme in den 
untersten Kilometern der Stratosphäre eintreten kann, bleibt hierdurch unberührt, 
Um einwandfreie Druckmessungen. zu erhalten, ist also die richtige Wahl 
des Kompensstioönsdruücks unerläßlich.
	        
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