470 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1936,
Kupferkasten, im den zwei große Boschapparate passen, in eine Kohlensäure-
Spirituslösung vollkommen eingetaucht wird. Sobald die Bourdonrohre, deren
Temperatur thermoelektrisch gemessen wird, dieselbe Temperatur haben wie die
Kältelösung, wird durch Auspumpen der Luft aus dem Kupferkasten die Druck-
eichung bei Stratosphärentemperatur ausgeführt, Durch diese „kalte“ Druck-
sichung wird man von der Berechnung der Druckkorrektion mit Hilfe der
Hergesell-Kleinschmidt-Formel unabhängig.
Diese „kalte“ Druckeichmmg: ist in den letzten Jahren bei fast allen Meteoro-
graphen, die bei internationalen Terminaufstiegen verwendet wurden, durch-
geführt, Es sicht daher ein größeres Material zur Verfügung, an Hand dessen
Vergleiche zwischen der Hergesell-Kleinsch midt-Formel und der „kalten“
Druckeichung gezogen. werden können.
Zunächst sollen zwölf große Bourdonrohre atıs kleinen Boschapparaten. unter-
sucht werden, wie sie bei Terminaufstiegen im letzten Jahr verwendet wurden,
Yon jedem Bourdonrohr liegen zwei Eichkurvyen vor, eine bei Zimmertem-
peratur und eine bei Stratosphärentemperätur, Für Bodendruck zeigt das
Bourdonrohr bei Zimmer- und bei Stratosphärentemperatur verschiedene Aus-
schläge. Durch Einsetzen dieser angezeigten Druckdifferenz Ap bei der wvor-
handenen Temperaturdifferenz AT in die Kompensationsformel ließ sich die
Konstante b bestimmen. Dann wurde nach der Hergesell-Kleinschmidt-
Formel in den. Hauptisobarenflächen die Druckkorrektion Ap, für die Tempera-
turdifferenz berechnet, die zwischen der Temperatur bei der Druck- und der bei
der „kalten“ Druckeichung in den betreffenden Hauptisobarenflächen herrschte.
Nun ergab sich aus der Druckeichkurve bei Zimmertemperatur und der „kalten“
Drüuckeichkurve bei Stratosphärentemperatur ebenfalls eine Druckkorrektion
Ay in den Hauptisobarenflächen, Für jedes Bourdonrohr wurde die Differenz
Ape— A ps zwischen den Korrektionen nach der Hergesell-Kleinsehmidt-
Formel und der „kalten“ Druckeichkurve in den Hauptisobarenflächen gebildet
and in Tabelle 1 zusämmengestellt. Außerdem finden sich. dort die Kompen-
sationsdrucke px und die Innendrucke x, der einzelnen Bourdonrohre,
Tabelle 1.
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Man sicht, daß bei den Rohren 1 bis 12 keine systematische Abweichung
zwischen den errechneten Korrektionswerten. und. denen. die der „kalten“ Druck-
ejchung entnommen sind, vorhanden ist. Meist Negen die Abweichungen der
nach. zwei verschiedenen Methoden. gewonnenen Korrektionen innerhalb der Ab-
leseyenauigkeit, Als mittlerer Fehler der Differenz zwischen den Korrektionen
ergibt sich &,==-* 1,1 mm Hg.
Bezeichnend für diese Rohre, bei denen die Korrektionen nach zwei wer.
schiedenen Methoden, selbst bis hinunter zu kleinen Drucken p < 50 mm Hg, inner-
halb der Ablesegenauigkeit sehr gut übereinstimmen, ist die Lage des Kompen-
sationsdrucks pr und des Innendrucks x. Der Kompensationsdrück px lag bei
den eben. besprochenen Untersuchungen zwischen 220 und 670 mm Hg, entsprechend
der Innendruck xy zwischen 27 und 82 mm Hg.