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Full text: 64, 1936

168 ‚Annalen. der Hydrographie und Masitimen Meteorologie, November 1936, 
Windbestimmung gemessen ist, Windstärke und -richtung‘ ohne Zeichnung eines. 
Winddreiecks aus Diagramm 4 ablesen kann, Denn wenn man zunächst # ab- 
gelesen hat, wie erörtert, kann man aus z und 7 ebenfalls mittels des Diagramms 
infolge Gleichung (2) — und. damit w ablesen, 
Aus der stetigen Änderung des Winkels @ bei sich änderndem Steuerkurs 
öder sich änderndem Grundkurs ersahen wir, daß im allgemeinen der Winkel a 
im Dreieck SAB immer vom Winkel 91 im Dreieck SA, DB, verschieden ist. 
Will man nun aber aus praktischen Gründen erfahren, um welchen. Winkel 
man von einem vorgeschriebenen Grundkurse, z. DB. SA, abweicht, wenn man nicht 
den richtigen Vorhaltewinkel a; benutzt, sondern den Winkel @ aus dem Nachbar- 
dreieck SAB, den man vielleicht durch eine Messung festgestellt hat, dann kann 
man dies ebenfalls aus dem Diagramm 4 ablesen, Zu diesem Zweck aber müssen 
wir uns über die Winkelverhältnisse, die dabei in Betracht kommen, klar sein, 
In. unserer Figur ist Winkel B,SB gleich Winkel a=BSA gezeichnet, Es 
ist dann SB, der Steuerkurs, den man einschlägt, wenn man um a gegen den 
Grundkurs SB vorhält, Zeichnet man num zum Steuerkurs SB, das Kursdreieck 
SB, Az, z6 erhält man als Luywinkel (oder als Abtrift) zum Steuerkurs SB, den 
Winkel BaSA, = a, und einen. Winkel = SB. 4A, Durch Verlängerung von 
Ba Az bis zum Schnitt mit SB erkennt man: = 0ö,—a=ß— 4, d.h, wir können 
5 im Dreieck SA„B, aus ß und « im Dreieck SAB berechnen, 
Wir sind also jetzt in der Lage, wenn a gegeben ist, # aus dem Diagramm 
abzulesen, dann , zu berechnen (aus f,— 3 — ©) und damit wieder a, aus dem 
Diagramm abzulesen, Den sich ergebenden Unterschied zwischen & und a, wollen 
wir an zwei Beispielen zeigen: 
Es sei An und. der Winkel BSA == # = 30° (im zweiten Beispiel 25°. Aus 
dem Diagramm 4 liest man abı ff — 60° (32°). Daher ist = 30° (7°) und nach 
Formel (2) 0tg as SE otg Ba: 8, = 24° (79. 
Man gelangt also um 2 — 8, = Winkel BS A, = 6° (18°) aus der gewünschten 
Richtung SA; Das ist der Unterschied zwischen dem richtigen Grundkurs und 
dem durch die falsche Steuerrichtung erhaltenen Grundkurs, I. errechnet den 
Unterschied a — 2; = Winkel B_SBa Das ist der Unterschied zwischen den beiden 
Steuerkursen, dem eine praktische Bedeutung nicht zukommt. Dieser Unterschied 
beträgt für unsere beiden. Beispiele 4° bzw. 9°, Die wirkliche Abweichung 
ist also yanz wesentlich größer als diese. 
Es scheint nach unsern Ausführungen nicht notwendig zu sein, Luvwinkel 
and Abtrift als Begriffe für verschiedene Winkel aufzufassen. / 
Es dürfte nur auf verschiedener Auffassung beruhen, ob Luvwinkel gleich 
Abtrift ist oder ob beide Winkel als verschieden voneinander angesehen werden, 
Daher mag der Vorschlag erlaubt sein, möglichst mır eine Bezeichnung beizu- 
behalten, nämlich Luvwinkel (vgl, auch Rockel, Lit.9, 5.69) und die Bezeichnung 
„Luvwinkel“ durch Hinzufügung von Grandkurs oder Steuerkurs eindeutig‘ zu 
gestalten, . . 
Literatur, 
1, Immler: Abtrift and Lurwinkel, in Ann. d. Hydr, 1936, S. 209—213. . 
2, Immler: Grundlagen der Flugzeugnavigation, Verlag Oldenbourg, München 1934, 
3, Löwe: Flugzergortaug: Verlar Yolckmann Nachf, Berlin 195% 
4, Luftfahrt, Datsch-Lehrmitteldienst, Berlin 1935, S, 85. . | a 
5. Boykowr Arbeiten zur Luftnavigierung, Probleme der terrestzischen Navigation im Luftfahrzeug, 
VGL, Verlag Oldenbourg, München 1927. © . 
ö, Lüth, ins Der Deutsche Seemann, Hamburg 1935, S. 416. Sa 
% Thomsen: Der Flogzeugführer, Verlag E. 8. Mittler und Sohn, Berlin 1036, 
8, Thomsen: Sportfliegeransbildung, Verlag Volekmann: Nach£,, Berlin 1934, 5 78, 
5%. Bockel, in: Seefahrt, Hamburg: 1955, S. 6% 
(6 Gymnuich: Die Flugprazis, Verlag R, C. Schmidt, Berlin 1927, . 
Ilx Sn Dan Sek Übungsfiug, Kunstflug, Überlandflug; Verlag VYolekmann Nacht, Berlin 
19% ® SL
	        
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