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Annalen der Hydrographie und Mariktimen. Meteorologie, Oktober 1936,
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen‘ und ausführliche Inhaltsangaben.
Wilhelm Erdmann. Die Deutsche Große He- Wer sich ausführlich über den Werdegang
ringsfischerei im den Jahren 1931—1934, Ber. und die heutigen Erfolge der Fliegerei unter-
d, Deutschen Wissenschaftlichen Kommission richten will, der lese diese beiden Bände von Supf,
Fir Meeresforschung, N, F, Ba, VIII, Heft A. eines Kenners und Schriftstellers der Luftfahrt,
Stuttgart 1936. 23 5, VE nn Welchen Wert die Regierung dem Buch beilegt,
Die deutsche Heringsfischerei wird zT. In zeigt das Geleitwort von Minister Göring, Der
den deutschen Küstengebieten, betrieben, vor allem Tugend. wird das Lesen des Buches ein unver-
in den Mündungsgebieten von Elbe, Weser und gzänglicher Besitz und eine Grundlage wichtiger
Jade; weitaus größere Bedeutung aber hat die in Lebensziele werden, dem Alter ist es eine Erinne-
der westlichen Nordsee mit dem Treibnetz und rung an das Miterleben heroischer Taten,
dem. Sechleppnetz‘ beiriebene S0R Große Herings- Der Inhalt ist nicht nur lehrreich, sondern
fischerei, an welcher außer Deutschland auch auch durchaus unterhaltend geschrieben. Wir
Schottland, England, Holland und Frankreich be. erfahren von den Pionieren der Konstruktion,
teiligt sind. ‚Der Hering findet sich hier in dichten Technik und Wissenschaft, vou den Phantasten
Schwärmen, Der sog. „Schottische Hering“ (unter and Faratikern, von den Pflichttreuen und Militär-
Benutzung der in der Fischerei üblichen Bezeich fliegen aus der Vorkriegs-, Kriegs- und Nach-
nung) tritt im Frühsommer zuerst bei den Shetland. kriegezeit und von den Tausenden von Opfern,
Inseln auf (im Juni), dann vor der schottischen die die menschliche Besitzergreifung: und Aus-
und. später auch der englischen Küste bis zur nutzung des Luftmeeres durch den Menschen ge-
Dogger-Bank (September—Oktober); der sog. „ar kostet haben, nn
mouth“. oder „East-Anglia Hering“ tritt von Ok- In erster Linie ist von den dentschen Fliegern
tober bis Ende Dezember im der südwestlichen die Rede, doch werden auch die ausländischen
Nordsee, südlich von der Dogger-Bank bis. in den gewürdigt, u.a, Leonardo da Vinei, die Wrights,
östlichen Teil des Ärmelkanals auf; vor der bel« Farman und unzählige andere Anfänger und
gischen und französischen Küste wird dieser Hering Meister des Fluges, | |
bis in den Februar gefangen. Es handelt sich also Jx keiner Bibliothek und größerer Familie
durchaus um eine Saisonfischerei, Deutschland szollte das Buch, schon als Nachschlagewerk, fehlen,
jst an dieser Fischerei in den Monaten Juni bis Besonderer Wert ist auf die neutrale Wieder
Dezember, vor allem. aber von Augunt bis Oktober zabe der ersten Erfolge in der Lufteroberung ge-
beteiligt. Die ausgesprochene Na der legt worden, Jedem Fortschritt sucht der Ver-
Fanggebiete im Laufe des Jahres und auch die fasser gerecht zu werden, Nur die große Bedeutung
Schwankung‘ der Erträge vön Jahr zu Jahr hat und Verdienste der „akademischen Fliegergruppen*‘,
frühzeitig die Notwendigkeit zu eingehender stati- die in der Zeit der Not an den deutschen Hoch-
stischer Untersuchung ubd auch kartographischer schulen entstanden waren und die Fortschritte der
Darstellung der zeitlichen und örtlichen Verteilung Fliegerei maßgebend beeinflußten, ist vielleicht
der Faugerträge der Deutschen Großen Herings- Gicht klar genug zum Ausdruck gekommen,
fischerei ergeben; seit 1926 ist sie regelmäßig er Wir erwarten nun eine ähnliche Darstellung
folgt. Für die Jahre 1931 bis 1934 liegt sie in von der Geschichte der wissenschaftlichen Erobe-
obiger Veröffentlichung vor. Aufinsgesamt 16 Kar- rung der Luft und der Luftschiffahrt, obwohl von
ten sind. die Erträge in den einzelnen Jahren für alledem vieles erwähnt, manches, wie Lilienthals
die Monate von. Juni bis Dezember und außerdem Bedeutung, ansführlich behandelt worden ist,
insgesamt für die beiden Jahre 1933 und 1934 Perlewitz,
dargestellt; die zeitlichen und örtlichen Schwan-
kungen treten höchst anschaulich hervor, Die
Bearbeitung wurde ermöglicht durch verständnis-
rolle Mitarbeit der Heringsfanggesellschaften und
der Kapitäne, Nach Möglichkeit sollen die Monats-
karten künftig jährlich veröffentlicht werden.
B. Schulz:
Reichsamt für Wetterdienst, Deutsches
Meteorologisches Jahrbuch 1936. Teil V: Aero-
logische Beobachtungen, Heft I und 2, Januar
a, Februar 1936. Berlin 1936, Jul, Springer.
Beginnend mit dem Jahre 1936 werden“ die
deutschen aerologischen Beobachtungen als Teil V
des vom ÄBReichsamt für Wetterdienst heraus-
gegebenen Deutschen Meteorologischen Jahrbuchs
veröffentlicht, und die Reihe der „Aerologischen
Berichte‘ ist, damit abgeschlossen.
‚Die beiden ersten Hefte der neuen deutschen
aerologischen Veröffentlichung, die man mit Span-
ung‘ erwartete, liegen nun vor und zeigen gegen-
über den „Aerologischen Berichten“ eine ganze
Reihe weiterer Verbesserungen. Im ersten
Abschnitt, der wie bisher zunächst sämtliche mar-
kanten Punkte der Temperatur- und Feuchtig-
keitsmessungen aus der freien Atmosphäre ent-
hält, werden jetzt auch die CL
Feuchtigkeiten veröffentlicht, und die Höhen-
windangaben erfolgen nun in Winkelgraden,
_ ‚Ganz neu ist die Anordnung des zweiten
Teils, in dem die Stufenwerte der Höhenaufstiege
Für jede Wetterflugstelle in Form einer Mo-
natstabelle zusammengestellt sind, getrennt nach
Morgen- und Abendaufstiegen, Diese Art der
Geographisches Jahrbuch. 50. Band 19835, Her
ausgegeben von Ludwig Mecking, Goths
1936. Verlag Justus Perthes, Preis 30 RM.
Der diesjährige Band des Geographischen Jahr-
bırches enthält den ersten Teil des von R. Lüt-
zens gegebenen Berichtes über die die Wirtschafts-
zeographie (einschließlich. der Verkehrsgeographie)
für den Zeitraum 1908—1934 betreffende Literatur
und beseitigt damit eine empfindliche Lücke in
der Berichterstattung, ‚Hier interessiert besonders
die über Seeschiffahrt und Seeverkehr zusammen-
gestellte Literatur. ‚Die beiden weiteren Berichte,
von B. V. Darbishire bzw. J. Weiß, umfassen
das über die Britischen Inseln und Kleinasien er
gehienene Schrifttum. Bruno Schulz
Supf: Das Buch der deutschen Fluggeschichte.
2 Bände mit 515 und 637 Seiten, Verlag:
H. Klemm, Berlin 1935/6.