154 Annalen der Hydrographie und Maritimen. Meteorologie, Oktober 1936,
sich die bewaldeten Höhen in der Umgebung mit Nebeln. Von 17%h bis 17%n
fällt abermals feiner Sprühregen, Die Aber d-Regenmessung um 18% ergibt
13.8 mm. Bei Einbruch der Dämmerung flaut der Wind sehr stark ab.
Hans Stein, Major 4. D.
7. Meteorologischer Reisebericht über die Forschungsfahrt des Ver-
messungsschiffes „Meteor“ im Frühjahr 1935. Im Frühjahr 1935 hatte ich
Gelegenheit als Meteorologe an einer Forschungsfahrt des V.S, „Meteor“ teil-
zunehmen; Die Fahrt, die wesentlich ozeanographischen Untersuchungen diente,
führte in die Gewässer
zwischen Island -—Grön-
‚and und Neufundland, Der
genaue Reiseweg ist aus
der nebenstehenden Wege-
karte ersichtlich, Auf der
Fahrt sollte der Meteoro-
loge neben der laufenden
Wetterberatung noch Hö-
henwindmessungen. durch.
führen und außerdem noch
verschiedene meteorolo-
gische Instrumente auf
ihre Bordverwendungs-
. Jähigkeit untersuchen, Der
ausführliche Bericht über diese Arbeiten findet sich in den Veröff, des Marine-
Observatoriums. Wilhelmshaven, Jahrg; 1936.
Die Abreise erfolgte am 19. 11, gegen 10 Uhr von Wilhelmshaven. Da gerade
zu dieser Zeit auf dem Atlantik eine lebhafte Tiefdrucktätigkeit herrschte,
wurden kurz nach dem Auslaufen schon stürmische SW-Winde angetroffen, die
das Schiff fast bis zu den Färöern begleiteten. Sie wurden. am 21. abends er-
reicht, Fast auf diesem ganzen Reiseabschnitt, der auf der Südseite einer Sturm-
zyklone verlief, herrschte tiefe Schlechtwetterbewölkung mit Regen und mäßiger
Sicht vor, Kurz vor Erreichen der Färöer am 21.1L1 gegen 17 Uhr M.G.Z.
wurde das Zentrum der Sturmzyklone gekreuzt. Sie brachte mit 717 mm den
tiefsten Barometerstand, der auf der Reise angetroffen wurde, Auf der jetzt
folgenden, sehr kräftigen Rückseite setzte lebhafte Schauertätigkeit ein, teils als
Schnee- teils als Graupelschauer, gleichzeitig frischte der Wind sehr lebhaft aus
NW bis N auf und erreichte zeitweise Stärke 10.—11. Dies hatte zur Folge, daß
„Meteor“ im Fugglefjord auf den Färöern, die mit ihren verschneiten Steilwänden
ein wunderbares Bild boten, für einen Tag Schutz suchte. Doch hielt das Rück-
seitenwetter weiterhin an, so daß die Weiterfahrt am 23, unter dem gleichen
schweren Nordsturm stattfand. Erst beim Erreichen der Südküste Islands am
24, wurde es etwas ruhiger. Hier konnten auch die ersten Höhenwindmessungen
durchgeführt werden. Besonders eindrucksvoll war dabei die Föhnwirkung in
der Küstenzone. Während über See und über Land eine ausgedehnte Wolken-
decke lag, fand sich an der Küste eine breite wolkenfreie Zone, Dieses föhnige
Aufklaren in Küstennähe konnte bei der darauf folgenden Kreuzfahrt vom 25.
bis 28. IL an der Südseite Islands öfter beobachtet werden, Am 28, IL wurde
Reykjavik angelaufen. Leider konnte infolge der schlechten Wegeverhältnisse
— es war noch alles tief versehneit —, kein Ausflug ins Innere unternommen werden.
Am 5, IIL wurde zur Fahrt in das eigentliche Vermessungsgebiet ausgelaufen,
Auf der Fahrt durch. die Dänemarkstraße herrschten unter dem Einfluß kleinerer
Randstörungen starke bis stürmische SW-Winde vor. Dabei wurde auch bei
einer Warmfrontpassage in der Nacht vom 5, zum 6. IL die einzige Nebelwetter-
lage auf der Reise beobachtet. Es handelte sich augenscheinlich um einen
Mischungsnebel, Am 7.1IL wurde die Eisgrenze an. der Ostküste Grönlands er-
reicht, Hier begannen auch die ozeanographischen Untersuchungen, Bei meist
heiterem bis wolkigem Wetter’ und schwachen bis mäßigen N—-NW-Winden konnte
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