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Full text: 64, 1936

Kleinere Mitteilungen, 
449 
Tahelle 1. Zahl der Durchgänge von Diskonfinuitäten zu verschiedenen Stunden in Tiree 
. (Juli 1930 bis Oktober 1932). 
Zeit | ı—8 ! 4—6 1 79 ‘1012/18151 46—18 11921 122241 Tag 7 
Warmfrontell s....u u «m 6 12 | 7 | 6 5 10 | 2° | 48 
Kaltfronten iuseessuun 6 | 10. | 8 | 7 | 6* | 15 | ‘6 | 4" | 6 
Andere Druckminima . * 8 * 61 m 7 | 4 L 51) 6 
| Fälle insgesamt... | 20 | 28 | ‘24 1 a | 19 I 165 
————————— - —_ 
Nach dieser Zusammenstellung besteht für das ganz ozeanisch bestimmte 
Gebiet der Hebriden eine ziemlich ausgesprochene Periodizität der Frontdurch- 
yänge, wenn. auch die Tabelle von Goldie keine genauere Fixierung von „Fronten- 
stunden“ gestattet. Es ist eine doppelte tägliche Schwankung angedeutet derart, 
daß eine Häufung der Frontpassagen nahe den Tiefpunkten der täglichen Luftdruck- 
welle (4h und 16) stattfindet, eine Minderung nahe deren Scheiteln (10% und 22b), 
Allerdings sind im einzelnen recht starke Verschiebungen vorhanden; so 
fällt z. B. das nachmittägliche Maximum der Warmfrontdurchgänge erst auf die 
Zeit um 20h, das vormittägliche Minimum der Kaltfrontdurchgänge erst auf die 
Zeit um 14%, Das Hauptmaximum der Warmfrontpassagen liegt in den frühen 
Morgenstunden, das der Kaltfrontpassagen am Spätnachmittag!). 
Wenn es hiernach scheint, als ob auf dem Umwege über die Beeinflussung 
der Druckgebilde eine Frontensteuerung durch die tägliche Luftdrueckperiode 
erfolge, so muß es überraschen, daß die von Goldie registrierten „Other Minima 
of Pressure“ (vgl. Tabelle 1), die reinen Drucktröge, eine Beziehung zur täglichen 
Barometerschwankung nicht erkennen lassen. _ 
Es käme demnach gerade in den Fronten, den hauptsächlichen „Störungen“, 
eine Periodizität zum Durchbruch, die im übrigen nicht oder viel schwächer aus- 
geprägt ist, eine Frage, die ähnlich bezüglich der Zyklonen schon von J. Vincent”) 
aufgeworfen und diskutiert wurde‘). | a 
Die anschließende Tabelle 2 ist der Arbeit von Vineent entnommen, 
Tabelle 2, Zahl der Druckminima pro Stunde längs europäischer Zyklonenbahnen 1877 bis 1882, 
an 13 verschiedenen Stationen. 
fo ‚ı|2]3|4|5|6 |7]8|9 [2021 112 [28 | 14] 15| 16 | i7 |18| 19 [20 [21 [22 [232] 
MEINE | 9m] 17] 8 7] 19 | 19 [18 | 19 | 18 | 11 | 9 17} 
bar — Tr a a a a  —— 
Vincent nimmt an, daß die Depressionszentren sich im allgemeinen bis 4* 
vertiefen und sich nachher bis 10% teilweise auffüllen, und meint, daß nicht die 
tägliche Luftdruckwelle für das Zustandekommen dieser 4*-Minima der Luftdruck- 
kurve verantwortlich sei: „Man zeichne eine willkürliche barometrische Kurve 
gleich. derjenigen der Registrieropparate in. einem. eyklonischen Gebiete und man 
ändere sie dann. durch. Einführung der Werte der täglichen Oscillation, so wird 
es nicht gelingen, die Minima bis auf 4, die Maxima, bis auf 10% zu verrücken.“ 
Hierzu ist zu sagen, daß auch bei völlig willkürlicher tageszeitlicher Anord- 
nung der „rein unperiodischen“ Druckminima diese doch durch die tägliche 
Schwankung gegen 4% hingezogen werden, so daß in der tatsächlichen kom- 
plexen Druckkurve auch die Sohlen der Großtäler des Luftdrucks häufiger bei 
4b liegen müssen, Allerdings ist zu fragen, ob der zahlenmäßige Betrag der 
Häufung mit der normalen täglichen Periode und der Normalneigung der tages- 
gangbefreiten Depressionsdruckkurven in Einklang steht — was nach Vincent 
nicht der Fall sein sollte%), 
1) Die Frontenfestlegung ist, wie Goldie in der Einleitung bemerkt, außer durch die synop- 
tischen Karten. auch mit Hilfe der Registrierungen von Wind, Temperatur, Luftdruck EEE — 
2) J. Vineent: ‚Tägliche Veränderung des Luftdrucks in den Zyklonen, Met, Zschr, 1885, 8. 299 
bis 306. — % Herr Prof, W. Köppen, der die Güte hatte, d.Verf, im Anschluß an die Wetterskizze 
Nr. 5 auf diese Arbeit hinzuweisen, bemerkt dazu: „Die starke ren Periode aueh. in so 
unrukigem Wetter ist gewiß sehr merkwürdig.“ — *%) Ye, zu: der Frage auch A. Schmauß: Die 
LE SE mittelenropäischen Depressionen, Teil I und II Dtsch. Met. Jahrb. f. 1923, Bayern.
	        
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