Kleinere Mitteilungen.
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In unserem Beispiel. kommt: — Die Geraden T/IT schneiden sich
Da EA — im wahren Ort (+4 56.42% -— 0,59°),
Sa | __ Funk6 _——_! Adtont A den auch die Rechnung gibt. Die vor-
| stehende kleine Figur verdeutlicht
Ex 600 zo | die Verhältnisse, Sie lehrt, daß die
550° | — 500° GLAS x x 7
# | Tan I | BO geometrischen. Bedingungen noch ge-
a — “= vade angehen (Schnittwinkel 31°,
Doch mag der Zwang der äußeren. Umstände in der Praxis oft die Gestirne
nicht zur Auswahl stellen, und das (fingierte) ungünstige Beispiel liegt leider
nicht fern von den Fällen der Wirklichkeit. .
Die Formeln lassen auch. keinen Zweifel über die Sicherheit der Ortung nach,
Denn man liest geradezu aus den Gleichungen den. Einfluß eines Fehlers im
beobachteten @z auf @ und 4 ab. .
— 3. Wann gewährt die Ortsbestimmung aus den Azimutdifferenzen dreier
Sterne die höchste Genauigkeit? Ohne nähere Begründung sei erwähnt, daß die
Sterne dann für eine vollständige Ortsbestimmung am günstigsten Hegen,
wenn sie in den gegenseitigen. Azimutabständen. von 120° und in der gleichen
ZD = 85,8° (sin Z= = stehen, Natürlich ist dabei nur yon den geometrischen
Bedingungen des Problems die Rede, nicht vom Einfluß der Instrumentalfehler,
Bei. der Einfachheit und Symmetrie der auftretenden. Faktoren ließe sich
wohl an eine Tabulierung der coft z sin a und Cot zZ cos a = Got Z in (90° — a)
denken, wenn nicht eine solche Tafel im nautischen Schrifttum schön existiert
and wenn: nicht der Rechenschieber noch rascher wäre,
Die. fesselnde mathematische Seite der Aufgabe erfuhr seit 100 und mehr
Jahren eine eindringende Bearbeitung, nicht zuletzt seit 30 Jahren in vielen Ab-
handlungen in. dieser Zeitschrift und in Archiyr der Deutschen Seewarte. Es
braucht nichts mehr zur Mathematik der Azimutgleiche und des Snelliusschen
Problems auf der Kugel gesagt zu werden.
Neben der astronomischen Fassung sieht das ferresirische Analogon der
Richtungsdifferenzen dreier Funkfeuer. Auch aus diesen Differenzen fällt ein
unsicheres Glied der Funkbeschickung heraus, und die Peilungsunterschiede sind
systematisch. sehr viel besser als die absoluten. Azimute.
4. Es mag noch Gelegenheit genommen. sein, in Ergänzung einer früheren Arbeit (Ann, d.
Aydı. 53, 1925 Juni, 8. 198) darauf hinzuweisen, daß die Azimutgleiche, Le. durch zwei Punkte
fixiert, sich dorf wie hier wohl anschaulicher dureh einen Punkt and ihr Azimot A in. diesem Punkte
festlegen. Jäßt: tan A = = nn
wo mM = cf alna und. ==> Bin gi Got a COS @ COS 6. BSiche die Bezeichnungen ke |
__ Schließlich noch eine Anmerkung zu einem anderen älteren Aufsatz, x Anm, d. Hydr. 53,
1925 Juli, 6. 234, war der Übergang vom sphärischen auf das ellipsoidische Azimut an der Erd-
oberfläche in einen dreigliedrigen Ausdmek entwickelt worden, Eine spätere Notiz (Ann. A. Hydr. 53,
1925 Nov, 8, 368) schluz vor, man solle. zunächst van der geographischen anf die reduzierte Breite
übergehen, mit den neaen Breiten sphärisch rechnen und dann eine Verbesserung anbringen, Abgesehen
zon. der Frage der Einfachheit der Rechnung beabsichtigt der erste Artikel ja gerade, die reine
Differenz zwischen sphärischem. und ellipsoidischem Azimut darzustellen, so daß man den ganzen
Betrag: dieser Korrektion überblickt und ihn je nachdem. mit Becht oder Unrecht vernachlässigen kann,
Brächte man in. Bessele strengen allgenreingültigen sphärischen Übertragungsformeln. nur einen Teil
an (eben nur die reduzierten Breiten), so wäre das nicht in jedem Falle eine Annäherung vom sphä-
rischen zunz ellipsoidıschen Azimut, . N a. nn ;
_ Nicht ohne historisches Interesse Ist es, zu sehen, daß schon W, Sehieckard. (1592-1635) in
seinem „Landtafel“-Werk (1669 posth.) die Anweisung gibt, die Polhöhe aus der Azimutdifferenz
zweier Sterne (z.B, a Bootis und a Seorpil) im Augenblick des Untergangs zu bestimmen,
CO, Wirtz, Kiel,
%. Wetterskizzen. Nr. 10. Die jährliche Schwankung der relativen und
absoluten Topographie der 500 mbar-Fläche über Mitteleuropa.
. Seitdem im „Täglichen Wetterbericht“ des Deutschen Reichsweiterdienstes?) regelmäßig die relative
Topographie der 500- über der 1000 mbar-Fläche und. die absolute Topographie der 500 mbar-Fläche
1) Herausgegeben won. der Deutschen Seewarte, Hamburg,