accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 64, 1936

Reuter, F.: Die Beziehung der halbjährigeo Druckwelle zu den Schwankungen usw. 439 
Der hier gefundene Wert von 3.2 Jahren scheint wohl der genauere zu sein, 
Für den Zeitraum 1884 bis 1902 (26 Jahre), in dem die Welle ganz regelmäßig 
auftritt, wurden die Werte noch einmal gesondert analysiert. Das 8, Glied dieser 
Reihe von 26 Werten wurde berechnet. Die angenommene Länge der Welle ist 
dann 3.25 Jahre. Die Amplitude wurde bestimmt zu 1.63 mb; die Expektanz ist 
E= 054 mb. Die Amplitude beträgt also das Dreifache der Expektanz. Dem- 
entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Periode nicht reell ist 8.51 X 10-4, 
Wir können danach die 3'/.jährige Periode mit einiger Sicherheit als wirklich 
vorhanden betrachten, 
Eine Periode von 3.2 Jahren Länge ist nach Göschl (7) wahrscheinlich. auch 
in den Sonnenflecken-Relativzahlen enthalten, Wenn diese Teilwelle wirklich 
wirksam wird, so ist sie offenbar nur von untergeordneter Bedeutung für die 
jährige Zirkulation; denn die Ausschläge der 3.2jährigen Schwingung in den 
Amplituden nehmen in den Zeiten geringer vulkanischer Tätigkeit rasch ab, 
Zum anderen wird der Wellenverlauf sogleich gestört, wenn bedeutende Locker- 
ausbrüche von Vulkanen nicht in einem Wellental erfolgen, wie das von 1882 
und von 1912 ab der Fall war (s. Fig. 2, B, C)., Im letzten Falle geht die 
Schwingung mit einer Phasenverschiebung weiter, ö . ; 
Literatarverzeichnis, . 
[. Defant, A.: Die Schwankungen der atmosphärischen Zirkulation über dem Nordatläntischen 
Ozean im Zöjährigen Zeitraum 1881 bis 1905, Geogr. Annaler 6; 1924, 
Exner, F. M.: Die jährliche Luftverschiebung über einigen Orten Europas, Hann-Bd. d. Met. 
Zitschr. 1906, 8. 264, , . . 
3. Seilkopf, H.: Bespr, v, Clayton, „World Weather“, Ann. d. Hydr. 1924, S, 38, 
4 Clayton, HE. H.: World Weather, New York 1928. A 
5, Köppen, Wi: Sept Sonnenflecken und Vulkanausbrüche, Met. Z, 1914, 8. 305, 
5. Sieberg, A.? Geolo; e Einführung in die Geophysik, Jena 1927, 
7. Göschl, F.: Zur 3 9jährigen Periode in den Sonnenflecken, Ann d, Hydr. 1929, S, 225. . 
8 Ange etEr: CC: Uber die jährige. Luftdruckschwankung. Göttinger Nachr. 1914, Math, 
pPLyS. Kl, 9 4a. 
D 
Schnee-Eis. 
Von Dr. Joachim Blüthgen, 
(Hierzu Tafel 67.) 
In manchen Wintern kann man bei Gewässern die Beobachtung machen, daß 
sie schon bei relativ geringem Frost fest zufrieren, wenn man normalerweise noch 
keine zusammenhängende Eisdecke erwartet, Das kann natürlich zunächst an 
der Menge der gespeicherten Wärme liegen, die in dem betreffenden Gewässer 
noch lange einen Konvektionsstrom bedingt, wenn die obersten Wasserschichten 
durch die kalte Luft abgekühlt und zum Absinken gebracht werden, Von diesem 
Einfluß sei aber hierbei einmal abgesehen, er kann zu einem gewissen Zeitpunkt 
schließlich als beendet angesehen werden — nämlich dann, wenn die wärmsten 
Wasserschichten mit -4+ 4° zugleich die schwersten. geworden sind und am 
Grunde lagern. Dieser ‚Zustand der Eisreife sei hier vorausgesetzt. 
Der Vereisungsprozeß kann dann auf zweierlei Weise verlaufen, Einmal 
ohne und einmal mit vorherigem Schneefall, Das Vorhandensein von Schnee 
ist von ganz entscheidender Bedeutung für das Zustandekommen. einer Eisdecke. 
Man ist sich in der Regel über das Maß der Beschleunigung gar nicht. im 
klaren, Nach verschiedenen Beobachtungen habe ich gefunden, daß nach einem 
mäßigen, ununterbrochenen Schneefall bei geringem Frost sich eine Eisdecke in 
einem Viertel der Zeit bilden kann, die sie zur Bildung bei gleichen Frost- 
temperaturen. Ohne Schneefall benötigte, stilles Wetter vorausgesetzt, Bei win- 
digem Wetter stellen sich die Verhältnisse noch einseitiger, denn das klare 
Wasser wird einmal weitgehend gemischt, so daß die kalte Oberschicht mit 
tieferem, weniger kaltem Wasser vermischt wird, — sodann wird durch die 
stete Bewegung der Wellen der Eisansatz an Konzentrationskernen im freien 
Wasser lange hintangehalten, . # D 
Die Wirkung des Schneefalls ist eine zweifache, In erster Linie bedingt 
der Schnee eine rasche Abkühlung, denn mit den Schneeflocken kommt ja