438 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1936,
Süd-Georgien und den Süd-Orkneys (Laurie-Insel) und der Windgeschwindig-
keit auf den Süd-Orkneys beträgt der Korrelationskoeffizient 0,74 + 0.09 (vgl,
Zahlenangabe in (s, «). In dem von der 1jährä gen Periode befreiten Jahres-
gang des Druckgefälles ist fast nur noch eine V,jährige Periode enthalten;
der Korrelationskoeffizient zwischen beiden ist r-=—0,95 + 0.02,
b) Die Beziehung zu den Vulkanausbrüchen der Erde,
Die Trübungshülle von vulkanischem. Staub ist nach einer Untersuchung
von Humphreys etwa 30mal wirksamer im Abhalten der Sonnenstrahlung als
im Zurückhalten der Erdstrahlung. Der feine -Dunstschleier, der sich nach vul-
kanischen Ausbrüchen in den höchsten Teilen der Atmosphäre bildet, übt daher
eine umgekehrte Treibhauswirkung aus, Bei längerem Anhalten kommt er in
seiner Wirkung einer” Herabsetzung der Solarkonstante gleich (vgl. s). Daher
muß das Vorhandensein eines solchen Dunstschleiers auch in den Schwankungen‘
der Amplituden der */,jährigen Druckweile zu spüren sein. Die von Humphreys
angegebene Strahlungskurve, die sich auf Messungen in der gemäßigten Zone (in
Montpellier, Lausanne, Warschau und Washington) gründet, hat in großen Zügen
Ähnlichkeit mit der Amplitudenkurve von Madeira [s. Fig. 5, P; Einheiten nach
Köppen (3), s. Fig, 4]. Von den drei Hauptminima der Strahlungskurve folgen
zwei (1885 und 1903) auf Vulkanausbrüche (1883 und 1902), und eins fällt mit
einem solchen zusammen (1912). Von einer näheren Erklärung dieser Ähnlichkeit
wollen wir absehen, |
Defant konnte durch einen Vergleich der Anomalien der meridionalen Luft-
druckgradienten im Nordatlantischen Ozean. mit dem Vorkommen von Locker-
gusbrüchen der Vulkane zeigen, daß in den Jahren mit kräftiger vulkanischer
Tätigkeit die Stärke der atmosphärischen Zirkulation erheblich abnimmt: Jeder
Lockerausbruch mit einigermaßen großer Förderleistung bedingt eine Schwächung
der atmosphärischen Zirkulation, die sich gleich nach dem Ausbruch einstellt,
aber bald nachläßt (1). Dieses Ergebnis kommt in der Restkurve von Stykkis-
holm (8. Fig. 2, B} noch schöner zum Ausdruck als in dem Linienzuge für die
Anomalien des meridionalen Druckgefälles (A). Von 1882 bis 1910 tritt die
3.2jährige Welle mit wunderbarer Regelmäßigkeit auf. Die Vulkanausbrüche,
die jedoch keine Periodizität in ihrem Auftreten aufweisen (vgl. 5, S. 326), fallen
In diesem Zeitraum, mit einer Ausnahme, immer mit Tälern dieser Welle zu-
sammen. Auch nach den Ausbrüchen in den Jahren 1883, 1885 und 1886 steigen
die Amplituden sofort wieder an. Die in Fig, 2 gekennzeichneten Vulkanaus-
drüche haben wir nicht mit Gewicht versehen wie Defant; da außer der
Kenntnis der Größe der Förderleistung auch die‘ Größe der Wirkung des
Trübungsschleiers in der äquatorialen Zone der Atmosphäre bekannt sein müßte.
Bei der Eintragung der Vulkanausbrüche in Fig.2 wurden die folgenden be-
rücksichtigt: Krakatao 1883; St. Augustin 1883; Bogosloff 1883; Falkon-Ins. 1885;
Tarawera 1886; Ninafu 1886; Ritterinsel 1888; Bandaisan 1888; Awor 1892;
Mont Pel& 1902; Minami Iwoshima 1904; (aus ı); Dyngjufjol (Island) 1874/75;
Cotopaxi 1877; Ghaie 1878; Komagatake 1905; (Gr. Kamerunberg 1909); Minami
Iwoshima 1914; Sakurashima 1914; Popocatepetl 1915 {[s, (8)].
Dieses Pendeln der atmosphärischen Zirkulation um eine Gleichgewichtslage
bezeichnet Defant als Pulsationen der Atmosphäre (vgl. a. ı). Sie kommen in
der Hauptsache durch die den Strömungssystemen der Atmosphäre innewohnende
Trägheit zustande; da diese sich nicht sofort auf die veränderten Verhältnisse
des Luftaustausches einstellen, sondern ihnen nachhinken, Die so entstehenden
Schwankungen der Stärke der Zirkulation entsprechen gedämpften Schwingungen
(s. Fig. 2, B), deren Impuls gegeben ist durch die veränderten Temperaturver-
hältnisse infolge der VYulkanausbrüche, und deren Periode gleich derjenigen der
freien Schwingungen des atmosphärischen Strömungssystems ist. Defant gibt
als Eigenperiode der aus dem Gleichgewicht gebrachten atmosphärischen Zirku-
iation etwa 3.5 Jahre an. Diese mittere Periode wurde in der gleichen Weise ge-
Irennt aus den Maxima und aus den Minima der Gradientenkurve berechnet (vgl, 1),
1} 8 d, Ztschr. 1936, H. VIL 8. 286,