Rodewald, M.: Eine sekundäre subtropisehe Zyklonen bildungsstätte usw. 435
zwölf Monate des Jahres. Die beigefügten Zahlen geben die Monate wieder. Die
Bahnen der Taifune des Fernen Ostens und der Orkane an der Westküste Mexikos
sind in den zugrunde liegenden Pilot Charts nicht enthalten, während anderseits
die von Korea, Sachalin usw. ausgehenden Bahnen vom Verf, nicht übernommen
wurden, Es wurde hier nur die Hauptbahn mit dem südlichsten Ausgangs-
punkt und Verlauf -— unter Fortlassung vorkommender Einmündungen und Ab-
zweigungen — in ihrer angenäherten. Jahreslage eingezeichnet, und zwar als
breite, gestrichelte Pfeillinie,
Dieser im Zyklonenbesuch überaus bevorzugten Bahn stehen nun eine An-
zahl gelegentlich vorkommender Bahnen gegenüber, wie sie die Abbildung 4
zeigt. Der (im Original nicht hervorgehobene) Bahnbeginn ist hier — als un-
gefähre Bildungsstätte der Zyklone — schärfer markiert. Beim Vergleich dieser
Abbildung etwa mit Abbildung 2 tritt die Übereinstimmung sofort zutage, und
die Entfernung der einzelnen Bahnen bzw. Bahnanfänge von den beiden erwähnten
Stationen ist dabei doch so groß, daß die Beeinflussung des Ergebnisses durch
sie nicht ausschlaggebend. sein. kann,
Man sieht: An das ostasiatische Maximalgebiet von Zyklonenbildungen — die
eigentlichen Taifunbahnen westlich der Marianen sind, wie erwähnt, nicht in
der Abbildung enthalten — schließt sich Zwischen 160° und 170° O-Lg. ein von
Zyklonengeburten und -bahnen so gut wie freies Gebiet: Dann folgt das
sekundäre mittelpazifische Maximum subtropischer Zyklonenbildungen (und
‚bahnen), das wie in Abbildung 2 in ein mehr östliches und ein westlicheres Ge-
biet aufgespalten erscheint, Östlich von 140° W-Lg. erlischt die Zyklogenese
wieder völlig (vgl. Abb. 1).
Der einzige bemerkenswerte Unterschied zwischen der Abbildung 4 und den
Abbildungen 1, 2 besteht darin, daß in der ersteren die Bildungsstätte tropischer
Zyklonen zwischen 10° und 20° N-Br., 150° und 160° W- Le. stärker zum Vorschein
kommt. Da deren Bahnen auch großenteils „tropischer“, d, h. nach WNW bis NW
verlaufen, so rührt vielleicht das stärkere Midway-Maximum der Abbildung 2 von
diesen, bis dorthin unentdeckten Zyklonen mit her,
Die Frage des Zustandekommens der in obigem nachgewiesenen sekundären
subiropischen. Zyklonenbildungsstätte im mittleren Nordpazifischen Ozean sei an
dieser Stelle nur kurz berührt.
Werfen wir nochmals einen Blick auf die Bahnenkarte der Abbildung 4!
Man wird bemerken, daß die Zugrichtung der Zyklonen durchweg von SSW
nach. NNE gerichtet ist, gegen die mehr latitudinal gerichtete Hauptbahn der
nordpazifischen Zyklonen. Es ergibt sich hier eine Änalogie zu unseren euro-
päischen Verhältnissen, indem die Bahn der miftelpazifischen. Störungen im Ver-
hältnis der Zugstraße Yb zu den nordeuropäischen Zyklonenbahnen steht.
Diese Ähnlichkeit wird mehr als äußerlich sein. So wie die Entstehung eines
Yb-Tiefs ein nördliches, kaltluftumflossenes Zentraltief und einen hochreichenden,
weit südwärts gehenden Kaltluftvorstoß zur Voraussetzung hat*), so darf dies
auch in unserem Falle als maßgeblich für die Zyklogenese angesehen werden.
Es wirken also zunächst die Zyklonenbildungen im. westlichen Abschnitt der
Hauptzugstraße an der Entstehung des kalten Al&uten-Zentraltiefs, das auch
weiter östlich, im Golf südlich ‚Alaska, liegen kann. Dann muß, was das ost-
atlantische Hoch in bezug auf die Vb-Zyklogenesen besorgt?), ein Hoch etwa
zwischen 160° bis 170° O-Lg. (vgl. Abb. 2 und 4) für die mittelpazifischen. Tief-
bildungen bewirken, nämlich das Südwärtsstenern der nördlichen zyklonalen
Kaltluft. Das Warmwassergebiet Östlich Südjapan (Kuroshio) begünstigt dort
den Aufbau eines Höhenhochs,
Damit aber an dieser Kaltluftzunge so weit südlich wie in den 30er Breiten
eine Zyklonengeburt stattfinde, ist es nötig oder zumindest stark begünstigend,
daß dabei das ostpazifische Roßbreitenhoch zugleich relativ kalt, d. h. mit
) ER. Scherhag: Die Entetehung der Vb-Depressionen . a. Hydr.; Zwei
Bu SL ya % Es On 4 tetehung der Vb-Depressionen, Ann, d. Hydr. 1936, Zweites Köppenheft,