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Full text: 64, 1936

132. Annalen der“ Hydrographie und. Maritimen Meteorologie, Oktober 1936, 
sondern. mußte eben aus diesen Definitionsgleichungen. :bewiesen werden, was 
ich damals durchgeführt habe, Und insbesondere kann man sicht daraus, daß 
sich Breitenkreise und Meridiane eines Entwurfs rechtwinklig schneiden, schließen, 
er sei also winkeltreu. Dann wäre auch jede Plattkarte und jeder beliebige 
erdachsige radliche Entwurf. winkeltreu. ; 
Meine Angabe, daß alle Geraden der Ebene in diesem Entwurf Bilder von 
Azimutgleichen sind, erklärt Wedemeyer S. 35 für unrichtig. Die Parallel- 
geraden zum Mittelmeridian seien keine Azimutgleichen; auch sehienen ihre 
Urbilder auf der Kugel überhaupt keine besondere Bedeutung zu haben. Daß 
aber auch diese Geraden Bilder yon Azimutgleichen sind, und welche Bedeutung 
sie auf der Kugel haben, ist leicht einzusehen, Man halte z, B. irgend einen 
Punkt A (g,|4,) der Kartenebene als Ausgangspunkt eines Büschels von Azimut- 
gleicheln fest, deren Zielpunkte man stetig auf dem Mittelmeridian (1 = 0) pol- 
wärts aufen läßt, Dann ist das Urbild der durch A gelegten Parallelgeraden 
zu Ä=,0 auf der Kugel jene Azimutgleiche, zu der man in dem Augenblick 
gelangt wo der Zielpunkt den Pol erreicht. Alle diese Grenz-Azimutgleichen 
bilden auf der Kugel ein Büschel von Cassinischen Linien, unter welchen. der 
Meridian Ä4==0 einen zum Großkreis ausartenden. Grenzfall darstellt, Diese beson- 
deren Azimutgleichen gehören eben tatsächlich zu dem Bündel von co? Azimut- 
gleichen mit Zielpunkt auf dem Meridian A== 0, die in unserm Kartennetz als 
Jie Gesamtheit der Geraden der Kartenebene abgebildet werden. Von den 
Meridianen gehört aber nur der Meridian A==0 dazu, während alle übrigen 
Meridiane, die als Hyperbeln abgebildet werden, nicht zu diesen ausgewählten 
»o* Azimutgleichen gehören, obwohl auch sie den Pol erreichen und Azimut- 
gleichen. sind. wie noch cc* andere, deren Zielpunkte eben nicht auf dem Meri- 
dian 4=0 liegen. Für die Azimutgleichenfragen ist eben das Ankommen jedes 
Halbmeridians im. Pol, in dem ja das Azimut seinen bestimmten. Sinn. verliert, 
eine eigenartige Angelegenheit, Darauf weist das Netz unserer winkeltreuen 
Azimutgleichenkarte sehr deutlich hin, indem in ihr jedes Halbmeridianbild den 
Pol in einer anderen Richtung im Unendlichen sucht und so das Bild des Pols 
die ganze unendlich ferne Gerade der Ebene wird, 
Über die Umwandlung dieses Kartennetzes durch Kehrwertstrahlen (Trans- 
formation durch reziproke Radien) wirft mir Wedemeyer die Behauptung vor, 
ich hätte dieses umgewandelte Netz zuerst 1935 entwickelt, während er es schon 
20 Jahre früher angegeben habe, Die hier von Wedemeyer beanstandete 
Stelle in meiner Arbeit „Ebene Kugelbilder“ S. 66 lautet: „Ein von Maurer 
berechnetes Kartennetz dieses Entwurfs mif Meridianen und Breitenkreisen von 
Grad zu Grad wurde 1931 dem Luftschiff „Graf Zeppelin“ für seine Arktisfahrt 
als Funkortungsnetz für Eigenpeilungen mitgegeben und 1983 veröffentlicht. 
Das gleiche Lemniskatennetz (von 15° zu 15°) stellen. die punktierten Linien in 
Fig, 1 der schon erwähnten Arbeit ron Wedemeyer (Ann. d. Hydr. 1918, S. 209) 
dar, wenn man die von links nach rechts laufende Symmetriegerade als Meri- 
dian y=0 und die Gradzahlen auf ihr als Polabstände auffaßt“. Danach kann 
man mir wohl nicht vorwerfen, ich hätte die Priorität Wedemeyers hinsicht- 
lich dieses Netzes bestritten. Dagegen möchte ich auf die umgekehrte Tatsache 
hinweisen, daß Wedemeyer in seiner Schrift von 1936, in der er meine Arbeit 
„Ebene Kugelbilder“ von 1985 häufig erwähnt, ein winkeltreues Kreisnetz nach 
dem Gesetz g = |tang 3| vorschlägt, ohne zu. erwähnen, daß ich genau das- 
selbe Netz in der Arbeit von 1935 vorgeschlagen, eine Koordinatenzahlentabelle 
dafür und eine Zeichnung des Netzes veröffentlicht habe mit der Begründung: 
„Ich habe, um einen besseren winkeltreuen Kreisnetzentwurf für die ganze Erde 
vorzuschlagen, n 80 bestimmt, daß die Gesamtlängen von Äquator und Mittel 
meridian im richtigen Verhältnis 2:1 zueinander stehen. Dann wird n=— 0.7049%, 
Es ist mir nicht zweifelhaft, daß Wedemeyer unabhängig von mir denselben 
Gedanken wie ich. gehabt hatz aber meine frühere Veröffentlichung desselben 
war ihm &o rechtzeitig bekannt, daß er dies in seiner Arbeit hätte erwähnen 
können. N
	        
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