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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

Maurer, H.: Über Winkeltreue In Kartenentwürfen, 
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neuen Karte, Eg ist klar, daß-nach dieser Konstruktion in.der Tat alle Kurs- 
gleichen von Winkel & erhalten. bleiben und.auch alle neuen Meridiane unter 
dem richtigen Kurswinkel @ schneiden. Aber diese Karte würde weder zenital 
(fächerig) noch winkeltreu- sein. Außer den Kursgleichen « würden keine 
anderen Kursgleichen die Meridiane unter den richtigen Winkeln schneiden; auch 
wären die Bilder der Breitenkreise nicht mehr Kreisbogen um N’ als Mittelpunkt, 
Die Figur 4 verdeutlicht einen solchen Entwurf, in dem X = 2+ sin? 3 gesetzt 
ist und. die Kursgleichen. vom Kurswinkel @&== 60° erhalten bleiben, Das neue 
Netz zeigt in ausgezoge- 
nen Linien. Meridiane und 
Breitenkreise von 15° zu 
15° bis zum Polabstand 
185° und eine Kursgleiche 
& = 60°, Vom allkreisigen 
Netz sind punktiert und 
gestrichelt Meridiane und 
Breitenkreise eingezeich- 
net auf der Südhalbkugel 
von 15° zu 15% auf der 
Nordhalbkugel nur von 
45° zu 45°, 
Man erkennt im neuen. 
Netz die ungleichförmige 
Verteilung der Meridian- 
geraden und die sie 
nicht rechtwinklig schnei- 
denden, von der Kreisge- 
stalt abweichenden ‚Brei- 
tenkreise gegenüber der 
Regelmäßigkeit des all- 
kreisigen Netzes, Die Kurs- 
gleiche aber ist beiden 
Netzen gemeinsam und 
bleibt auch bei Drehung 
um den Kartenpol stets Kursgleiche beider Netze, von denen das eine winkeltreu 
und zenital (fächerig) ist, das andere nicht. In der Tat liefern nur Entwürfe 
% 
nach den Gesetzen = rn; 0= V tg 5 winkeltreue Netze, in denen alle Kurs- 
gleichen dieselben Kurven wie im erdachsigen allkreisigen Entwurf sind. 
Bei der Wichtigkeit, die die Kursgleiche in Wedemeyers Ableitungen als 
verbindendes Glied in den verschiedenen winkeltreuen Netzen hat, scheint es 
mir doch angebracht, auch die Gleichung dieser Linien elementar abzuleiten, 
wie es in dem alten Nautischen Lehrbuch der Reichsmarine von 1906 geschieht. 
Mit der Vaterschaft dieser Ableitung beehrt mich Wedemeyer zu unrecht, Sie 
steht sehon in der früheren Auflage von 1901, an deren Bearbeitung ich nicht 
beteiligt war. Ich habe 1906 nur eine elementare Ableitung der Merkator- 
Funktion hinzugefügt. Die Ableitung der Kursgleiche benutzt wie in Figur 3 
die Ähnlichkeit der aufeinanderfolgenden Dreiecke, deren Seiten je zwei Me- 
ridiane und ein Bogenstück derselben Kursgleiche sind. Wir denken uns den 
Aquatorbogen Ag = 4 [Halbmesser NA =1] in m sehr kleine gleiche Bogen- 
stücke von der Größe | geteilt, also m= 4:1 Nach der Ähnlichkeit der Drei- 
. 2 „ 
ecke folgt dann wie oben N = RC =, „No= und NG = x" x? Test p der 
Polabstand des Urbildpunktes zu G auf der Kugel, so ist nach dem allkreisigen 
Abbildungsgesetz N F= tg E Also tg = xT. In dem sehr kleinen Dreick AB b, 
Ann. d, Hydr, usw, 1086 Heft X,
	        
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