418 Annalen der Hydrographie and. Maritimen Meteorologie, September 1936,
Ausbrüche die Gebirge nicht überschreiten können
und sich an Ve in zwei Arme spalten“.
Überblickt. man die Arbeit als Ganzes, so maß
man mit Freude feststellen, welche großen Fort-
schritte die Erforschung der Singularitäten im
jährlichen Witterangsablauf in kurzer Zeit anf
zuweisen hat, RK. Scherhag.
Alfred Löbhner- Horizontale und vertikale Staub-
verteilang In einer Großstadt. Veröff.d. Geophya
Instituts der Universität Leipzig, zweite Serie
Band VII, Heit 2. ;
Mit einem nenarligen Staubzühler; dem Zeiß-
schen. Konimeter, der die Zahl der Staubteile in
einem bestimmten. Luftrolumen zu ermitteln we-
stattet, hat der Verfasser die horizontale md ver-
ükale Staubyerteilung über Leipzig studiert und
eine. ganze Reihe wertvoller Ergebnisse erhalten,
die ber der zukünftigen Planung‘ von Industrie
anlagen und dem Bau von Wohnsiedlungen sicher
wertrolle. Dienste leisten, werden, .
Ak größter Stauberzeuger erwies sich der
Bahnhof, während die von den Fabrikschornsteinen
ausgeschleuderten. Rauchmassen auf Grand won
vertikalen Sehnitten ası Funktumx und am Peters
kirchtaem bei trockenem Wetter etwa in 50 bis
60 Meter Höhe liegen. und eine zweite Staubschicht
in etwa 20 m Höhe won den Schornsteinen er
Häuser gespeist wird, Bei großer Luftfeuchtigkeit
and. Regen wird diese stanbhaltige Schicht in
Jiefere Schichten befördert, so daß yerade Nebel
and. Regen einen hohen Staubgohalt be
dingen, ein ganz unerwartetes Kigebnis,
| Augerordentlich reinigend wirken Grünanlagen,
deren ringlörmiger Anordnung Leipzig seine
verhältnismäßiy geringe Staubgefährdung: ver
dankt: Nach der Filterüng in Parkaplagen. sinkt
die gefundene Staubmenge. in vielen. Fällen un-
vermittelt um mehr als 30%, und selbst
schwach bebaute Gebiete bedingen bereits eine
bemerkenswerte Abnahnre des Stanbgehalts
Es könnten lüer mir die wichtigsten Ergeb-
nisse dieser neuartigen Untersuchung besprochen
werden, deren eingehendes Studium sicherlich
nicht nur für den Bioklimatologen vöh großem
Nutzen. sein. wird, RR, Scherhag,
Wolt-Egbert Schleler Zur Theorie der Luft
spiegelungen, insbesondere des elliptischen Falles,
Veröff, d. Geophrs, Tostitots der Universität
Leipzig, zweite Serie, Band VII, Heft 3.
Vorliegende Untersuchung behandelt zusam.
menfassend die gesamte bisker über die Theorie
und Beobachtung der Spiegelungen erschienene
Literatur, und das 153 Nummern umfassende Ver:
zeichnis der teilweise an schwer zugänglicher Stelle
erschienenen. Schriften wird zukünfüige Arbeiten
Auf diesem. Gebiete sicher seht erleichtern, Im
letzten. Teil gelingt. es dam dem Verfasser, die
Gruandpgleichungen für den elliptischen Fall aufzu-
stellen und den Gang der Rechnung anzudeuten,
wobel die Lösung mit Hilfe der Störungstheorie
ermöglicht wurde, Die vollständige Dürchrecke
nung: eines Beispieles, die: einen grüßen Rechen-
aufwand erfordert, kündet Schiele Hireine später
Folgende Arbeit an RK. Scherhag.
Gerd Wichmann; Die geographischen Grund-
lagen der Deutschen Hochseefischerei und ihre
Entwicklungnach dem Weltkriege, Inaug, Dissert,
A. Unir, Jena, Gedr. b. Carl Beck, Eisfeld,
Thür. 1935, Mit 8 Karten.
Der Verfasser gibt in ausgezeichneter Dar-
stellung: einen. Überblick über die Fanggebiete und
zeigt. die Entwicklung: der Hochseefischerei au
Grund der natürlichen Grundlagen. Der Inhalt
ist kurz folgender: .
Die Hauptfangsebiete der Deutschen Hochser-
üscherei. sind. die Nordsee, das Barentsmeer wod
die Gewässer um Island, Die flache, mährstoff-
and fischreiche Nordsee et. das Hauptfanggebiet
ür den Hering; Fast 100% aller Heringstänge
erden hier getätigt. Der Anteil der Schollea am
Fischdam pferfang 1st jedoch recht. gering. wexeli-
värlig ebwa 0,03%, Der Schollenfaug wird. in der
Deutschen Bucht hauptsächlich von Hochsee-
notorkuttern betrieben. und macht bier 50% des
Sesamtfanges aus, Trotz der intensiven Befischung
Jaxch alle angreizenden Länder aber wird die
Nördses auch im Zukunft md aamentlich. auch
Hür Demtschland. das Hauptfangeebiet bleiben,
— Alınliche Verhältnisse weiss das südöstliche
Barentsmeeranf, „Hier sowohl, wie auch bei Island,
vo die Fischerei aber our auf den schmalen Küsten-
schelf beschränkt ist, Ist ea der außerordentliche
Xährstoffreichtum, der in Verbindung mit den
warmen salzreichen Golfstromausläufern ein massen-
aaftes. Auıfirelen namentlich der Gadiden bedingt,
deren. Fang hier intensir betrieben wird, Etwa
50% aller Kabeljans werden bei Teland gefangen,
vährend der Schellfischfang mit etwa dem gleichen
prözentischen Anteil im Barentemeer überwiegt,
rotz der Ungunst der Witterungsverhältnisse,
lurch. die hohe Nordlage beider Gebiete bedingt
and. trotz der weiten Entferoung: vom Heimats-
yafen sind die Fänge doch so regelmäßig und
obnend, daß die Anzahl der Fangreisen noch
mmer von Jahr zu Jahr steigt, Kira 30% aller
Reisen. Führen nach Island, 15% ins Barentsmeer,
and seit 1030 wird. uch die Bärentisel mit einem
(0% ipem Anteil besucht, Eine vollkommen andere
Stellung‘ nimmt. die Ostsee ein, Schon Skaperrak
and Kattegat verlieren dürch die Boden- sowie
Jie eigenartigen hydrographischen Verhältnisse an
Bedeutung tür die Hochseefiseherei, da die Aus-
nicht auf FErirag zu tolbestimpit ist. Die Ostsee
jelbst. spielt. für die Hochsecfischerei als Groß-
betrieb keine Rolle, da die „Massenfische“ fehlen,
ibgleich. die Ostsee. durchaus nicht fischarm ist;
Dagegen. konnte sich hier (rühzellig eine aus-
zedekute Küstenfischerei. mit ‚zahlreichen Stütze
Pokten. entwickeln, bedingt durch die Küsten-
gestaltung, die die Anlage von Häfen begünstigt.
Dagegen. it die flache Watten« und Marschen-
küste: der Nordsee der Küstenfischerei hinderlich,
Wohl aber begünstigte hier die Lage zu den fisch-
reichen Fanggebieten die Entfaltung der Hochsee-
dampffischerei als Großbetrich, mit Konzentration
an wenigen ausgezeichneten Punklien (Cuxhaven,
Wesermünde, Emden}; durch gute Bahnwerbin-
Zungen wird der Absatz im wvolkreichen Binnen-
land. gefördert. a ,
Es stellte sieh heranıs, daß die danernd. hohen
Zuführen. der Jeistungsfähigen Hochseefischerei
<einen gerügenden Absatır fanden. Das führte
zur Entwicklung der Fischindustrie, die durch
Verarbeitung zu haltbaren Konserven die über-
‚chüssige Ware vor dem Verderben bewahrt.
Diese Industrie hat solchen Aufschwäahg genommen,
daß die angelandeten Fänge häufig nicht genügten
and Auslandszufuhren nötig: würden,
Die Fischereiflotze jet Tas ganze Jahr über In
Tätigkeit, lediglich im Mai und Juni bemerkt. pag
ein. größeres Absinken der Fangreisenzahl, Die
Hanptfangzeit im der Nordsee ist von Juli bis
Oktober: bei Island wird vom Februar bis April,
im Barentemeer vom November bis Janoar, bei
der Bäreninsel im Oktober und November vor-
ZUgsweise gefischt, A. Richfer,