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Full text: 64, 1936

Kleinere Mitteilungen. 
4.17 
Die goldene „Georg-Neumayer-Medaille“ ist 1897 gegründet worden 
anläßlich des 70, Geburtstages des Seewartengründers Professor Dr. Georg 
y. Neumayer [+ 1909]. Sie wird in Zeitabständen won etwa fünf bis sieben 
Jahren von dem genannten. Ausschuß verliehen für hervorragende wissenschäft- 
Jiche Leistungen auf einem oder mehreren der Gebiete des Erdmagnetismus, der 
maritimen Meteorologie, der allgemeinen Meereskunde, der Erforschung 
des australischen Kontinents und der Polarforschung, insbesondere der 
antarklischen, Bisher haben die Medaille erhalten: 
1900 Carl Börgen, Wilhelmshaven [71909], 
{906 Carl Koldewey, Hamburg [T 1908), 
1913 Louis A. Bauer, Washington [71932], 
1920 Wladimir Köppen, Graz, 
1924 Adolf Schmidt, Gotha, 
[930 Huge Eckener, Friedrichshafen /Bodensee, 
1986 Gerhard Schott, Altona/Elbe, 
Ca, 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Fritz Engelmann: Die Singularität im Druck- AUSBCHTÄSEE Singularität erscheint. Eine ähvliche 
verlauf Ende November, ihr ınnerer Aufbau und Singularität wie an der Wende vom November 
ihr Einfluß auf den Temperaturverlauf Europas zum Dezember ist Ende Januar ausgebildet, und 
im Dezember (Weihnachtstauwetter), Veröff, d. der Verfasser weist auf den in vielen Punkten ähn« 
Geophys, Instituts d. Universität Leipzig, zweite lichen. Ablauf dieser Erscheinung hin, 
Serie, Band VIL, Heft 1. x Im letzten Teil bespricht Engelmann als 
Unter den Singularitäten im jährlichen Drack- finzelfall die Witterungsperiode November—De- 
verlauf ist das Druckminimum Ende November zember 1925, die die einzelnen Singularitäten in 
and Anfang Dezember eins der markantesten „egonders guter Ausprägung zeigte und einen fast 
Phänomene, das wir in mehr oder minder guter zeispiellosen Umsechwung von winterlichem Schnee- 
Ausprägung über ganz Europa und den anschließen. „yetter zu einer weihnachtlichen Wärmeperiode 
den Teilen Asiens finden. Die eingehende Analyse orachte, der sich in den letzten Tagen des Jahres 
Engelmanns führt zu, dem Ergebnis, daß dieses ‚995 jn einer verheerenden Hochwasserkatastrophe 
Druckminimum sich aus zwei getrennten Fall- „shesondere im Rheinland auswirkte, Dieses Bei- 
yebieten. zusammensetzt, von denen das eine Ende ziel läßt klar erkennen, wie die Zyklonen zunächst 
November über Nordwestrußland mit der Bildung jber Rußland weit südwärts vordringen. und damit 
einer umfangreichen Zyklone verknüpft, während 1yf ihrer Rückseite vom Eismeer aus Kaltluft von 
die zweite Störung Anfang Dezember durch eine mmer größeren Gebieten Besitz ergreift,. Wie sich 
erhebliche Druckverminderung Über Nordwest- sach der Polarfronttheorie die einzelnen Glieder 
europa charakterisiert ist; Muteleuropa legt im iner Zyklonenfamilie immer weiter südlich bilden, 
Übergangsgebiet zwischen diesen beiden verschie- ;o muß bei der hier besprochenen Wetterlage die 
tenen Typen. Die Untersuchung der Temperatur- [nfimassenverteilung. die Zyklogenesen ständig 
diskontinuität bestätigt diese von Engelmann weiter westlich entstehen lassen, Die dabei über 
aus dem Druckverlauf gezogene Schlußfolgerung, Mitteleuropa herrschende Nordwestströmung zeich- 
and ebenso stimmen damit die Singularitäten. N net sieh auch im diesem Falle zu Beginn durch 
den Windverhältnissen, zu deren Feststellung ‚ehr hohe Temperaturen aus, und es ist keine über- 
Engelmann die mühevolle Arbeit der Berech- ‚eugende Schlußfolgerung, wenn Engelmann den 
aung der mittleren Windrosen von fünf Stationen (Waymluftcharakter dieser Strömung dadurch ein- 
Europas und Rußlands für 23 Pentaden auf sich ;chränken zu müssen glaubt, „daß €8 sich nur um 
nehmen mußte, im großen. und ganzen damit über- ne maritime subpolare Luftmasse handeln kann“. 
zin. Als Ursache der Singnlaritäg findet der Ver- Denn die Höhenaufstiege von Soesterberg (Hol- 
fasser eine Störung der allgemeinen Zirkulation, ayd) zeigen einwandfrei, daß die Temperaturen 
indem sich zunächst das isländische Depressions: Jort bis zum 21. November 1925 in der gesam. 
gentrum. auffüllt und das Azorenhöch eine nord. ten unteren Troposphäre fast 109° über 
nordöstliche Verlagerung erfährt; um dieses autl- dem Mittel lagen, und wenn auch die Strömung 
zrklonale Steuerungszenirum wandern die Zyklonen ıns Nordwesten nach Mitteleuropa gelangt, so 
über dem westlichen Atlapiik nordwärts und biegen haben sich doch dabei im der kurzen Zeitspanne, 
dann über Nordeuropa nach Südosten um, wöbei „go sie sich in höheren Breiten aufbhielt, ihre im 
die erhebliche Druckabnahme über Nordrußland Bereich des ‚Azorenhochs erworbenen spezifischen 
die Folge ist, Anfang Dezember erfolgt dann mit Eigenschaften in der Höhe kaum geändert, 
dem starken Drackfall über Nordwesteuropa die Bedauerlich ist, daß trotz der in den letzten 
Regeneration des Islandıiefs. Diese N Jahren so erheblichen Zunahme aerologischer Auf- 
des Islandtiefs soll nun nach Engelmann schließ- 074 noch Auffassungen vertreten werden können 
lich auch für das häufig um die Weihnachtszeit +” 4; daß!) die nordskandinavischen Mittel- 
SE EE a HE vebirge „den subpolaren Luftkörpern den Übertritt 
recht regelmäßige Erscheinung im jährlichen WILte- arten. wa On Aaaban TOaleln fe, 
rungsablauf darstellt. dessen Kintrittszeit aber so gestatten, während die. Dachen arktischen Kaltluft 
stark schwankt, daß in den Mittelkurven ‚keine 5 8.10.
	        
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