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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

Kleinere Mitteilungen, 
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Die beiden starken Pfeile in der Abbildung mögen diesen thermisch bedingten 
Höhenwind veranschaulichen. Daraus wird nun auch die divergenzverstärkende 
Rolle der unter 1. geschilderten südlichen Frontaufbiegung verständlich, Man 
zieht, daß auch die Regel erfüllt ist, daß das auflebende Tief zentral in 
das Frontalzonendelta, d.h. hier in das Gebiet der mitteltemperierten 
Masse, hineinzieht. 
Das 760 mm-Tief hatte sich bereits vom 4. auf den 5, September, über die 
Anregung durch das Labrador-Druckfallgebiet hinaus, zu entwickeln begonnen 
{„zusätzlicher“ Druckfall um etwa 6 mm in 24 Stunden). Dies, obwohl augen- 
scheinlich noch keine kältere Luft an seinen Warmsektor gelangt und das Drei- 
masseneck im strengen Sinne noch nicht hergestellt war. Es scheint also 
bereits eine Annäherung der Massen im Sinne der Herausbildung 
eines Dreimassenecks druckfallerzeugend zu wirken, was aus der auch 
dann schon vorhandenen Änderung des Druckfeldes und Windsystems in der 
Höhe verständlich wird. 
Daß die Zyklonenentwicklung häufiger nach diesem Schema abläuft, möge 
man schon daraus ersehen, daß auch die unserem Fall vorausgehende und nach- 
folgende Zyklonenvertiefung bzw. -neubildung vom %, und 8, September 1901 
südöstlich. bzw. südwestlich Neufundland in ganz ähnlicher Weise vor sich geht. 
Martin Rodewald, Hamburg. 
6. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr, 75: Seeverkehrsweg: 
Westliche malaiische Region des Stillen Ozeans, — Aus der Sammlung des über- 
seeischen meteorologischen. Dienstes der Deutschen Seewarte. — Witterungsver- 
lauf an einem winterlichen Monsuntage in der Nähe von Singapur. 
Beebachtungstag: 14. Februar 1935, 
Bei einer kräftigen NE-Monsun-Brise kommen. wir in die Nähe der Malakka- 
Halbinsel. Die Sonne scheint häufig durch Lücken in der Acu-Decke und. der 
dichten Ci-Schicht hin- 
durch, Doch rauschen in 
kurzen Zeitabständen tro- 
pische Kegenschauer aus 
den schweren Cunb nieder 
(Abb.}. Ein einziger Schauer 
bringt etwa 2 mm Regen. 
Bar part 268° tyyasser 26.9°% 
Feuchte ff 82%. — 12h; 
y 264% tw 27.4°%° 188%. 
Um 15% kommen Berge und 
iropische Inseln in Sicht. 
Wenn die Sonne durch die 
schweren Wolken scheint, 
leuchtet das Grün der 
Wälder, Palmen und Grün- 
Nächen, gleißt der Sand. 
Es ist drückend heiß und sehr feucht, 1643; t; 26,3°, tw 27,8°; £ 84%. Gegen 
Abend auf der Reede von Singapur ‚wird es etwas klarer, aber keineswegs 
erfrischender oder kühler. Überraschend schnell versinkt die Sonne. Die schöne 
Tropennacht scheint sternklar, plötzlich aber rauscht und prasselt wieder ein 
recht ergiebiger Regenguß herab. — 205: t, 26,9° tz 26,8%. — Lußlttemperatur 
und -feuchte sind mit einem Aspirations-Psychrometer bestimmt, Zur Messung 
der Wassertemperatur diente ein in Zehntel-Grade geteiltes Wasserthermometer, 
H. Edeler, 
7. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 76: Seeverkehrsweg: 
Region der ostasiatischen Randmeere. — Aus der Sammlung des überseeischen meteo- 
rologischen. Dienstes der Deutschen Seewörte. — Verlauf eines winterlichen 
Monsuntages an der oöstchinesischen Küste südlich der Jangtsemün- 
dung. Beobachtungstag: 7. Februar 1935,
	        
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