419 Annalen der Hydrographie und Maritimen. Meteorologie, September 1986,
eine Charakteristische Temperaturverteilung voratusging: Der Hauptdruckfall
Endet Im Delta einer Frontalzone statt, das schon aus den Isothermen
im Meegresniveau mit Deutlichkeit erhellt. Es gibt aber auch Fälle, besönders
in. der wärmeren Jahreshälfte, wo die Verteilung‘ der Lufttemperatur nur wenig
Anhaltspunkte für die Beurteilung der Zyklonenentwicklung liefert, umd es sei
deshalb im folgenden gezeigt, daß hierfür die Mässen- und Fronten-
Anordnung ein weiteres Hilfsmittel abgeben kann. Wir wählen das Beispiel
einer Sturmtiefbildung über dem mittleren. Nordatlantischen Ozean vom Anfang
September 1901, wieder an Hand der Hoffmeyer-Karten %), N ;
Die beigegebene Abbildung zeigt die Morgen-Wetterlage vom 5, September
1901, Das Teiltief von. 755 mm südöstlich Neufundland ist das Gebilde, das zum.
Sturmtief wird, Es liegt am
nächsten Tage mit einem ge-
schlossenen Zentrum von 745mm,
wie in.der Abbildung angegeben,
am der Stätte des Hochdruck-
keils vom 5, September (Guil-
bert-Grossmannsche Regel),
Dann schwenkt es unter anhal-
tender Vertiefung, bis auf 730 mm
äm 7, September, nordwärts um,
und am Folgetäge hat sein
Zentrum von 730 mm moch
weitere Ausdehnung erfahren,
Bereits am 6, September
werden. im Südhalbraum des
Tiefs Sturmstärken verzeichnet,
Am. nächsten Tage herrscht um
das Tief stireckenweise sogar
schwerer Sturm; am 8.September
ist noch ein ausgedehntes Feld
steiler bis stürmischer Winde
_ vorhanden,
Die in der Abbildung wiedergegebenen Lüufttemperaturen vom 5. September
lassen nun, wie man sieht, nichts derart Ausgeprägtes wie vor der Entwicklung
der besprochenen Oktober-Sturmzyklone. erkennen, bei der auf engem Raum ein
Temperaturunterschied. von 20° herrschte und bei der die Isothermen aus dieser
Frontalzone heraus ausgesprochen divergierten, Im Vergleich hierzu hat das
Fragliche Teiltief vom 5, September 1901 in. seiner Umgebung nur mäßige
Temperaturgegensätze — der Größenordnung nach etwa ein Drittel so stark wie
in. jenem Fall —, und eine Isothermendivergenz vor dem Teiltief ist nach den
vorhandenen Temperaturwerten wenig ausgeprägt, Trotzdem. ist der Luftdruck
bis zum nächsten Tag um 45° N-Br., 80° W-Le. um mehr als 20 mm gefallen,
and das Tief entwickelt sich zur Hauptzyklone des. Kartenbildes,
Betrachten wir dazu. das Bild der Wetterlage am 5. September! (Gegenüber
dem Hoffmeyer-Kartenoriginal sind nur einige scharfe Krümmungen der Iso-
baren in Knicke umgewandelt worden.)
Um 30° N-Br. liegt das tropiklufterfüllte Roßbreitenhoch mit latitudinaler
Hauptachse, in dem übrigens die den Wassertemperaturen entsprechende Ab-
nahme der Luftwärme von West nach Ost charakteristisch ist (von 28 bis 29°
östlich Bermuda auf 21 bis 22° bei den Kanarischen Inseln), Man sieht, daß die
Tropikluft des Roßbreitenhochs im Westen den deutlichen Warmscktor des
Teiltiefs südöstlich Neufundland bildet und daß das Tief bis zum. nächsten
Tage genau nach dem Isobaren- und Strömungsverlauf im Warmsektor fort
schreitet („Kurslinie“ am Warmsektor-Scheitel).
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4) Tägliche synoptische Weiterkarten ff. d.. Nordatl. Ozean u. d. angrenz. Tale der Kontinente
Jahranhe XX, 4. Quartal (Sept, bis Nov, 1901} ‚cd, angrenz, Teile der Kontinente,