Kleinere Mitteilungen,
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Weiter führt Douglas ein Beispiel an, wo ein ausgedehntes frontgebundenes
Regengebiet eine abnorme Zugrichtung parallel zur Front aufwies, and
betont, daß die Ausbreitung des Niederschlags im diesem Falle mit der
Höhenströmung erfolgte, die überhaupt bei der Vorherbestimmung der
Zugrichtung eines Regengobiets in vielen Fällen von ausschlaggebender
Bedeutung ist
Für die Entstehung der frontgebundenen Niederschläge möchte Douglas
in vielen Fällen die Verschärfung des Temperaturgegensatzes an der Front
verantwortlich machen, da dadurch in der Höhe gerade an der Front eine
Zusammendrängung der Stromlinien erfolgen müsse, die ihrerseits nur durch
Vertikalbewegung ausgeglichen werden könnte, Ich. glaube, daß man dies
Problem in Zukunft wird gerade umgekehrt anfassen. müssen, indem man in der
Höhe gerade die Zonen sucht, wo die Luft nicht zusammengedrängt wird,
sondern im Gegenteil auseinander strömt. Wohl verdanken die orographisch
ausgelösten. Niederschläge der Stauung und Zusammendrängung der Stromlinien
ihre Entstehung, aber die Begleiterscheinungen sind hier gerade gänzlich
anders wie bei den Zyklonenregen: Gebirgsregen ist stets mit der Aus-
bildung eines relativen Hoöchdruckkeils verbunden, worin der Staueffekt
direkt sichtbar wird; bei den Zyklonen fällt der Niederschlag aber ganz vor-
wiegend in Fallgebieten des Luftdrucks, was darauf hindeutet, daß im
Regengebiet gerade ein Fortschaffen ron Lufltmassen. erfolgen muß, Be-
denkt man nun, daß am Boden und in den unteren 2000 m. im Niederschlags-
gebiet fast immer eine Konvergenz der Luftströmung beobachtet wird, so kann
man der Schlußfolgerung‘ nicht entgehen, daß in der Höhe primär ein Prozeß
wirksam sein muß, der Luft fortschafft, Primär muß dieser Vorgang deshalb
sein, weil das Elnströmen in. ein Tief niemals aus sich heraus zuerst entstehen
kann, sondern immer die Bildung einer Zone geringeren Luftdrucks, wo also
Masse abgeströmt ist, voraussetzt, .
Außerst interessant ist folgende Fragestellung des Verfassers: Tropisch-
maritime Luft zeichnet sich häufig durch sehr geringe Feuchtigkeit oberhalb
1500 m. aus, oft mit einer Inversion an der oberen Wolkengrenze. Wenn aber
Regen aus der Tropikluft durch die Frontfläche hindurch fällt, haben die Wolken-
massen eine große yerlikale Erstreckung, und Inversionen innerhalb der Warm-
luft sind selten. Douglas führt diese Erscheimmg auf die Vertikalbewegung
der gesamten Luftmasse zurück und schreibt, „daß diese Vertikalbewegungen
noch sehr unvollständig verstanden werden. Wenn man sie bespricht, ist
es schwierig, einem Zirkelschluß zu entgehen. Flier scheint ein Schlüssel zu Fehlen,
dessen. Entdeckung die Zukunft. der Vorhersage auf das stärkste beeinfhissen würde!“
Im letzten Kapitel wirft Douglas eine weitere problematische Frage auf:
Er betrachtet die bekannte Gleichung von Margules über die Grenzflächen-
neigung und stellt fest, daß In sich vertiefenden Zyklonen der Gradient und
daher der Zähler in der Formel zunehme, während der Dichtesprung: gleich
bleibt, Dies müßte aber nach der Formel eine Zunahme des Neigungswinkels
der Front in einer vertiefenden Zyklone zur Folge haben, was wieder mit der
Margulesschen Energiebetrachtung in Widerspruch steht. Douglas schließt:
„Die Umsetzung der Schwerkrafts- und. thermischen Energie in kinetische
Energie hängt in der Atmosphäre von Vertikalbewegungen über großen
Räumen. und den zugehörigen Konvergenzen und Divergenzen der
Horizontalsirömung ab. Für einige der Hauptprobleme der synoptischen
Meteorologie mögen. diese Bewegungen eine DOrteilhaftiere Untersuchunge-
richtung sein. als die Grenzflächen, die schön. viel. Beachtung gefunden. haben!)
= R. Scherhag,
5. Wetterskizzen, Nr. 9: Die Bildungsweise einer nordaflantischen September-
Sturmzyklone. In. der Wetterskizze Nr. 2°) wurde an dem Beispiel einer nord.
atlantischen Oktober-Sturmzyklone gezeigt, daß der Vertiefung zum Sturmwirbel
*) In der Origimalabhandlung sind die hier gesperrt gedruckten Stellen nicht besonders her-
vorgehoben, — 2) M. Rodewald, Die nordatlantische Luhtemperaturverteilung vor Entstehung einer
langlebigen Oktobersturmzyklone auf dem 50, Breitenkreis, Ann, d.. Hrdr. 1936, 8. 264.