accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 64, 1936

Kleinere Mitteilungen, 
411 
Weiter führt Douglas ein Beispiel an, wo ein ausgedehntes frontgebundenes 
Regengebiet eine abnorme Zugrichtung parallel zur Front aufwies, and 
betont, daß die Ausbreitung des Niederschlags im diesem Falle mit der 
Höhenströmung erfolgte, die überhaupt bei der Vorherbestimmung der 
Zugrichtung eines Regengobiets in vielen Fällen von ausschlaggebender 
Bedeutung ist 
Für die Entstehung der frontgebundenen Niederschläge möchte Douglas 
in vielen Fällen die Verschärfung des Temperaturgegensatzes an der Front 
verantwortlich machen, da dadurch in der Höhe gerade an der Front eine 
Zusammendrängung der Stromlinien erfolgen müsse, die ihrerseits nur durch 
Vertikalbewegung ausgeglichen werden könnte, Ich. glaube, daß man dies 
Problem in Zukunft wird gerade umgekehrt anfassen. müssen, indem man in der 
Höhe gerade die Zonen sucht, wo die Luft nicht zusammengedrängt wird, 
sondern im Gegenteil auseinander strömt. Wohl verdanken die orographisch 
ausgelösten. Niederschläge der Stauung und Zusammendrängung der Stromlinien 
ihre Entstehung, aber die Begleiterscheinungen sind hier gerade gänzlich 
anders wie bei den Zyklonenregen: Gebirgsregen ist stets mit der Aus- 
bildung eines relativen Hoöchdruckkeils verbunden, worin der Staueffekt 
direkt sichtbar wird; bei den Zyklonen fällt der Niederschlag aber ganz vor- 
wiegend in Fallgebieten des Luftdrucks, was darauf hindeutet, daß im 
Regengebiet gerade ein Fortschaffen ron Lufltmassen. erfolgen muß, Be- 
denkt man nun, daß am Boden und in den unteren 2000 m. im Niederschlags- 
gebiet fast immer eine Konvergenz der Luftströmung beobachtet wird, so kann 
man der Schlußfolgerung‘ nicht entgehen, daß in der Höhe primär ein Prozeß 
wirksam sein muß, der Luft fortschafft, Primär muß dieser Vorgang deshalb 
sein, weil das Elnströmen in. ein Tief niemals aus sich heraus zuerst entstehen 
kann, sondern immer die Bildung einer Zone geringeren Luftdrucks, wo also 
Masse abgeströmt ist, voraussetzt, . 
Außerst interessant ist folgende Fragestellung des Verfassers: Tropisch- 
maritime Luft zeichnet sich häufig durch sehr geringe Feuchtigkeit oberhalb 
1500 m. aus, oft mit einer Inversion an der oberen Wolkengrenze. Wenn aber 
Regen aus der Tropikluft durch die Frontfläche hindurch fällt, haben die Wolken- 
massen eine große yerlikale Erstreckung, und Inversionen innerhalb der Warm- 
luft sind selten. Douglas führt diese Erscheimmg auf die Vertikalbewegung 
der gesamten Luftmasse zurück und schreibt, „daß diese Vertikalbewegungen 
noch sehr unvollständig verstanden werden. Wenn man sie bespricht, ist 
es schwierig, einem Zirkelschluß zu entgehen. Flier scheint ein Schlüssel zu Fehlen, 
dessen. Entdeckung die Zukunft. der Vorhersage auf das stärkste beeinfhissen würde!“ 
Im letzten Kapitel wirft Douglas eine weitere problematische Frage auf: 
Er betrachtet die bekannte Gleichung von Margules über die Grenzflächen- 
neigung und stellt fest, daß In sich vertiefenden Zyklonen der Gradient und 
daher der Zähler in der Formel zunehme, während der Dichtesprung: gleich 
bleibt, Dies müßte aber nach der Formel eine Zunahme des Neigungswinkels 
der Front in einer vertiefenden Zyklone zur Folge haben, was wieder mit der 
Margulesschen Energiebetrachtung in Widerspruch steht. Douglas schließt: 
„Die Umsetzung der Schwerkrafts- und. thermischen Energie in kinetische 
Energie hängt in der Atmosphäre von Vertikalbewegungen über großen 
Räumen. und den zugehörigen Konvergenzen und Divergenzen der 
Horizontalsirömung ab. Für einige der Hauptprobleme der synoptischen 
Meteorologie mögen. diese Bewegungen eine DOrteilhaftiere Untersuchunge- 
richtung sein. als die Grenzflächen, die schön. viel. Beachtung gefunden. haben!) 
= R. Scherhag, 
5. Wetterskizzen, Nr. 9: Die Bildungsweise einer nordaflantischen September- 
Sturmzyklone. In. der Wetterskizze Nr. 2°) wurde an dem Beispiel einer nord. 
atlantischen Oktober-Sturmzyklone gezeigt, daß der Vertiefung zum Sturmwirbel 
*) In der Origimalabhandlung sind die hier gesperrt gedruckten Stellen nicht besonders her- 
vorgehoben, — 2) M. Rodewald, Die nordatlantische Luhtemperaturverteilung vor Entstehung einer 
langlebigen Oktobersturmzyklone auf dem 50, Breitenkreis, Ann, d.. Hrdr. 1936, 8. 264.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.