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Full text: 64, 1936

Scherhag, ER. Die Zunahme der atmosphärischen Zirkulation in den letzten 25 Jahren. 403 
10. Die mittlere Temperaturabweichung der Breitengrade im Jahrzehnt 
1921 bis 1930. 
Wir wollen. mit der Temperatur beginnen uud zeigen in Fig 11 (Tafel 63) die mittlere Tera- 
peraturänderung: auf der Erde für alle 10°-Zonen, wie sie sich durch gewöhnliche Zusammenfassung: 
aller verfügbaren und zuverlässig erscheinenden Stationen ergibt, Die ausgezogene Karre bezieht sich 
auf das ‚Jahresmittel, die gestriehelte auf die Wintermönate allein, unterhalb der Tabelle ist jedesmal 
die Zahl der verfügbaren Stationen hinzugesetzt, Es sei noch besonders erwähnt, daß im ganzen: 
vorn 203 verfügbaren. Stationen nur 23 wegen olfenbarer Inhomopenitäten nicht berücksichtigt 
wurden. 
Unser Ergebnis ist eindeutig!®): Abgesehen von der allerdings nur durch 
sehr wenige Orte belegten. Abkühlung‘ südlich von 40° S-Br. und praktisch gleich- 
gebliebener Temperatur in der Zone vom Äquator bis 10° N-Br, ist auf 
der ganzen Erde sowohl im Jahresmittel wie in der Zeit von No- 
vember bis März Erwärmung eingetreten, die in der Arktis ihren 
Höchstwert und. besonders im Winter mit einer Temperaturerhöhung 
von. mindestens 2° ein beachtenswertes Ausmaß erreicht, 
11. Die Schwankungen des mittleren Luftdrucks der Breitengrade, [Fig, 12, Tafel 63]. 
Ebenso eindeutig ist die Luftdruckänderung, die in Fig. 12 für das Jahres- 
mittel für jede einzelne 10°-Zone (dünn ausgezogene Linie) und für mehrere 
Breitenzonen zusammengefaßt (fett ausgezogene Linie) dargestellt ist, wobei 
208 Stationen zur Berechnung zur Verfügung standen (die Anzahl der für jede 
Zone benutzten Stationen. ist in der Figur mit aufgeführt): 
Im gesamten Gebiet der Äquatorzöne und der subiröpischen 
Hochdruckgürtel zwischen 45° N- und S-Breite ist Druckerhöhung 
eingetreten, allerdings im Mittel nur von dem geringen Betrag von 0.1 mb, 
während in der mördlichen. gemäßigien und in der arktischen Zone starker 
Druckfall erfolgt ist, der sein größtes Ausmaß etwa auf 65° N erreicht, Für 
die südliche gemäßigte Zone lassen die Mittelwerte keinen Druckfall erkennen, 
da der über Südamerika eingetretene Anstieg durch. eine Überzahl von Stationen 
vertreten Ist N | a 
Wie groß die Ähnlichkeit der Druckänderung im Dezennium 1921 bis 1930 
mit derjenigen Im. vorangegangenen Jahrzehnt ist, zeigt der Vergleich mit den 
Werten, die Wagner”) für den Druckunterschied zwischen der Periode 1886 
bis 1895 gegen 1911 bis 1920 angibt und die in Fig, 12 (gestrichelt) ebenfalls 
aufgenommen sind: I 
"Lediglich für die Südhalbkugel streuen die Werte von Wagner zu sehr, 
für die Nordhemisphäre besteht Übereinstimmung sogar in Einzel 
heiten. In beiden Jahrzehnten wird die größte negative Anomalie in der 
Zone 60 bis 70° N erreicht, und das polwärts gerichtete Druckgefälle ist 
von. hier bis 35° Breite verstärkt, in der subtropischen und tropischen Zone ist 
der Luftdruck erhöht, Die Werte von Wagner Hegen sogar teilweise noch 
über den unsrigen, aber man muß bedenken, daß Wagner die Zirkulation in 
der Periode 1911 bis 1920 gerade mit einem anderen Zeitraum verglichen hat, 
der ihm eine besonders geringe Zirkulation aufzuweisen. schien (1886 bis 1895), 
was vor allem in der damaligen Häufung kalter Winter seinen Ausdruck fand. 
Dagegen gibt unser Vergleich die Änderung im letzten Jahrzehnt gegenüber dem 
langjährigen Mittel, und unter Berücksichtigung dieses Sachverhalts müssen 
wir zu. dem Schluß kommen, daß die Zirkulation im Jahrzehnt 1921 bis 
1930 gegenüber derjenigen im vorhergehenden Dezennium noch 
yesentlich verstärkt war. 
Ein bedentend genaueres Bild von den in det einzelnen Zonen eingetretenen Druckändertingen 
erhalten wir, wenn wir auf Grund. unserer Druckkarten den mittleren Laftdruck für die einzelnen 
Breitengrade im Jahrzehnt 1921 bis 1930 berechnen und diese Werte: mit früheren Ergebaissen: ver. 
gleichen, Dann fällt die durch die ungleiche Verteilung der Stationen hervorgerufene Bevorzugung 
der zivilisierten. Gebiete: bei der Mittelbildung wenigstens zum größten Teile fort, und das Resultat 
kann. mehr quantitatiy gewertet werden, 
3%) Die Orfginalwerte der Tabelle sind zur Erhöhung der Übersicht unterhalb der Figur ebenfalls 
hinzugesetzt worden. =— #3) a. a0 Georr., Ann. 83, 45.
	        
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