304 Annalen der Hydrographie und. Maritimen Meteorologie, September 1936,
Man sieht aus der Tabelle das nach den früheren Tabellen zu erwartende
Ansteigen der Streuungen von W nach OÖ, außer im September (Korrelations-
faktor). Es ist nicht unmöglich, daß dies eine reelle Grundlage hat, da ja der
Herbst die ruhigste Zeit der Ostsee ist. Andeutungen einer ganz- und einer
„jährigen. Periode liegen zwar offensichtlich vor, doch springen die Werte
jaturgemäß wegen der geringen Beobachtungrszeit zu sehr, als daß sich eine
Ausrechnung lohnen würde, die doch nur formale Ergebnisse liefern würde.
Das Abbe-Helmertsche Kriterium, auf die Mittel (drittletzte Spalte von Tab. 4}
angewandt, ergibt 1,20 + 0.40, also keine Sicherheit für die Wirklichkeit einer
Periodizität; allerdings ist das Kriterium nicht absolut zuverlässig.
$ 5. Relative Amplitude, Neuerdings wird vielfach erfolgreich mit dem Be-
griff der „relativen Amplitude“ gearbeitet, Es ist der Wert der Amplitude,
geteilt durch den Mittelwert. Diese Methode ist hier nicht anwendbar, Deun
der Pegelnullpunkt ist eine in gewissem Grade willkürliche Größe und kann
nicht als in Frage kommender Mittelwert aufgefaßt werden. Als solchen. könnte
man sich vielleicht die mittlere Wassertiefe am Beobachtungsort denken, Aber
man sieht leicht ein, daß auch das keineswegs einwandfrei wäre, da ja in wver-
schiedensten Tiefen an der Küste aufgestellte Pegel wesentlich dasselbe Ergebnis
liefern würden, falls sie nahe genug beieinander lägen,
8 6. Jahrzehntemittel für 1921/1930. Diese möchte ich hier zum Schluß
poch zugeben, da in den „Annalen“, 1926, S, 136, die Mittel aus den vier vorher-
gehenden Jahrzehnten angegeben sind, während. später 5-Jahresmittel gegeben
wurden. Die #, und b, kann man, als skalare Werte, ohne weiteres mitteln;
die 6, und. @, sind dann aus ihnen berechnet. Das Jahr 1920 mußte dabei
bedauerlicherweise ausfallen, wie ja auch 1881, worüber a, a. O. das nötige gesagt
ist. Im Interesse der Kürze mußte auf die Angaben der Streuungen verzichtet
werden, was ohne wesentliche Beeinträchtigung geschehen konnte, Sie sind
Auch für die früheren Jahrzehntemittel nicht angegeben.
Tabelle 5, Mittel der Konstanten des ganzlährigen Ganges für 1921—1930 in Millimetern,
al yet a le m Te U
42 | +1 ee] u 2 0 48 +8 sole el ae 9: uer ij
68 48] 2 16 |+ 3 — 4 48 + 7 76 236° 151— 79 5) 248° | 10 7480
18 1614 31 — 8 HA 410 81 280° 172119 613800 u
012 HS) + 418 43. +2 SO[ LEI 14500 | 20 (2°
8588) —6 +19] 6 2] 48) 4 5 von [ae] 201 a6 | an [an
— 851480 426 [+ 4 — 8|+5 + 8) 07 aue]er 100 | a 1500 | oe
136! 32 [8 | 428 +10] 13 1 | 0 a 254° a9 0° [26 | 148° |10 [6
4128,45 | 9142614 8 —7| 01+26| 131 2500129 | — 38° J11! 1810 115 0°
S 7. Schluß. Eine zusammenfassende Bearbeitung für das erste Viertel des
laufenden Jahrhunderts wäre vielleicht nicht unangebracht, sie müßte sich aber
auf die Stationen Travemünde bis Swinemünde beschränken; dabei würde zu-
gleich der in den bisherigen Veröffentlichungen fehlende Jahrgang 1920 zu
seinem Rechte kommen. Das muß gegebenenfalls einer späteren Arbeit vor-
behalten bleiben.
Häufigkeit bestimmter Windgeschwindigkeiten auf dem Atlantischen Ozean.
Von E. Kuhlbrodt,.
Dem „Vergleich geschätzter Windstärken mit gemessenen Windgeschwindig-
keiten auf See“ im dem Beiheft dieses Heftes liegen die auf der „Meteor*-
Expedition 1925/27 registrierten Windgeschwindigkeiten zugrunde, und zwar
Mittelwerte in Metern pro Sekunde für die Zeitintervalle von je 1 Stunde. Der
Vergleich geht aus von Geschwindigkeitsstufen von je £ mps. Um die Güte