Meißner, OÖ: Der jährliche Gang des Mittelwassers der südlichen Ostseeküste usw. 391
Der jährliche Gang des Mittelwassers der südlichen Ostseeküste
im Jahrfünft 1931—1935,
nebst Anhang: Jahrzehntemittel für 1921—1930.
Von Otto Meißner, Potsdam,
Dieser Aufsatz ist die direkte Fortsetzung des früheren, die Jahre 1926 bis
1930 umfassenden !).
$ 1. Einleitung. Die Bezeichnungen und Abkürzungen sind dieselben wie im
vorhergehenden und den entsprechenden früheren Aufsätzen, Es sei aber hier
noch einmal kurz darauf hingewiesen, — Die Abkürzungen der Stationsnamen:
Travemünde, Marienleuchte, Wismar, Warnemünde, Arkona, Swinemünde, Stolp-
münde und Pillau erklären sich von selbst, a, bzw. b, sind die Koeffizienten
der Sin- bzw. Cos-Glieder in der Entwicklung nach Fourierreihen, e, und £ beim
Zusammenziehen in eine Cos-Reihe, % sind die mittleren Fehler eines Einzel-
wertes, nicht des Mittels, in Wirklichkeit, da häufig systematische Ursachen vor-
liegen, besser als „Streuungen“ im Sinne der Kollektivmaßlehre zu bezeichnen,
k bedeutet den bekannten Korrelationsfaktor,
$ 2. Das Material habe ich den. Veröffentlichungen des Preuß. Geodät, In-
stituts*) entnommen, Für 1935 ist es mir dank der Freundlichkeit des Herrn
Direktors Kohlschütter handschriftlich mitgeteilt, wofür ich auch an dieser
Stelle ihm, wie dem Bearbeiter Wahrenberg, bestens danke, Auch wurden mir
neue Werte verschiedener Pegelnullpunkte mitgeteilt. Da hier nur mit Ab-
weichungen vom Jahresmittel gearbeitet wird, so sind sie nur in dem Falle von
Bedeutung, wo eine Versehiebung des Pegelnüullpunktes innerhalb eines Jahres
stattfand, Dieser Fall trat ein für Stolpmünde im Jahre 1932, wo für Januar
bis Mai die in dieser Zeitschrift®) angegebenen Werte um. 48 mm. erhöht werden
müssen. Das ist hier natürlich geschehen. |
Die Mönatsmittel von Arkona mußten auch in diesem Zeitraum, wie in den
meisten früheren, teilweise ergänzt werden, da das Zuleitungsrohr sehr oft durch
die Kreide des Untergrundes verschlammt wird. In einem Fall, wo nur die
„guten“ Tage der Aufzeichnung zur Bildung des Monatsmittels verwandt wurden,
ist wahrscheinlich dadurch ein etwas größerer Fehler entstanden. Da Arkona
als Inselstation. aus der Reihe etwas herausfällt, habe ich die Vergleichung mit
den benachbarten Stationen unterlassen und die angegebenen Werte benutzt‘).
Der Fehler geht ja auch nur mit */,„ seines Betrages in das Endergebnis ein,
Die Schlußergebnisse habe ich auf ganze Millimeter abgerundet; in Anbetracht
der Unsicherheit der Werte ist das ausreichend. Gerechnet habe ich eine Stelle
weiter, Benutzt ist dabei der Rechenschieber und in den 5stelligen Gaußschen
Logarithmentafeln die Tafel der Quadrate und der Zahlenwerte der trigono-
metrischen Funktionen.
$ 3. Der jährliche Gang des Wasserstandes. Er ist in Tab, 1 und 2 {siehe
unten) niedergelegt, Die Werte, Amplituden und Phasen des ganzjährigen Gliedes
weichen von denen des vorhergehenden Jahrfünfts nur wenig ab, insbesondere,
wenn man die Unsicherheiten oder Streuungen beachtet,
Die Phase des halbjährigen. Gliedes stimmt wieder mehr mit früheren als mit
dem Mittel 1926/1930 überein, so daß dies wohl als eine Ausnahme gelten muß,
Deren Ursache, seien es Örtliche meteorologische Verhältnisse oder anderer
Wasserstand der Nordsee — der letzthin wohl auch wieder durch meteorologische
Umstände veranlaßt sein dürfte — zu ermitteln, muß ich andern überlassen.
.) Ann, d. Hydr. usw. August 1932, S. 342 bis 344. — % Jahresber. bzw, Veröff. in den Ann.
d, Hydr. — %) Ann, d. Hydr. Mai/Juni 1938, S. 170. — 4 Nov, und Dez, 1935, wo der Arkonaer
Pegel gänzlich außer Betrieb war; habe ich, um den Jahrgang nicht völlig ausfallen zu lassen — was
ja auch. die Vergleichbarkeit mit den anderen Stationen stark gemindert hätte, selbst aus den Nachbar-
stationen ergänzt. Da die ganze Küste in dieser Zeit sehr gleichen. Wasserstand aufwies, dürfte der
Fehler hier nur gering. sein,