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Full text: 64, 1936

386 ‚Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1936, 
schieden sein müssen, Auch hier werden die etwaigen zellularen Wellen dem 
zweiten Teile vorbehalten und es wird nur der Gegensatz zur bisherigen quasi- 
statischen Theorie betont, die keine solchen Autsnahmefälle vermuten ließ. 
Es ist unmöglich, die Tragweite der neuen Gezeitentheorie abzuschätzen, ehe 
der zweite Teil erschienen ist, zumal dieser die für die Meerkunde wichtigsten 
Tiden von. halbtägiger und längerer Dauer behandeln wird; da aber vielleicht 
noch einige Zeit bis zu seinem Erscheinen vergehen wird, SO seien einige Be- 
merkungen gestattet, Man darf sich zunächst durch den geringfügigen Unter- 
schied zwischen der quasistatischen und der dynamischen Theorie bei den kurz. 
periodischen Tiden nicht darüber täuschen lassen, daß bei den langperiodischen 
weit größere Abweichungen infolge des Wirkens der senkrechten Komponente 
zu erwarten sind. Sehr erwünscht wäre es, wenn es gelänge von der den wirk- 
lichen Verhältnissen sehr wenig gerecht werdenden Voraussetzung eines die ganze 
Erde bedeckenden Meeres freibekommen und etwa die Gezeiten eines Kugel- 
zweiecks theoretisch zu erörtern, um einen Einblick in die Schwingungen des 
Atlantischen Ozeans zu erlangen, wie dies auf Grund der älteren Theorie 
Proudman und Goldsbrough und, unter Verwendung von Strombeobach- 
tungen des „Meteor“ Defant angebahnt haben; vielleicht fiele auch ein Licht 
auf die immer noch nicht klare Frage der internen Gezeitenwellen. Anderseits wird 
man sich erinnern, daß das Luftmeer den Voraussetzungen eines die Erde gleich- 
mäßig bedeckenden Ozeans weitgehend entspricht; seine Schwingungen, nicht 
nur die kleinen regelmäßigen Luftdruckschwankungen, sondern ihre Ausartung 
zu Zyklonen, fallen in den Bereich. der gekennzeichneten Aufgaben und dürften 
nicht die letzten gewesen sein, die Solberg zu seiner mathematischen. Aufgabe 
und ihrer überraschenden Lösung angeregt haben, 
Schrifttum, 
I. Newton: Philosophise naturalis principia. mathematica. London. | 
5. Bernoullirs Tran6 sur le flux eı zeflux de 1a. mer. — Pikces qui ont ryemporte le prix de 
Academie Royale des Sciences, Paris 1741. S. 53191 
L. Euler: Inquisitio physica in causam fluxüs et refluxus maris, — Ebenda, S. 235—850, 
P. S. Laplace: Recherches sur plusienrs points du systeme du monde, — Mm, Ace Roy. 
des Sciences, Paris 1778—1779, S. T51f., SS. 1771. — Veuvres complötes, I, S, 117; IN, S, 810: 
V, 8. 262. . 
Solberg; Integrationen der atmosphärischen Störungsgleichungen, 1, Teil, — Geofys, Publ, 
Vid, Ak. Oslo, V, Nr. 9 m. 11 Abb. LT ” | ; 
V. Bjerknes und H. Solberg: Zeilulare Trägheitswellen md Turbulenz, — Arh, Norske 
Vid, Ak, Oslo, I. Math.-Phys. Kl, Nr, 7. — Wenn auch in erster Linie der Turbulenz ge- 
widmet (vel, den Bericht in dieser Zeitschr. 1930, S, 326% behandelt. diese Schrift doch den 
Gegenstand in der Einleitung allgemein und allgemeinverständlich. — 8. @, Solberg: Wellen- 
bewegungen einer Kothermen Atmosphäre, — Det 18, Skand, Naturforskermöde 1929. 
V. Bjerknes, J, Bjerknes, H. Solberg und X. Bergeron: Physikalisebe Hydrographie, 
Berlin, 797 8. m. 151 Abb. i, 1, Trotz der mathematischen Fassung sind die grundsätzlichen 
Ausführungen über den „zirkularen Wirbel“ (S. 422, 433, 448 41€} leichtverständlich, 
OL, Godske: Die Störungen des zirkularen Wirbels einer homogenen iokompressiblen 
Flüssigkeit, — Ayh. Norske Vid. Ak. Oslo, I. Math, Phys, Kl, Nr. 1, S. 1130 m, 19 Abb, 1 T, 
HH. Solbergr Über die freien Schwingungen einer Bone Flüssigkeitsschicht auf der 
rotierenden Erde. — Astrophysica Norregica, I, Nr. 7. — Det Norske Vid, Ak, Oslo, S. 237 
bis 340. m. 4 Abb. LT. 
1936, 
Der jährliche Gang der Oberflächen-Wassertemperatur an den deutschen 
Feuerschiffen der Nordsee. 
Von 0, Schubert, 
Im „Archiv der Deutschen Seewarte“ ist kürzlich unter dem Titel „Beiträge 
zur Hydrographie der Deutschen Bucht“ eine Bearbeitung der Feuerschiffs- 
beobachtungen yon Dr, Zorell erschienen. In Unkenntnis der Tatsache, daß eine 
solche Bearbeitung bereits ziemlich abgeschlossen vorlag, habe ich mich eben- 
falls mit den Beobachtungen der deutschen Feuerschiffe in ‚der Nordsee be- 
schäftigt, diese Arbeit jedoch eingestellt, als mir die bevorstehende Veröffent-
	        
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