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Ännalen der HAydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1936,
zu einer Zenitdistanz (ZD) der Sonne von 80° der Farbton der Zenitgegend
nicht variiert, wurde diese Farbe des klaren Zenithimmels in der Tiefebene durch
den. Farbenindex (FI} 0.00" bezeichnet, also gleichgesetzt mit der objektiven
Farbe der Sterne vom Spektraltypus A0. Natürlich ist die additive Konstante
des FI willkürlich. Daß die subjektive Sättigung der Sternfarben einen ganz
andern Eindruck erweckt, hängt mit physiologischen Eigenschaften der Netzhaut
zusammen; Dinge, die hier nicht zu behandeln sind!)
2. Die Tafel gibt die gemessene Abhängigkeit der objektiven Farbe des
Zenithimmels von der ZD© wieder, une, daneben Te nach Ostwald-Linkescher
, Ed Skala geschätzte Bläue, Man erkennt:
und beobachtete Blue im Zenit. (x Okt, 7) bis 80° ZDO Konstanz der Zenitfarbe,
a „ identifiziert mit der Farbe eines Sternes
Wr | Ma | n Bläue | vom Spektrum A0; bei 85° ZD© wird
46 BEN erst Typus A1 oder A2 erreicht, und
bei untergehender Sonne sinkt der Zenit-
himmel sehr rasch auf die objektive Farbe
eines Sternes G1 (Sonnentypus) herab,
Für das Auge beginnt die Minderung
der Sättigung des Himmelsblau schon
Früher und verläuft viel langsamer und
sanfter, Der mittlere Fehler einer Farb-
messung (FI) beträgt bis ZD©® 80°
40.103, für größere ZD © =+0.193%,
tm“ + Konglomerate aus Messungsfehlern und
physischer echter Streuung, Eine Farbschätzung‘ nach der Blauskala hat einen
zufälligen m. F. von 0.49% Danach wären die beobachteten Gruppenmittel
der Tabelle (nu Anzahl der einzelnen Messungen) genau auf 0.03” bis 0,07% und
auf <0.2° m. F,
3. Die Bestimmung des FI verläuft streng‘ differenziell und symmetrisch.
Die Anforderungen an die Halbleiterzelle gehen dann nicht weit; verlangt wird
nur die Konstanz ihrer Empfindlichkeitskurve, nicht ihrer absoluten Empfind-
lichkeit. Auf die Weise vermag man mühelos und reproduzierbar die Himmels-
bläue verschiedener Beobachtungsorte zu vergleichen, Vergleichungen, die nach
der Schätzungsskala schwerlich Vertrauen verdienen, Demnach hätte z.B, der
Himmel am Nordseestrand Schleswig-Holsteins durchschnittlich eine um 5/,*
höhere Sättigung als an der Ostsee in Kiel. Das ist a priori wahrscheinlich,
aber keineswegs etwa nun auf Grund der Schätzungen gesichert. Eine Stufe
der Blauskala macht beiläufig 1/, Größenklasse im FI aus, |
Die allgemeine Vergleichbarkeit der Farbmessungen kann durch Normierung‘
der Filtergläser leicht erreicht werden, wie es für die meteorologischen Strah-
lungsmessungen angebahnt zu sein scheint. Über die Anschaulichkeit des einge-
führten FI für das Himmelsblau mag verschiedene Meinung‘ gelten; jedenfalls
bewirkt der Übergang auf Größenklassen, daß man bei Gruppenmitteln mit dem
geometrischen Mittel der Intensitäten arbeitet, das für Physik und Klimatologie
durchweg den Vorzug verdient, Als FI hätte man für das tiefe Blau des Hoch-
gebirgshimmels — 0,30% zu erwarten, ie. dieselbe objektive Farbe wie die der
Sterne des Typus BO (Heliumsterne). — Unser FI entspricht übrigens nicht
genau dem in der Astrophysik gemeinhin so benannten Wert, Vielmehr fallen
beim gebräuchlichen Stern-FI die wirksamen Wellenlängen visuell auf 560 my,
photographisch. auf 410 mu, Der A-Unterschied Rot/Blau ist zwar derselbe
(150 mu), doch findet eine absolute Verschiebung um 50 my Statt, die nicht
so groß ist, daß dadurch die anschauliche Beziehung zwischen FI der Sterne
dort und des klaren Himmels hier verlorenginge,
Im einzelnen wird manches zu bessern sein — was zur Zeit geschieht —,
im ganzen schien das Ergebnis dieser Versuche einer Mitteilung nicht unwert.
nn OÖ. Wirtz, Kiel
ty Vgl, E. Schrödinger, Naturwies, 13 (1925) 373; K,F. Bottlinger, ebd. 882, 1092.
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