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Full text: 64, 1936

Kleinere Mitteilungen, 
375 
5, Klimatographische Witterungsschilderung Nr. 74: Seeverkehrsweg: Nord- 
pazifische mittlere Breiten, — Aus der Sammlung des Überseeischen. meteorolo- 
gischen. Dienstes der Deutschen Seewarte. — Verlauf eines Wintertages auf 
dem Seewegye zwischen den Midway-Inseln und der japanischen Osft- 
küste. Beobachtungstag: 15. Januar 1935. 
Am Beobachtungstag um 8% befindet sich das Schiff während seiner Reise 
yon Los Angeles nach Jokohama auf 30.4° N und 152.5° E, In den Wassertempe- 
raturen macht sich seit dem Mittag des Vortages die Einwirkung des Kuroöschio 
bemerkbar. Die Wassertemperateren betragen: 
14.71.85: 106 17,5° 12% 20,3°7 75, Z. 85:7 0° 20.,3° (ty 149°; 8b 199°; 126 
530.0°. — Der trockene (Feuchte 47%) NW-Wind, Stärke 4, dreht zwischen 4% und 
8b auf NEzE bei gleichzeitigem Abflauen, Um 10% weht er bereits aus ESE, 
Kleine flache Cu nehmen im Laufe des Vormittags an Zahl rasch zu und 
bilden Steu-Decken, die das Himmelsblau immer mehr einengen., Schon um 8% 
sind wenige Ci-Fäden an verschiedenen Teilen des Himmels erkennbar, die sich 
vormittags schnell zu einem dichten weißen Cist-Schleier verdichten, unter welchem 
große Steu dahintreiben. Bald nach. 12% verschwindet das letzte durchschimmernde 
Himmelsblau, Aus dem Cist wird allmählich. eine typische Ast-Decke. Niedrige 
Steu-Fetzen erinnern mit ihren verwaschenen und ineinander übergehenden Formen 
schön recht an Regenwolken. 
Die Temperatur steigt mit dem Rechtsdrehen des Windes von 14,9° um 0% 
auf 15.0° um 8% 16,0° um 12%, 168° um 16% und. 18,1° um 20% an. Die Feuchte, 
die bis mittags auf 48% geblieben. war, beginnt am Nachmittag ebenfalls zu 
steigen: 16% 58%, 20% 67%, 22% 72%, Die Sicht bleibt den ganzen Tag sehr gut. 
Nachmittags frischt der SE-Wind bis Stärke 5 auf, Dabei wird die lange 
and hohe Dünaung aus NNW allmählich zerstört; doch macht sie sich bis 19 
noch regelmäßig, später undeutlich bemerkbar, Um 17% reißt die inzwischen 
ziemlich tief herabgesunkene Ast-Decke längs einer NE—SW verlaufenden Linie 
ab. Ein höher liegender und hellerer Ast-Schleier überlagert von nun an die 
niedrigen. und spärlicher werdenden Cu-Fetzen, Abends durchschimmern ihn ein 
paar hellere Sterne, 
Um 20% jst der Luftdruck stark gefallen: 1017.6 mb um 8%, 1018,2 mb um 
165, 1008.83 mb um 205, Der Wind frischt stark auf und dreht weiter auf SSE, 
während es gleichzeitig wärmer und feuchter wird. Man hat die Empfindung 
aines lauen Frühlingssturms. Um. 20%*5 setzt gleichmäßiger feiner Regen ein, der 
dem wieder dicker gewordenen Ast entstammt (der Mond ist unsichtbar, es 
herrscht aber beträchtliche Helligkeit). Um 21% haben wir SSE-Sturm, Stärke 8, 
der Seegang ist sehr hoch, und das Schiff arbeitet schwer. Der Regen peitscht 
ins Gesicht, Bei weiter fallendem Luftdruck (4% 995,8 mb) hat der Sturm von 
22% Stärke 10, Der feine Regen seizt zeitweise aus, die St-Decke mit den dar- 
anter fliegenden spärlichen Wolkenfetzen erhält Lücken und läßt für Augen- 
blicke den Mond auf die weißen Wogenflächen scheinen, Um 1% muß bei- 
gedreht werden, H. Schwieker. 
6. Die Bewölkungsverhältnisse der Aygrar-Meteorologischen Station in 
Podersam (NW-Böhmen). Hans Grimm brachte vor wenigen Jahren’) an 
dieser Stelle eine Aufstellung der „Nebelhäufigkeit anı den deutschen strahlungs- 
klimatischen Stationen“. Durch die geplante Herausgabe einer Karte der strah- 
lungsklimatischen Stationen Deutschlands bzw. Europas und später der ganzen 
Welt, regte er im späteren Verlaufe brieflicher Mitteilungen an, daß im Anschluß 
an die bestehende meteoroloögische Station I. Ordnung auch hier strahlungs- 
klimatische Beobachtungen einfachster Art — mittels der Blauskala von. Ost- 
wald-Linke — aufgenommen wurden. Ein erstes Ergebnis liegt bereits vor”) 
Für später ist die Anschaffung eines UVY-Dosimeters geplant. 
Wenn ich hier über die Bewölkungsverhältnisse einige Mitteilungen machen 
will, so möchte ich zunächst diesen Begriff etwas weiterfassen und darin auch 
5 Hans Grimm, Ann. d, Hydr., 1935, S.361E — 3 Gerhard Schindler, Himmelsblau- 
Stufenschätzungen zu Podersam (Böhmen), Zeitschr, £, ängew, Met. (Wetter) 53. (19036)/2.
	        
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