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Full text: 64, 1936

970) 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1936, 
Kleinere Mitteilungen. 
1. Wetterskizzen, Nr. 7: Taupunkt und Stratusbildung über See, 
Während der diesjährige Mai in großen Teilen Deutschlands, ganz besonders im Osten, ein dureh- 
aus sotmmerliches Gepräge aufwies und viele heitere Tage brachte, war die Sonnenscheindaue:, Im 
nordwestdeutschen Küstengebiet erheblich herahgesetzt, Immer wieder entwickelten sich vor allem über 
den mittleren Teilen der Ostsee ausgedehnte Nebel- und Stratusielder, die mit der vorherrschenden 
nordöstlichen Luftströmung in das küstennabe Binnenland trieben und hier tagelang‘ jeden stärkeren 
Temperaturanstiex: verbinderten, Nur in der Zeit vom 16, bis 19. Mai vermochte sich da®. wolkenlose 
Wetter auch in Nordwestdeutschland durchzusetzen. Dieser gänzlich andere Witterungscharakter bei 
durchaus ähnlicher Luftdruckverteilung: Jäßt sich zwar mit Hilfe der DANN sofort €er- 
klären, indem die zu dieser Zeit herangeführten Luftmassen kontinental-arktischen Ursprungs waren 
im Gegensatz zu der überwiegenden Vorherrschaft wärmerer Luftmassen in den anderen Hochdruck- 
erioden, Während aber der Ursprungsort der Luftkörper in der Zeit vom 22, bis 26. Mai tatsäch- 
fich im den. Subtropen lag und die Entstehung von ausgedehnten Nebelgebieten über der Ostsee inner- 
halb dieser Luft mit ziemlicher Sicherheit erwartet werden konnte, stammte z. B. die vom 5. bis 8, Mai 
vox Osten und Südosten her auf die Ostsee gelangende Luft aus Mittel. and Nordrußland, wo sie 
— ein über Nordskandinavien gelegenes Hoch umkreisend --— xnoch recht tiefe Temperaturen aufwies, 
Trotzdem kam es auch in dieser Zeit über See zu ausgedehnter Stratusbildung, und man wird zu dem 
Ergebnis geführt, daß die Luftmassenanalyse allein keine hinreichende Auskunft über zu erwartende 
Stratusbildung zu geben vermag. 
_ Nun scheint der Vorgang der Nebelbildung auf See und der wohl damit eng 
verwandte Prozeß der Stratusentwicklung von tThermodynamischen Standpunkt 
aus zum größten Teil geklärt, indem man erwartet, daß Kondensation dann ein- 
treten wird, wenn eine Luftmasse unter ihren Taupunkt abgekühlt wird. Da 
ferner bekannt ist, daß die Luft beim Überstreichen von Seegebieten schon. nach 
ganz kurzer Zeit ihre Temperatur der des Wassers angleicht, muß man erwarten, 
daß in den Fällen, wo der Taupunkt der auf See hinaustretenden Luft oberhalb 
der Wassertemperatur liegt, Nebel- oder Stratusbildung einsetzt, 
Um zu prüfen, ob der Taupunkt im Vergleich mit der Wassertemperatur 
wirklich ein quantitatives Maß für die Kondensation auf See zu geben vermag, 
wurde für alle Tage des Monats Mai, an denen die abends über Königsberg 
befindliche Luft nach der Luftdruckverteilung mit Sicherheit auf die Ostsee ge- 
langte und dort einen genügend langen Weg zurücklegte, der Taupunkt zu 
Königsberg berechnet. Sa | 
Tabelle 1 zeigt das Ergebnis. Wenn in Königsberg am Abend ein Aufstieg 
ausgeführt wurde, konnte der Taupunkt auf Grund der dann auf !/,; Grad be- 
kannten Temperatur und der auf 1% angegebenen Feuchte für den Boden genan 
berechnet werden, sonst wurde aus den Wettertelegrammen eine mittlere Feunch- 
tigkeit von 95, 85% usw. zugrunde gelegt und die Taupunktstemperatur in diesen 
Fällen eingeklammert. 
Tabelle 1. 
| Königsberg: | 
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