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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

368 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1936. 
zu. Staub im Sinne von. Arrhenius, und zwar zu kleinsten Teilchen im Sinne Lord 
Rayleighs, die sich wesentlich in den höheren Schichten finden sollen, Dabei 
weist er — olfenbar die Untersuchungen vom Boutarie bedenkend — darauf 
hin, daß so feine Teilchen eine Steigerung der P-Größe bewirken, Hier muß 
aber mit Entschiedenheit darauf hingewiesen werden, daß sich Boutfaries Unter- 
suchungen nur auf die primäre Diffusion beziehen, Theoretisch — von der 
Lichtabsorption sei ganz abgesehen — muß aber wohl die Möglichkeit zugegeben 
werden, daß auch die feinsten Teilchen zur Steigerung der negativen Kompo- 
nente beitragen. Die Verhältnisse liegen offenbar viel komplizierter, wie man 
im ersten Augenblick annehmen möchte. — Dafür, daß tatsächlich das Pıax 
unter Umständen eine Verringerung erfährt, sprechen Beobachtungen von Dorno 
in den fleckenreichen Jahren 1916 und 1917. Die von Dorno näher begründete 
Ansicht, daß hier die Höhenlage, bis zu welcher die Teilchen in die Atmosphäre 
eindringen, mit entscheidend ist, erscheint sehr plausibel, Auch bei seinem 
Erklärungsversuch des z, Z. stärkerer O-Tätigkeit vorhandenen Ganges der n, P. 
spielt die Höhenlage der Trübungsschicht eine wichtige Rolle, 
Beim Erklärungsversuch des täglichen Ganges der Punktabstände in Ab- 
hängigkeit von der ©O-Höhe hat man auch versucht, die Reflexion der @-Strahlen 
an der Erdoberfläche bei verschieden großem Einfallswinkel heranzuziehen, 
Sehr beachtenswert ist auch Buschs Versuch, den Gang z. Z, der Dämmerung 
durch die geänderte Helligkeitsverteilung am Himmel (Steigen des Erdschattens 
usw.) zu erklären. Später hat sich auch Dorno mit dieser Frage beschäftigt, 
Dabei hat er auf Grund seiner reichen Erfahrung über die Helligkeitsverteilung 
am Himmel bei den verschiedensten ()-Höhen nachdrücklichst davor gewarnt, 
bei Erklärungsversuchen des Ganges der n. P, sich nicht mit der Verfolgung 
des Helligkeitsrerhältnisses „Zenit; Horizont“ zu begnügen, sondern die ganze 
Helligkeitsverteilung im ©-Vertikal ins Ange zu fassen und darüber hinaus 
auch das Verhältnis der beiden | zueinander stehenden Hauptschwingungs- 
komponenten,. 
Manche Fragen knüpfen sich auch heute noch an die gegenseitige Lage der 
Kurve des Ba-Abstandes und der des A-Abstandes, welch letztere in normalen 
Zeiten die Ba-Kurve überragt, wohingegen bei durch Vulkanausbrüche herbei- 
geführten Störungen das Umgekehrte der Fall ist, Für die Normalkurven 
nahm Lallemand vielfache Reflexionen der ©-Strahlen an den in der Luft 
schwebenden. gröberen Teilchen an, die an der ©-Seite mehr positiyr polari- 
siertes Licht erzeugen. wie an der Gegenseite, Für Störungszeiten könnte man 
versuchen, mit Busch seine Zuflucht zur Annahme der Wirkung diffuser 
Brechungen zu nehmen sowie zu der einer Zunahme der Absorption des durch 
diese Brechungen polarisierten Lichtes auf dem Wege zum A-Punkt. — Schwierig- 
keiten bereitet auch. die Tatsache, daß besondere Trübungen der Atmosphäre 
eine Vergrößerung der Abstände bei positiven ©@-Höhen bewirken, wohingegen 
die Abstände bei negativen C)-Höhen besonders klein sind. (1902 und 1903, 1912 
und 1913), Diese Schwierigkeit wird vielleicht noch größer, wenn man dagegen- 
hält, daß in jedenfalls nicht sonderlich gestörten Jahren an Orten mit ver- 
schiedenem atmospärischen Reinheitsgrad, Arnsberg i.W. und Hamburg, aber 
bei offenbar sehr nahe übereinstimmender Wetterlage ausgeführte Vergleichs- 
messungen für den A-Punkt die erwähnte Umkehr ergaben, dagegen für den 
Ba-Punkt eine Zunahme der bei positiven C)-Höhen bestehenden Differenzen, 
Aus. meiner Verarbeitung eines umfangreicheren Beobachtungsmaterials ver- 
schiedener Örte durfte ich wohl den Schluß ziehen, daß die Ba-Abstände wesentlich 
gehoben werden durch den Großstadtdunst!), Jedenfalls ließe sich wohl von 
solchen Gesichtspunkten aus auch die von Wigand konstatierte auffällig tiefe 
Lage der Ba-Kurve in größerer Höhe erklären. Es darf allerdings nicht ver- 
schwiegen werden, daß es gilt, auch hier eine gewisse Unstimmigkeit zu be- 
seitigen. Jedenfalls sind weitere Ballonfahrten im Interesse der Klärung der 
Frage der Abhängigkeit der Polarisationserscheinungen von der Höhe der 
') Chr. Jensen, Strahlentherapie Bd, 39, 1931, 685—716 (s. vor allem 7189—716) S. hier 
auch Chr. Jensen, Gerlands Beitr, 35, 167—188, 1932 (vor allem 172—180)
	        
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