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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

Fenseti, Chr; Probleme der atmosphärischen Polarisationsiorschung, 367 
Erdbodenreflexes zu erklären, führte zum Ergebnis eines ganz plausibel erschei- 
nenden Albedowertes von 0.31. ‚Auch der Vergleich fünf ungestörter Beobachtungs- 
reihen. einmal mit dem nur die primäre Diffusion. berücksichtigenden. Milechschen 
Depolarisationsfaktor D und zweitens mit einem umgeflormten, auch die sekundäre 
Diffusion berücksichtigenden Faktor D' sprach durchaus zugunsten. der Bedeutung 
der sekundären Diffusion, 
Besondere Beachtung erfordet die Betrachtung der pseudonormalen. Pax 
Werte. Dorno fand trotz sicher noch vorhandener starker allgemeiner Trübung 
bei 16 Reihen. vom August und September 1913 durchaus normale Werte, darauf 
hinweisend, daß auch ich bei Verrechnung des Aragoschen. Materials vom 
April 1815 für den. A« Punkt. Störungscharakter bei gleichzeitigen normalen P- 
Werten konstatiert hatte, Dornos Erklärungsversuch, wonach die pseudo- 
normalen Werte dadurch zustande kommen, daß die beiden Hauptschwingungs- 
komponenten i und i, eine gerade gleich große Schwächung erfahren, erscheint 
durchaus plausibel, Man könnte versuchen, sie durch die Annahme zu erklären, 
daß hier Partikelchen mit anderen Materialeigenschaften in Frage kommen, 
Dieser Gedanke erscheint aber, da es sich um einzelne Tage innerhalb einer 
längeren Trübungsperiode handelt, abwegig. Viel eher darf man wohl an Verände- 
rungen hinsichtlich der Lage der Trübungsschichten denken, vor allem wohl 
hinsichtlich der vertikalen Verteilung. | 
Bei der Untersuchung der zuerst von Busch behaupteten Beziehung zwischen 
den. Polarisationserscheinungen und der C)-Tätigkeit wurde von Busch selber 
der Vergleich der Abstände der nF. mit der efwa 11jährigen Fleckenperiode 
herangezogen, der auch für einen gewissen Zeitraum zu befriedigenden Ergeb- 
nissen führte, während Jensen den Jahrgang der Punktabstände (natürlich für 
bestimmte (5-Höhen) harmonisch analysierte, um zu sehen, ob auch hier eine 
jährliche Doppelperiode existiere, wie sie von Ärrhenius für das Polarlicht 
gefunden wurde, Die Verarbeitung eines umfangreicheren Materials verschiedener 
Orte und Jahre ergab, daß kein schwerwiegendes Bedenken gegen die Auffassung 
eines direkten Sonneneinflusses rorzuliegen. scheine und die weitere Verfolgung 
dieser Zusammenhänge durchaus zu empfehlen sei. Auch die harmonische Analyse 
eines Bestimmungen des Pax enthaltenden Materials durch D. Stenquist führte 
zum Ergebnis der Existenz so gedachter Doppelperiode. Den von Busch und 
von Jensen gefundenen verhältnismäßig großen Abständen der ni, P. bei positiven 
5-Höhen z. Z. gesteigerter C-Tätigkeit entsprechen bei Stenquist relativ große 
P-Werte, während man wohl von vornherein das Gegenteil hätte erwarten können, 
Die in normalen Zeiten sowohl für den A- wie für den Ba-Punkt bei sinkender 
Sonne zunächst (d.h. bis zu einer gewissen positren C)-Höhe) konstatierte Zu- 
nahme der Abstände kann wohl kaum anders wie durch eine Zunahme der 
Intensität der negativen Polarisationskomponente erklärt werden. Schon vor 
längerer Zeit wies Busch darauf hin, daß letztere einmal eine unmittelbare 
Folge der Soret-Hurionschen Theorie sei, zum andern der diffusen Brechung 
der mit zunehmender Zenitdistanz der (3 in stark steigendem Maße dichtere 
Luftschichten durchdringenden GC)-Strahlen, Zu Zeiten starker, durch Yulkan- 
ausbrüche bedingter Trübungen muß die Zunahme der horizontalen Komponente 
eine besondere Steigerung erfahren, was die hohen Abstandswerte bei positiven 
)-Höhen erklärt, Weiter versuchte Busch, den erwähnten Gleichlauf durch Ein- 
dringen. feinsten ()-Staubes durch den Strahlungsdruck im Sinne von Arrhenius 
zu erklären. Es sei dahingestellt, ob und wie weit bei den jedenfalls geringen 
Schwankungen der Solarkonstanten etwas mit dem von uns entwickelten Gedanken 
anzufangen ist, zur Erklärung die Schwankungen der C)-Strahlungsintensität 
heranzuziehen, so gedacht, daß eine Zunahme der Intensität das Verhältnis der 
Intensität des von den unteren Luftschichten diffundierten Lichtes zu dem der 
höheren Schichten zugunsten der ersteren beeinflussen würde, was näch der 
Theorie von Soret und Hurion wieder im Sinne einer Vergrößerung der Punkt- 
abstände wirken müßte, — Man muß Stenquist beipflichten, wenn er annimmt, 
daß die Jahresperiode (1ter Term) des Pas, wesentlich durch die Vorgänge in den 
tieferen Schichten bedingt ist. Für die Halbjahrsperiode nimmt er seine Zuflucht
	        
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