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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

366 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1936, 
keiten bei verschiedenen Beobachtern. ab, die vielleicht zum Teil ihre Erklärung 
in. verschiedenen klimstischen Verhältnissen bzw. der Bodenbeschaffenheit und 
ihrer Auswirkung (z.B. durch große Wasserflächen bedingten Nebel!} finden 
werden, so darf man wohl sagen, daß die größten P-Werte in Sonnennähe stets 
und die im Punkt maximaler Polarisation jedenfalls im allgemeinen bei sehr 
starker Lufttrübung im Rot liegen, Die Erklärung für das letztere Verhalten 
scheint durchaus in dem Sinne zu liegen, daß bei Vorhandensein größerer 
trübender Teilchen diese im Rayleighsehen Sinne nur klein gegenüber den größeren 
A sind, aber nicht mehr gegenüber den kürzeren, Das ständige Überwiegen der 
P-Größe in ©-Nähe dürfte nach Dornos gründlichen Untersuchungen mit 
genauer Verfolgung der beiden Hauptkomponenten großenteils auf die durch 
gewöhnliche Randbeugung, Brechung und Reflexion abgelenkten Sonnenstrahlen 
zurückzuführen sein, wenn auch das Ergebnis zT. durch die Schwierigkeit 
genauer Einstellung der P-Ebene in dieser Himmelsgegend beeinflußt wird, 
Mit elementarer Deutlichkeit geht auch aus seinen systematischen Untersuchungen 
die Abhängigkeit der FP- Dispersion von der Jahreszeit sowie der Terrain- 
beschaffenheit hervor, — Von großer praktischer und theoretischer Bedeutung 
scheint die weitere Verfolgung des schon eingehender von Tichanowsky ver- 
folgten. (Met, Zs. und Physik, Zs, 1924 und Met, Zs. 1926) des Polychroismus der 
_L aufeinanderstehenden P-Komponenten werden zu können. Wie die P-Dispersion, 
so ist auch der Polychroismusgrad, d.h. die von Tichanowsky nach einer 
3teiligen Skala geschätzte Divergenz der Komponenten, in hohem Grade durch den 
atmosphärischen Reinheitsgrad bedingt, Daher sind die nur wenige Augenblicke 
beansprüchenden Beobachtungen von praktischer Bedeutung; wegen der offenbar 
bestehenden innigen Beziehungen zwischen den beiden soeben genannten Phäno- 
menen. sind sie zudem von theoretischem. Wert. Tichanowsky wurde schließlich 
zu der Annahme geführt, daß die Ursache der P-Dispersion und des Polychroismus 
bei reinstem Wetter in. der sekundären Diffusion an den Luftmoölekeln zu suchen sei, 
Die Divergenz zwischen der beobachteten und der theoretischen Ahlgrimmschen, 
die Abhängigkeit der Zenitpolarisation von der ©-Höhe darstellenden Kurve 
möchte Tichanowsky auf Konto der Vernachlässigung der größeren Teilchen und 
des Struttphänomens (Beziehung zwischen P-Größe und Molekelgestalt) bei der 
Rechnung setzen, Auf seine weiteren, auch die tertiäre Diffusion, die Extinktion 
and die Beleuchtung der Erdoberfläche berücksichtigenden Berechnungen und 
seine Erörterung über eine eventuelle Abhängigkeit des P von der Höhe überm 
Meeresniveau kann nur verwiesen werden, ebenso auf die verschiedenen Erklärungs- 
versuche des von Jensen gefundenen und von T. bestätigten Ergebnisses, daß 
das Maximum der Zenitkurve erst bei negativen ©O-Höhen liegt!), — Eine be- 
sondere Bedeutung kommt der Frage der Abhängigkeit der Größe der Maximal- 
polarisation von der ©-Höhe zu. Nach der auch die sekundäre Diffusion be- 
rücksichtigenden Ahlgrimmschen Theorie müßte das P ab 33° bis zu den größten 
© -Höhen wachsen, während die Beobachtungen das jedenfalls in den meisten Fällen 
nicht zeigen, Nach Tichanowsky deuten einige seiner Beobachtungen darauf 
hin, daß die Diskrepanz jedenfalls großenteils durch größere Teilchen bedingt ist. 
Tatsächlich gewann Bliekhan auf dem Taunus% bei seinen Untersuchungen 
über die Beziehung von. P zum Trübungsfaktor einige Reihen des P-Maximums 
mit Zunahme der P-Werte bei 50° C-Höhe, und ich selber fand bei Durchsicht 
des mir freundlichst von Geheimrat Süring übergebenen Manuskripts über seine 
1914 und 1915 dürehgeführten P-Messungen einige Septemberreihen 1915, die 
deutlich zwischen. 32 und 38° €)-Höhe nach vorhergehendem Fall ein Anwachsen 
des P-Maximums zeigen, Blickhan stellte auf Grund seiner Messungen Kuryen 
auf und fand durch Extrapolation für T= 0 ein Ansteigen zwischen 33 und 50° 
@-Höhe, Der Versuch, die noch bestehenden Abweichungen gegen die Ahl- 
grimmsche Kurve durch Vernachlässigung der depolarisierenden Wirkung des 
5 8. auch I. SF. Popow, Met, Zs. 1931, 115117, Hier sei auch an die en nisse Pickerings 
and Kimballs über das mächtige Ansehwellen der Zenitpolarisation. nach (©) - Untergang bei starker 
allgemeiner Trübung erinnert {s, Tats. u. Theor, von Busch und Jensen, S. 344 und 388 u. £) 
2 F. Blickhan, Gerlauds Beitr. 2. Geopbys. 42, 208-227, 1934, ;
	        
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