Kuhlbredt, E.: Zur Registrierung des Wiodes uf Schiffen,
DES
Zur Registrierung des Windes auf Schiffen
(Frage der Störungseinflüsse und der Windzunahme mit der Höhe)
nach Erfahrungen auf der Meteor-Expedition 1925—27.
Von E. Kuhlbrodit, Hamburg, Deutsche Seewarte,
Zusammenfassung, An Hand gleichzeitiger KRegistrierungen an drei verschiedenen Stellen auf
dem „Meteor“ wird dıe Größenordnung: der Fehlerfaktoren festyestellt. Als bester Aufstellungsort des
Anemometers au Bord. ergibt sich der am ‚Mast, möglichst hoch and. Frei. ;
1. Die üblichen meteorologischen Schiffsbeobachtungen bedürfen der Ergän-
zung durch genauere und ausführlichere Messungen. — eine Aufgabe, welche
an Land den. Obseryatorien zukommt. Die Aussendung von sehwimmenden
meteorologischen Stationen I. Ordnung, besonders gut und reichlich ausgerüstet
und besetzt mit Fachmeteorologen, im die verschiedenen Meeresgebiete ist
eine Notwendigkeit, um in der marktimen Meteorologie vorwärts zu kommen,
Dementsprechend hat die Seewarte systematisch besondere meteorologische
Studienreisen über See ausführen lassen und sich an maritimen Expeditionen
beteiligt,
Möglichst genaue Messungen und vor allem Registrierungen der meteorö-
logischen Elemente sind schon deshalb nötig, um Anhalte zu bekommen über die
Bewertung der gewöhnlichen Schiffsbeobachtungen, wie sie in den Schiffstage-
büchern. niedergelegt werden, und. um Erfahrungen: zu sammeln über die
zweckmäßigste Ausrüstung (Beobachtungsmethoden) einer meteorologischen Schiffs-
station.
Hier muß aber gleich bemerkt werden, daß Registrierungen an Bord eines
Schiffes allgemein mehr mit Schwierigkeiten verbunden sind als an Land und
ebenso die Auswertung der Aufzeichnungen wegen der durch. die Fahrt des
Schiffes bedingten ständigen Örtsveränderung. Und das Schiff selbst ist immer
ein störender Faktor, | |
Auf der Deutschen Ätlantischen Expedition auf dem Meteor in den Jahren
1925=27 fand eine Registrierung des Windes statt, sowochl der Geschwindigkeit
(auf elektrischem Wege) wie der Richtung (auf mechanischem Wege), m, W. in
dieser vollständigen Weise und auf einer längeren Forschungsreise zur See zum
ersten Male. Es galt also erst, Erfahrungen zu sammeln.
Registriert wird der scheinbare, d.h. an Bord fühlbare Wind, der resultiert
aus dem wahren Wind und dem durch die Schiffsbewegung erzeugten Fahrtwind.
Die Ableitung des wahren Windes be-
ding£ also die ständige und. genaue
Kenntnis der Schiffsbewegung nach
Richtung‘ und Geschwindigkeit mög»
lichst „über Grund“. ; 4 _ .
Auf dem Meteor wurde die Wind- mb I Huf 3
geschwindigkeit laufend mit Schalen- ERLITT R
kreuz-Kontakt-Anemometern registriert 0 FA
an drei Stellen; am B u g-Flaggenstock „ 0» WW) 0 MR 6 0 fi Onge
in 9m Seehöhe, am Heck-Flaggenstock Abb. 1. Windmesser am „Meteor“.
in 8m und an der Spitze des Vorder- 1: Bug-Anemometer, 9m über See.
mastes in. 32 m Seehöhe, Die Höhe N An, Sa
des Decks betrug 4 m, die der höchsten © east Wiedlahne ar m
Aufbauten mittschiffs (Dach des Karten- Deckhöhe 4—0 mi höchste Aufbauten 8-9 m über See,
hauses auf der Brücke, Peilkompaß)
8 bis 9 m, in dieser Höhe war also für den Wind praktisch hindernisfreies Nivean.
Die Aufstellung würde so frei wie möglich genommen; vgl, Abb. 1. Die drei
Meßstellen werden im folgenden kurz mit „Bug; Heck, Mast“ bezeichnet:
Die Anemometer, die an Bord sorgfältig überwacht wurden, #ind vor und
nach der Expedition im Windkanal der Seewarte gesicht worden, wobei die
Eichungen fast völlig dieselben Resultate hatten; die häufigen Reparaturen in
der Zwischenzeit sind. somif ohne Einfluß gewesen. Alle Kinzelheiten über die
Instrumente, ihre Anfstellung und Wartung, über die Auswertung der Registrierung,