346 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1936,
hatte einwandfreien Gang. Systematische Fehler könnten also im wesentlichen
nur durch falsches Ausmessen der Röhrchen entstanden sein, jedoch war hierbei
mit. großer Sorgfalt vorgegangen. worden,
Tabelle 1.
ı IT TE
SR
£ BZW
EUR
ver.
“en
na
u]
8
es
38 423 10.25 1.65 5.14
72 280 | 683 1,59 3.05
108 225 5.42 1.53 | 2.98
14.4 1.97 4.60 1,50 2,94
178 1.77 4.00 147 2,89
N
LT
Reg Ba
AZ
Die Temperaturdifferenzen AT wurden, wie
erwähnt, unmittelbar aus Galvanometerausschlägen
berechnet, Tabelle 1. enthält Mittelwerte nach zehn-
fachen Wiederholungen der Profilmessung; es ergab
sich dabei eine natürliche Streuung der Einzelwerte für jede der fünf V,.-Flächen,
da nicht immer die gleiche Stelle ausgemessen wurde, Aus der mittleren Streuung
der Beobachtungen folgen. zufällige Fehler der Einzelwerte, die bei + 0.03° C
liegen; der mittlere zufällige Fehler der in Tabelle 1 angeführten Mittelbildungen
über 10 KEinzelbestimmungen ergibt sich demnach zu BG - + 0.01°C, spielt
also bei den folgenden Überlegungen keine wesentliche Rolle, Die Frage nach
einem systematischen Fehler bzw, ob die wahren Temperaturverhältnisse in der
Ferdunstungsoberfläche fatsächlich erfaßt wurden, kann nur mit dem Hinweis
beantwortet werden, daß die feine Thermonadel in die leicht plastische Fließ-
papierscheibe hineingedrückt (bzw. etwas gestochen) werden konnte,
Da die Luftbewegung gleichgerichtet war, die Stromlinien also sämtlich
parallel auf die Anströmkante trafen, können wir jeder Meßstelle eine eindeutig
bestimmte Reynoldssche Zahl R zuordnen, Die feuchte Fließpapierbelegung der
Platte ist dabei im hydrodynamischen Sinne als „glatt“ zu bezeichnen. Es gilt:
B="S,
wobei die kinematische Zähigkeit der Luft bedeutet; z ist von b und T ab-
hängig. Nach (@) Teil 2 5. 113 folgt, daß diür die Versuchsreihe I mit 7=0.142,
Tabelle 2. für Reihe II mit y= 0,148 em* sec—) zu rechnen ist. Tabelle 2
Er enthält die Reynoldsschen Zahlen, die unseren Meßpunkten
B+ 107 S entsprechen, An der Leeseite der Verdunstungsplatte ergibt
7” T 1% sich R somit zu rund 3- 10% während man als kritischen
” Wert für das Umschlagen des laminaren in den turbulenten
Strömungszustand mit 3-10% rechnet, Unsere hier be-
sprochenen Versuchsreihen. müssen also unter die Gesetz-
mäßigkeiten der laminaren Strömung fallen,
Rein formal könnten. wir die Abhängigkeit der Y- und
AT-Werte von x auch als solche von R, auffassen. Dies ist
jedoch nicht statthaft, und zwar auf Grund folgender Tatsachen: Erhöhen wir
die Reynoldssche Zahl dureh Vergrößerung von x, während u dabei konstant
bleibt, so entspricht wachsendem R eine Abnahme der Verdunstung (vgl. Tabellen 1
and 2). Erhöhen wir dagegen die Reynoldssche Zahl um genau den gleichen
Betrag durch Vergrößern von u an einer konstanten Stelle x, so entspricht jetzt
wachsendem R eine Zunahme der Verdunstung (bekannte Windabhängigkeit der
Verdunstungsgeräte). Ein allgemeiner Zusammenhang zwischen Reynoldsscher
Zahl und mittlerer Verdunstung pro Flächeneinheit kann somit nicht gelten!
Betrachtet man auf Abb. 3 die Abhängigkeit der Verdunstungswerte von der
Plattenlänge, so ist hervorzuheben, daß sich in rund 12 cm Entfernung von der
Anströmkante. bereits nur noch der halbe Wert wie in etwa 4 cm Entfernung
ergibt; die weitere Abnahme geschieht dann langsamer. Wenn wir ein empirisches