Lüders, KK: Großrücken mit Schillbedeckung In der Flachsee, 341
Watigebieten zugeführt erhalten, während das die Rücken in der Alten Jade
bedeckende Schillmaterial größtenteils aus dem tieferen Wasser stammt. Eine
Nachprüfung dieser Vermutung ist beabsichtigt,
Über den inneren Aufbau der Großrücken mit Schillbedeckung kann
Neues nicht mitgeteilt werden, Die bisherige Kenntnis stützt sich bislang auf
die beim Baggern gewonnenen Aufschlüsse, wie Verfasser 1929 a, a, OÖ, ausgeführt
hat. Eine genauere Untersuchung des inneren Aufbaues ist mit erheblichen
technischen Schwierigkeiten. verbunden, so daß es wahrscheinlich vorerst nicht
möglich sein dürfte, über diesen Punkt Genaueres zu erfahren. Dagegen können
auf Grand von Vermessungen Angaben über die Veränderlichkeit und teilweise
auch über die Zeitdauer, die ein Großrücken zu seiner Bildung benötigt, im
folgenden Abschnitt mitgeteilt werden,
C. Über die Entstehungs- und Wandergeschwindigkeit der Großrücken,
In Abbi 7 sind. acht Vermessungskarten zusammengestellt, die den Groß-
rücken. Nr. 5 und seine nähere Umgebung zeigen. Karte 1 (vom Mai 1930) zeigt
diesen. Großrücken, der als schmale Zunge vor etwa 550 m Länge von Nordost:
nach Südwest in die Oldevoge-Rinne hineinragt, Der Rücken ist noch in Ent-
stehung‘ begriffen, weist aber auf seiner Kappe bereits eine kleine Fläche von
—9 m auf, Diese flache Stelle wird nun schnell zrößer. Schon im November
desselben Jahres (Karte 2) hat sie sich etwa vervierfacht und im Januar 1931
(Karte 3) ist eine zusammenhängende rund 250 m lange Kappe entstanden, die
in ihrem flachsten Teil bereits bis zur 8 m-Tiefenlinie aufgewachsen ist, In den
9 Monaten vom Mai 1930 bis Januar 1931 hat der über der 10 m-Tiefenlinie
liegende Teil. des Großrückens einen Zuwachs von 22000 cbm erfahren, im Durch-
schnitt also 2400 ebm/Monat=80 cbm/Tag,
Wegen seiner Höhenlage ist der Großrücken im Frühjahr 1931 durch Bapg-
gerung beseitigt worden, Die nächste Karte vom Juni 1931 (Karte 4} zeigt den
durch diese Baggerung zerstörten Rücken, Die verbliebenen Reste schließen
sich aber ‚allmählich wieder zu einem neuen. Rücken zusammen, der im Dezember
1931 (Karte 5) bereits deutlich zu erkennen ist. Die Vermessung 1932 (Karte 6}
zeigt den Großrücken in fortschreitendem Aufbau und im März 1933 (Karte 7)
liegt die flachste Stelle der Kappe des Rückens schon wieder auf — 8.6 m. In
diesem Zustande ist die in der vorliegenden Arbeit beschriebene Oberflächen-
beschaffenheit dieses Großrückens untersucht worden,
Da dieser Großrücken ein besonders anschauliches Beispiel für den Aufbau
derartiger Gebilde gibt, dürfte es von Interesse sein, das Untersuchungsergebnis
der Bodenproben hier mitzuteilen. In Abb 8 sind die Summenlinien der proö-
zentüalen Anteile der einzelnen. Korngrößen der drei. .Bodenproben (Kappe, Hang,
Fuß) wiedergegeben, Das Verhältnis der Körnigkeitswerte ist für diesen Groß-
rücken 171.4;2.3 (s. Tab. 3), d.h. also, im Mittel hat die Kappe ein 2.3mal
grobkörnigeres Material als der Fuß dieses Rückens, a ;
Einen Schnitt senkrecht zur Längserstreckung des Großrückens zeigt die
Abb. 9. Der flache Hang, 1:20 geneigt, ist der Ebbströmung zugekehrt, Der
Rücken. wandert. in Richtung dieser Strömung, die an dieser Stelle im Mittel
stärker als die Flutströmung, Die Neigung des steilen Abhanges beträgt
etwa 1:5,
Die mittlere Wandergeschwindigkeit des Großrückens läßt sich angenähert
aus. den. Karten der Abb. 7 bestimmen, Vom Dezember 1931 bis Sommer 1983
{d. 5, rund. 17 Monate) ist der Kücken um 170 m nach Norden in Richtung des
Ebbstromes weitergewandert, also um 10m in einem Monat, Die fiatsächliche
Wandergeschwindigkeit ist aber noch größer, denn auch der Flutstrom, der dem
Ebbstrom entgegengesetzt ist, verlagert den Rücken, nur ist dieser Betrag etwas
geringer als. beim Ebbstrom, der in der Oldeooge-Rinne im Mittel größere Ge-
schwindigkeiten erreicht. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes erreicht die
tatsächliche Wandergeschwindigkeit schätzungsweise den Wert von wenigstens
15 m. ix einem Monat, im Mittel also 0.5 m/Tag. Ein einziger Großrücken von der
Oröße des Rückens Nr. 5 enthält In seinem über der 11 m-Tiefenlinie Kegenden